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Bescheidene Aussichten - Kommentar von Sven Frohwein

Essen (ots) - Deutschland ist vergleichsweise gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. Weil die Arbeitnehmervertreter Maß gehalten und mit moderaten Lohnforderungen Industrie, Handel und Gewerbe nicht in Bedrängnis gebracht haben. Die Kehrseite: Die Lohnentwicklung konnte in vielen Fällen nicht mit der Inflationsrate mithalten, ein Großteil der Menschen hat mittlerweile spürbar weniger Geld in der Tasche als noch vor zehn Jahren. Eine Besserung der Situation ist leider nicht in Sicht. Weil sich die wirtschaftliche Entwicklung deutlich abkühlen soll. Arbeitgebervertreter werden das in künftigen Lohnrunden mit Sicherheit ins Feld führen, wenn sie mit hohen Forderungen von Seiten der Gewerkschaften konfrontiert werden. Doch selbst wenn in den Verhandlungsrunden Lohnzuwächse vereinbart werden, dürften diese ob einer deutlich anziehenden Teuerungsrate verpuffen. Bescheidene Aussichten. Ein bisschen Trost spendet in dieser Zeit nur eines: Wer gut ausgebildet ist, hat noch immer bessere Chancen auf höhere Lohnzuwächse als Geringqualifizierte. Auch wenn das nicht mehr in dem Maße gilt wie noch vor zehn Jahren.

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