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Fußballvereine sind gefordert. Kommentar von Gerd Heidecke

Essen (ots) - Wer sich schon einmal von breitschultrig pöbelnden Hooligans bedroht gesehen hat, wird dies anders sehen. Aber Gewalt im Umfeld von Fußballspielen ist kein ursächliches Problem des Sports, sondern Spiegelbild des hohen Aggressionspotenzials innerhalb der Gesellschaft. Enthemmtes Totprügeln für nichts, das kann traurigerweise an jeder U-Bahnhaltestelle passieren.

Schutz vor Gewalt ist Sache der Polizei und deren hoheitliche Aufgabe ist es, friedliche Menschenmengen beim Straßenkarneval wie beim Revierderby oder der Großdemonstration vor einem dreckigen Dutzend Blindwütiger zu schützen. Und deshalb müssen die Veranstalter dafür auch nicht bezahlen. Ende vom Lied: Einsatzhundertschaften, die sicher auch Staatstragenderes zu tun hätten, müssen an Ligaspieltagen aufgeboten werden, um Hunderttausende vor ein paar Hundert zu schützen.

Schulterzuckend kann man das so auf ewig hinnehmen. Oder diskutieren, ob die Multimillionenunternehmen der Liga wirklich alles tun, um Gewalt aus ihrem Sport zu drängen, nicht nur aus dem Stadion, aus den Fernsehaugen, aus dem Sinn. Oder ob sie die Aggressivität im Ultra-Fan-Block verhohlen als Mittel der Gute-Stimmungsmache schätzen.

Beim Geld erwischt man sie. Zum Start mit einer kleinen Sicherheitsabgabe wie am Flughafen. Das ginge, wenn man nur wollte.

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