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Wie ein Stein, Kommentar zur Bundrendite von Kai Johannsen

Frankfurt (ots) - Der Rückgang der Bondrenditen nimmt mittlerweile beängstigende Ausmaße an. Denn die Renditen fallen wie ein Stein. Die zehnjährige Bundesanleihe durchbrach gestern nun auch noch die Renditemarke von 0,80% - nach unten versteht sich. Das Rekordtief wurde bei 0,724% markiert. Sollte es mit dieser Geschwindigkeit weitergehen, dann ist die Marke von 0,50% wirklich bald zum Greifen nah.

Und was geschieht am kurzen Ende der Kurve? Da sacken die Renditen immer stärker in den negativen Bereich ab - zu beobachten ist das sowohl am Primär- als auch am Sekundärmarkt. Des Weiteren fällt auf, dass sich die negativen Renditen vom kurzen Ende der Kurve her die Renditestrukturkurve immer weiter heraufarbeiten. Gestern lagen auch die vierjährigen Bundlaufzeiten im Minus, wenn auch nur ganz knapp. Noch einen Schritt weiter, d.h., wenn auch die fünfjährigen Bundesobligationen in den negativen Renditebereich abgleiten, dann emittiert der Bund zwei Drittel seiner Schuldpapiere zu einer negativen Rendite. Bislang ist es ja "erst" die Hälfte aller Emissionen.

Hinter dem deutlichen Renditeabstieg stehen verschiedene Faktoren. Aktuell ist es die Inflationsentwicklung. Die Anleger sorgen sich immer mehr, dass der Disinflationstrend weitergehen und letztlich in eine Deflation münden könnte. Dann gehen die Renditen der Anleihen noch weiter zurück. Neben den Inflationsängsten greift auch die Konjunkturskepsis am Markt immer stärker um sich. Zuletzt hatten die führenden Forschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten die Wachstumserwartungen für Deutschland nach unten geschraubt. Und auch die Bundesregierung ist nicht mehr so optimistisch für dieses und das kommende Jahr gestimmt und nahm in dieser Woche die Wachstumsprognosen kräftig zurück. Stimmungsbarometer aus Deutschland verdeutlichen immer mehr, dass die Aussichten nicht zuletzt wegen der geopolitischen Krisen nicht gerade rosig sind. Und von der US-Wirtschaft kamen gestern ebenfalls negative Signale.

Immer mehr Akteure gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Kaufprogramm für Covered Bonds und Asset Backed Securities, das in diesem Tagen starten soll, wohl nicht die gewünschte konjunkturelle Wirkung erzielen wird und deshalb noch zu weiteren unkonventionellen Maßnahmen greifen muss. Angesichts des gegenwärtigen Inflations- und Konjunkturbildes sollte man sich auf Staatsanleihekäufe der EZB einstellen. Für die Bondrenditen heißt das nur eines: Es geht abwärts, abwärts und nochmals abwärts.

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