The Aids Institute and Ahead

Patientengruppen und andere Interessenvertreter fordern ein Umdenken in den Bereichen öffentliche Gesundheit, Innovationen und Zugang zu Medikamenten

    Genf, Schweiz (ots/PRNewswire) - Für Entwicklungsländer reicht der Zugang zu Medikamenten als alleinige Massnahme nicht aus, und man sollte diese Länder auch nicht in dem Glauben wiegen, es gäbe eine schnelle Patentlösung für ihre Gesundheitsprobleme, so verlautbarten das AIDS Institute, die Allianz für Gesundheit, Bildung und Entwicklung (Alliance for Health, Education and Development, AHEAD), Patientengruppen und andere Experten aus aller Welt am Dienstag.

    Diese Warnung wurde im Rahmen des zweiten Treffens der zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe (IGWG, Intergovernmental Working Group) für öffentliche Gesundheit, Innovation und geistiges Eigentum in Genf ausgesprochen. Das Treffen fand im Vorfeld einer im nächsten Monat anstehenden wichtigen Sitzung der Weltgesundheitsversammlung statt, auf der diverse Massnahmen verabschiedet werden sollen.

    Vertreter von Patientengruppen und der Zivilgesellschaft aus Indien, Argentinien, der Slowakei, Uganda, Ghana, São Tomé und Príncipe, Kanada und den USA kamen in Genf zusammen, um auf in der Praxis auftretende Probleme hinzuweisen, die gegenwärtig in IGWG-Gesprächen nicht berücksichtigt werden. Grund dafür ist, dass u.a. Patientengruppen und andere Fachleute, die über wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse bezüglich des Zusammenhangs zwischen dem Zugang zu Medikamenten einerseits und Forschung und Entwicklung andererseits verfügen, von diesen Gesprächen ausgeschlossen sind.

    "Als Interessenvertreter teilen wir das Engagement der WHO, dafür zu sorgen, dass auch Patienten in Entwicklungsländern eine optimale Gesundheitsversorgung, wozu auch bezahlbare Medikamente gehören, in Anspruch nehmen können. Der IGWG-Aktionsplan wird das jedoch nicht leisten", so Durhane Wong-Rieger, Gründerin und Vorsitzende des Consumer Advocare Network. "Die geplanten Lösungen bringen den Patienten in den ärmsten Ländern keine Vorteile; vielmehr nützen sie den politischen und geschäftlichen Plänen von anderen Interessenvertretern, wie den Herstellerfirmen und Regierungen in "weniger armen" Ländern", so ihr Kommentar.

    Die Gruppen beschlossen, in Genf zusammenzukommen, um ihre gemeinsamen Bedenken zu den Empfehlungen und dem Entscheidungsprozess auszutauschen. "Für die öffentliche Gesundheit sind alle verantwortlich. Deshalb halten wir es für unsere Pflicht, unsere Erfahrungen und die von uns gezogenen Schlüsse öffentlich zu machen", so James Sykes, Programmkoordinator für Allgemeine Programme des AIDS Institute.

    Die IGWG wurde 2006 von Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründet, um Abhilfe für Probleme zu schaffen, die derzeit in Bezug auf den Zugang zu Medikamenten und bezüglich der Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung (F&E) bestehen. Die IGWG ist das erste hochrangige internationale Gremium, das sich gleichzeitig mit den Themen F&E und Zugang zu Medikamenten beschäftigt. Die Arbeitsgruppe wird ihre Vorschläge im Mai auf der 61. Weltgesundheitsversammlung in Genf vorlegen.

    "Um zu einer Langzeitlösung für die medizinische Versorgung in Entwicklungsländern zu kommen, muss ein vielschichtiger Ansatz gewählt werden, der auch Faktoren wie Armut, mangelnde Infrastruktur, fehlendes Gesundheitspersonal und Zugang zu lebensnotwendigen Gütern wie Nahrung und sauberes Wasser Rechnung trägt", so Regina Kamoga, Verantwortliche für das Land Uganda des Community Health and Information Network (CHAIN Uganda). "Teillösungen sind mit Sicherheit zum Scheitern verurteilt", so ihr Kommentar.

    Im Gegensatz zur IGWG "haben wir durch Einladungen an Menschen aus aller Welt, die die Situation von Patienten aus erster Hand kennen, für eine grösstmögliche Einbeziehung aller Interessengruppen gesorgt", so Bischofsrat Nedd für AHEAD.

    Diese Veranstaltung wurde von PhRMA gesponsert, die wie die Interessenvertreter die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes bei der weltweiten Gesundheitsversorgung und bei innovativen Medikamenten deutlich erkannt hat.

    Das AIDS Institute ist ein auf politischer Ebene agierendes Forschungs-, Beratungs- und Bildungsinstitut, das sich bezüglich HIV/AIDS, Malaria, Tuberkulose und Hepatitis engagiert und für bestimmte Aspekte des Gesundheitssystems, wie Zugang für Verbraucher und Patientensicherheit, eintritt. http://www.theaidsinstitute.org

    Das Community Health and Information Network (CHAIN, Gemeindegesundheits- und -informations-Netzwerk) ist ein internationales, gemeinnütziges, als Wohltätigkeitsorganisation und Unternehmen im Vereinigten Königreich und in Uganda eingetragenes Netzwerk. CHAIN wurde 1998 gegründet und setzt sich für Hilfe zur Selbsthilfe bei mit HIV infizierten bzw. an AIDS erkrankten Menschen ein. CHAIN ist hauptsächlich in Afrika aktiv und unterhält Vertretungen in Kigali (Ruanda) und Kampala (Uganda).

    Die Alliance for Health, Education, and Development (AHEAD, Allianz für Gesundheit, Bildung und Entwicklung) wurde mit dem Hauptziel gegründet, Menschen in unzureichend versorgten Gemeinden über alle ihnen offenstehenden Angebote und Optionen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wirtschaftsentwicklung zu informieren. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt AHEAD eine Vielzahl von Umsetzungsstrategien ein, darunter das Organisieren von Beratungsprogrammen, das Ausrichten von besonderen Veranstaltungen und Seminaren auf regionaler und landesweiter Ebene, die Veröffentlichung von Informationsmaterialien und die Einrichtung von Stipendien- und Arbeitsvermittlungsprogrammen.

    http://www.ahead-usa.org

ots Originaltext: The Aids Institute and Ahead
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