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Frauen im Abseits. Kommentar von Daniel Freudenreich

Essen (ots) - Es sind keine einfachen Zeiten für die weiblichen Abgeordneten in der Union. Im Streit um mehr Frauen in Führungspositionen wollen viele eine feste Quote. Doch da spielt die Kanzlerin nicht mit. Beim Betreuungsgeld pochen die Parlamentarierinnen auf Gutscheine anstatt Barleistungen. Davon hält die Fraktionsspitze wenig. Das muss sie schon wegen der CSU so machen. Nicht, dass Parteichef Seehofer die Koalition platzen lässt, wenn seine Herdprämie als Geldgeschenk nicht kommt. Dabei kämpfen Frauen für vernünftige Anliegen. Die freiwillige Quotenregel von Familienministerin Schröder ist für Konzerne kein großer Anreiz, mehr Frauen auf Toppositionen zu hieven. Das Betreuungsgeld wiederum ist - gleich nach der ermäßigten Hotelmehrwertsteuer - der größte Unsinn, den die Koalition bisher gemacht hat. Selbst die Bürger lehnen mehrheitlich das Geldgeschenk ab. Denn im Zweifelsfall hält es genau die Kinder von der Kita fern, die sie nötig hätten. Man kann den Frauen in der Union nur wünschen, dass sie um des lieben Koalitionsfriedens willen nicht von ihren Positionen abrücken.

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