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Linke Machtkämpfe - Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Die Linke, ehemals PDS, ist eine erfolgreiche Partei. Sie gehört zur Gattung Stehaufmännchen. Ihre Chefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst handeln aber unglücklich. Die faktischen Vorsitzenden Gregor Gysi, Oskar Lafontaine kommen in die Jahre. Es ist an der Zeit für eine Verjüngung. Dietmar Bartsch wäre eine Alternative. Er kann, er will. Schon Timing und Art der Kandidatur verraten den Profi: Eine Bewerbung mit dem Versprechen von mehr Mitsprache der Mitglieder zu verbinden, ist nicht ungeschickt. Es ist ein Signal an Lötzsch und Ernst. Genauso an Lafontaine: Der Reformflügel will ihm die Partei nicht überlassen. Wobei man daran erinnern muss, dass Lafontaine und Bartsch zwar nicht harmonieren, aber 2009 zusammen erfolgreich waren. Bartsch war der Parteimanager, Lafontaine der Spitzenkandidat. Bei Bartsch fürchten viele, dass die Partei Ecken und Kanten verlöre und als Reservearmee der SPD enden würde. Gegen das Image kann er angehen und müsste das eigenständige Profil der Partei schärfen. Eine Linke, die Tritt fasst, Anschluss an SPD und Grüne findet, die würde alle Vorhersagen für das Wahljahr 2013 über den Haufen werfen.

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