Schweizerische Hirnliga

Hilfe für Kinder mit Leseschwäche
Norbert & Elinore Herschkowitz Preis der Schweizerischen Hirnliga für Dr. Silvia Brem (Universität Zürich)

Dr. Silvia Brem / Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100014581 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Schweizerische Hirnliga/zvg"

Bern (ots) - Die Schweizerische Hirnliga prämiert im Auftrag von Prof. Norbert und Elinore Herschkowitz die Forschungsarbeit von Dr. Silvia Brem der Universität Zürich mit 20'000 CHF. Dank der langjährigen Forschung der Neurowissenschaftlerin könnten Lese- und Rechtschreibschwächen bei Kindern in Zukunft früher erkannt und besser behandelt werden.

Schnellere und bessere Hilfe für Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche ermöglichen - das ist das Ziel der Forschung von Dr. Silvia Brem an der Universität Zürich. Für ihre jahrelange Arbeit erhält sie den Norbert & Elinore Herschkowitz Preis. Das Ehepaar stellt den mit 20'000 CHF dotierten Forschungspreis der Schweizerischen Hirnliga zur Verfügung. Er zeichnet eine herausragende Forschung auf dem Gebiet der kindlichen Hirnentwicklung aus.

Beim Lesenlernen formt sich ein komplexes Netzwerk im kindlichen Gehirn. Verschiedene Hirnregionen spezialisieren sich auf bestimmte Leseprozesse und ermöglichen so das flüssige Lesen und Verstehen von Text. Silvia Brem konnte zeigen, dass Kinder mit einer schwachen Leseleistung vermehrt zusätzliche Hirnregionen aktivieren, um dieselbe Aufgabe bewältigen zu können. Diese abweichenden Muster zeigen sich bereits im Vorschulalter. Sie könnten dazu beitragen, Lese- und Rechtschreibstörungen künftig besser vorherzusagen und früher zu erkennen.

5-10% aller Kinder leiden an einer Lese- und Rechtschreibstörung (LRS, Dyslexie), obwohl sie normal intelligent sind. Ohne gezielte Förderung sind sie in Schule und Berufsleben benachteiligt. Sie entwickeln häufiger soziale und emotionale Störungen und Verhaltensauffälligkeiten. Heute wird LRS gewöhnlich erst Monate oder sogar Jahre nach der Einschulung diagnostiziert. Damit geht wertvolle Zeit unwiederbringlich verloren, in der die Kinder effektiv unterstützt werden könnten. Mit Partnern in Finnland entwickelt Silvia Brem zurzeit ein Trainingsprogramm, um betroffene Kinder gezielt zu fördern.

Der ausserordentliche Forschungspreis für diese Arbeit wird von Professor Dr. Norbert Herschkowitz und seiner Frau Elinore Chapman Herschkowitz zur Verfügung gestellt. Sie haben auf dem Gebiet der kindlichen Hirnentwicklung geforscht und zahlreiche Bücher zum Thema veröffentlicht. «Während den ersten 5 Lebensjahren werden die grundlegenden Netzwerke im Gehirn aufgebaut, die sich dank neuen Erfahrungen in den folgenden Jahren ständig weiterentwickeln. Fehlt ein Teil dieses Fundaments, wird die Weiterentwicklung erschwert. Misserfolge führen dazu, dass das Kind seine Freude am Lernen verliert», erklärt das Ehepaar. Deswegen sei die Arbeit von Silvia Brem von grosser Bedeutung.

Norbert Herschkowitz leitete die Abteilung für kindliche Entwicklung an der Universitäts-Kinderklinik Bern. Er ist Mitgründer der Schweizerischen Hirnliga und hat sich während Jahrzehnten für die Hirnforschung in der Schweiz eingesetzt. Elinore Chapman Herschkowitz, Pädagogin, arbeitete viele Jahre als Dozentin am Lehrerseminar Bern.

Die Verleihung des mit 20'000 CHF dotierten Norbert & Elinore Herschkowitz Preises findet am Montag, 13. März 2017, ab 18.00 Uhr an der Universität Bern statt (Hauptgebäude, Hochschulstrasse 4, 3012 Bern, Aula, Raum 210 im 2. OG). Dr. Silvia Brem wird anlässlich der Woche des Gehirns in Bern über ihre Forschung berichten und steht den Medien für Interviews zur Verfügung. Der Anlass ist öffentlich.

Weitere Informationen zur prämierten Forschungsarbeit und Bilder zur Illustration befinden sich auf der Website der Schweizerischen Hirnliga (www.hirnliga.ch > Forschungspreis).

Die Schweizer Hirnforschung gehört zur Weltspitze. Vor diesem Hintergrund haben engagierte Wissenschaftler 1995 die Schweizerische Hirnliga gegründet. Sie hat es sich zum Ziel gemacht, die Hirnforschung in der Schweiz zu unterstützen und die Bevölkerung über Möglichkeiten zur Gesunderhaltung des Gehirns zu informieren. Alle zwei Jahre vergibt sie einen Forschungspreis für eine hervorragende Leistung im Bereich der Neurowissenschaften.

www.hirnliga.ch

Für weitere Auskünfte:

Prof. Dr. Silvia Brem
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Neumünsterallee 3
Postfach 1482
8032 Zürich
Tel.: +41 (0)43 499 27 60
Mail: sbrem@kjpd.uzh.ch

Schweizerische Hirnliga
Gabriela Troxler
Postgasse 19
3000 Bern 8
Tel.: +41 (0)31 310 20 91
Mail: gabriela.troxler@hirnliga.ch



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