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Gescheiterte Mission - Kommentar von Gudrun Büscher

Essen (ots) - Es sind hohe Ansprüche, die da an eine Konferenz gestellt werden. Die zweite Bonner Afghanistan-Runde soll eine Lösung finden für die Zeit nach dem Abzug des Militärs. Sie soll den Afghanen das Gefühl geben: Wir lassen Euch nicht allein. Und sie soll den Übergang organisiert erscheinen lassen. Ist er aber nicht. Zehn Jahre nach der ersten Konferenz auf dem Bonner Petersberg sind die Probleme am Hindukusch weiter ungelöst. Die Sicherheitslage ist katastrophal, nur Korruption und Mohn blühen. Dass die Mädchen nun - meistens jedenfalls - in die Schule gehen, kann nicht über die archaischen Strukturen hinwegtrösten, die die Frauen entrechten und den Fortschritt behindern. Der Afghanistan-Einsatz geht seinem Ende entgegen, ohne dass die Mission auch nur im Ansatz erfüllt ist. Wenn die Afghanistan-Konferenz überhaupt einen Sinn macht, dann diesen: Durch die Solidaritätsbekundungen, die zivilen Hilfszusagen und Versprechungen wirkt der Abzug der ausländischen Soldaten bis zum Jahr 2014 vielleicht geordnet. Und nicht wie das, was er ist: Kapitulation vor einer unlösbaren Aufgabe.

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