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Menschenfeinde. Kommentar von Martin Tochtrop

Essen (ots) - Die Feuerwehr genießt hierzulande allerhöchstes Ansehen, vor allem die freiwillige. Wenn Mitglieder dann in einem sozialen Netzwerk wie Facebook dazu aufrufen, es bei der Rettung von Türken extra langsam gehen zu lassen, ist das ein Schlag ins Gesicht ihrer Kollegen. Der großen Mehrheit ihrer Kollegen, sei hier festgestellt.

Dass es nun in Gladbeck nach den Hitlergruß-Posen der Jugendfeuerwehr zum zweiten Mal binnen Jahresfrist zu rechtsradikalen Bekundungen kommen konnte, wirft Fragen auf. Wie konnte die Stadt nach der Untersuchung des Hitlergruß-Skandals im Ferienlager behaupten, es gebe keinerlei rechtsradikale Tendenzen innerhalb der Feuerwehr? Der Verdacht liegt nahe, dass die Stadtspitze den Vorfall nicht ernst genug genommen hat.

Jetzt reagierten die Verantwortlichen auf die fremdenfeindliche Korrespondenz genau richtig und leiteten Disziplinarverfahren ein. Hoffentlich sind sie durch die aktuellen Berichte über die tödlichen Machenschaften der Neonazi-Szene sensibilisiert worden. Denn: Menschenfeinde dürfen nicht auf Menschen losgelassen werden, erst recht nicht mit Blaulicht.

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