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Gefragte Schule. Kommentar von Tobias Blasius

Essen (ots) - Es ist gerade einen Monat her, als sich im Düsseldorfer Landtag ungewöhnliche Szenen abspielten: Rote, Grüne und Schwarze herzten und lobten einander. Der historische Schulkonsens der ungewöhnlichen Allianz aus SPD, CDU und Grünen hat die jahrzehntelange ideologische Frontstellung der Bildungspolitiker beendet. Die neue Sekundarschule ist der größte gemeinsame Nenner zwischen den Anhängern des Credos vom "Längeren gemeinsamen Lernen" und den Verteidigern des Gymnasiums als höherer Schule. Die rege Nachfrage der Kommunen nach der Sekundarschule zeigt, wie sehnsüchtig man an der Basis auf eine konzeptionelle Antwort auf Herausforderungen wie den demografischen Wandel oder das Hauptschulsterben gewartet hat. Doch die eigentliche Arbeit geht jetzt erst los. Die Sekundarschule muss ins bestehende Angebot der Kommunen integriert, von den Eltern dauerhaft akzeptiert und durch die Lehrerkollegien mit Leben gefüllt werden. Von praktischen Problemen bei Verbundmodellen über Stadtgrenzen hinweg ganz zu schweigen. So bleibt das Gefühl: Der historische Schulkonsens steht erst vor seiner Bewährungsprobe.

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