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Bemühungen zur Entlassung des Nobelpreisträgers Yunus bei der Grameen Bank bereiten CGAP grosse Sorgen

Washington (ots/PRNewswire) - CGAP veröffentlichte im Zusammenhang mit den Bemühungen zur Entlassung des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus als Geschäftsführer der Grameen Bank heute die folgende Erklärung des CEO von CGAP Tilman Ehrbeck und des Vorstandsvorsitzenden von CGAP Vijay Mahajan:

"Die Kampagne der vergangenen Monate und die kürzlich eingeleiteten juristischen Schritte zur Entlassung von Muhammad Yunus als Geschäftsführer der Grameen Bank erfüllen uns mit grosser Sorge.

In den vergangenen dreissig Jahren waren Muhammad Yunus und die Grameen Bank gemeinsam eine treibende Kraft und ein Symbol für die Mikrokredit-Bewegung und den allgemeinen Fortschritt von armen Menschen, die zuvor von der Inanspruchnahme formeller Finanzdienstleistungen ausgeschlossen waren. Professor Yunus war ein Wegbereiter in diesem Bereich und seine erheblichen Beiträge für unter Armut leidende Frauen ohne Zugang zu Bankdienstleistungen sollten von Bangladesch wie auch der internationalen Gemeinschaft feierlich gewürdigt werden.

Der Zugang zu Krediten kann ein wertvolles Hilfsmittel sein, um armen Haushalten die Möglichkeit zu bieten, in Kleinunternehmen zu investieren und sich in schwierigen Zeiten selbst zu helfen. Im weiteren Sinne kann der Zugang zu Finanzdienstleistungen wichtige Vorteile mit sich bringen, und zwar indem armen Familien die Möglichkeit geboten wird, ihre Haushaltsfinanzen effektiver zu verwalten und ihr Konsumverhalten anzupassen - um auf diese Weise für Notfälle sparen, Schulgebühren je nach Bedarf bezahlen und mit Krankheiten und temporären Krisen besser umgehen zu können.

Die Mikrokredit-Bewegung hat entscheidende Beiträge geleistet und dabei unter Beweis gestellt, dass es durchaus möglich ist, armen Menschen massstabsgerechte und nachhaltige Finanzdienstleistungen bieten zu können.

Die aktuelle Situation ist nicht nur für die Grameen Bank und unter Armut leidende Kunden in Bangladesch, sondern auch für die gesamte Mikrofinanzbranche schädigend.

Nahezu drei Milliarden Menschen haben keinerlei Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen. Daher ist es nach wie vor unsere höchste Priorität, sicherzustellen, dass zuvor unerreichte Bevölkerungsgruppen aus niedrigen Einkommensverhältnissen Zugang zu einer vollständigen Auswahl an Dienstleistungen erhalten, um so investieren, Vermögenswerte schaffen, ihr Konsumverhalten anpassen und letztlich besser mit Krisen umgehen zu können.

Die flächendeckende internationale Unterstützung für Professor Yunus hat die bedeutende Rolle bekräftigt, die zahlreiche Länder dem Prinzip der finanziellen Miteinbeziehung mittlerweile zuweisen. Auf politischer Ebene nehmen wir in zahlreichen Ländern mittlerweile ein grösseres Bewusstsein und Verständnis hinsichtlich der möglichen Beiträge einer finanziellen Miteinbeziehung für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung wahr, darunter auch in den G20.

Wir hoffen, dass ein Kompromiss eingegangen werden kann, der es der Grameen Bank ermöglicht, weiterhin effizient zu operieren, während die Mikrofinanzbranche in Bangladesch weiterhin florieren und einen Beitrag zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten kann.

Wir konzentrieren uns auch weiterhin mit Nachdruck auf unsere umfassenden Bemühungen, das bedeutende Ziel einer universellen finanziellen Miteinbeziehung zu erreichen."

In Washington, DC: Jeanette Thomas, jthomas1@cgap.org, +1-202-473-8869

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