McKinsey & Company

McKinsey-Studie: Banken weltweit auf Erholungskurs

New York/Düsseldorf (ots) - In Westeuropa und Deutschland kommt die Gesundung aber nur schleppend voran - McKinsey-Report analysiert die 500 größten Banken weltweit - Privatkundengeschäft überflügelt Firmenkundengeschäft

Weltweit haben die Banken 2014 weitere Fortschritte dabei erzielt, die Folgen der Finanzkrise hinter sich zu lassen. Die 500 größten Geldhäuser steigerten ihren durchschnittlichen Ertrag aufs Eigenkapital (Return on Equity, RoE) 2013 auf durchschnittlich 9,5% und im ersten Halbjahr 2014 sogar auf 9,9%. Das reichte allerdings noch nicht aus, um die Kapitalkosten zu verdienen, die bei 11 bis 12% liegen. Die Erholung greift in verschiedenen Regionen jedoch sehr unterschiedlich: In Westeuropa verdienten die Banken im Schnitt nur einen RoE von 2%, in Deutschland von 1,1%. Dies geht aus dem am Dienstag (16. Dezember) veröffentlichten Bericht "The Road Back: McKinsey's Global Banking Annual Review 2014" hervor.

Vor allem die US-Banken scheinen die Wende hinbekommen zu haben. Sie legten der Studie zufolge nicht nur bei den Einnahmen zu, sondern senkten auch ihre durchschnittlichen Kosten. Insgesamt verdienten die amerikanischen Banken 2013 rund 114 Milliarden US-Dollar und dürften auch 2014 auf jeden Fall deutlich oberhalb von 100 Milliarden Dollar landen. In den Schwellenländern schwächte sich das Ertragswachstum hingegen ab. Allein in China, das für 41% der Einnahmen von Banken in Schwellenländern steht, fiel das Wachstum von 17.4 auf 14%.

Große Unterschiede in Europa, Deutschland unterdurchschnittlich

Beim Blick nach Europa fällt auf, dass die Region zwar insgesamt deutlich hinter der weltweiten Entwicklung zurückbleibt. Einzelne Märkte schaffen es aber durchaus, international Anschluss zu halten. "Banken in Skandinavien erreichen einen sehr wettbewerbsfähigen RoE von 11%, während die Banken in den Krisenländern Südeuropas 2013 immer noch Verluste produzierten", sagt McKinsey-Direktor Philipp Koch, der in Deutschland die Beratung von Banken leitet. In Deutschland werden zwar vereinzelt RoE von gut 8% erreicht, im Schnitt jedoch bewegt die Branche sich nur unterdurchschnittlich.

Weltweit schneidet das Filial- und Privatkundengeschäft derzeit besser ab als das Firmenkundengeschäft. Philipp Koch: "Das Corporate und Investment Banking bleibt eine Herausforderung." Das Kapitalmarktgeschäft leide in Teilen unter schärferen Rahmenbedingungen und damit höheren Kosten.

Weltweit 82% der Börsenbewertung durch Buchwerte abgedeckt; Digitalisierung bleibt strategisch vorherrschendes Thema

Die McKinsey-Analyse zeigt: Banken mit einer klar fokussierten Strategie schlagen den Markt. Insgesamt sind 82% der Börsenbewertung der 500 größten Banken durch Buchwerte abgedeckt. Die übrigen 18% oder 1,23 Billionen Dollar spiegeln den Erwartungswert der Investoren an künftige Ertragssteigerungen wider. Interessant: "Dieser Erwartungswert verteilt sich komplett auf die Top-Banken weltweit", berichtet Koch.

Das Thema Digitalisierung bleibt 2015 ein vorherrschendes Thema für die Branche. Das Tempo der Marktumbrüche verschärft sich hierdurch. Vor allem drei Trends sind nach dem McKinsey-Report deutlich zu erkennen:

   - In einigen Schwellenländern überholen örtliche Anbieter beim 
     Digital Banking die etablierten Institute in der Entwicklung, 
     etwa in Ländern wie China, Kenia, Polen oder der Türkei. Sie 
     profitieren von einer jüngeren und digital aufgeschlosseneren 
     Bevölkerung  und einfacheren Rahmenbedingungen des Regulators. 
   - Neue Zielgruppen freunden sich mit dem digitalen Banking an. 
     Waren es zuerst die jungen und überdurchschnittlich vermögenden 
     Kunden, die sich für digitale Bankgeschäfte begeisterten, so 
     nutzen inzwischen zunehmend auch Kunden aus mittleren Alters- 
     und Einkommensschichten den elektronischen Bankverkehr. Dies 
     dürfte den digitalen Wandel weiter beschleunigen. 
   - Junge Start-ups versuchen zunehmend in die Domäne der 
     klassischen Banken vorzudringen. McKinsey registrierte weltweit 
     mehr als 12.000 dieser "FinTech" genannten neuen Anbieter im 
     Banksektor. Auch klassische Internetunternehmen expandieren 
     zunehmend ins Bankgeschäft. 

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