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Höchste Zeit - Kommentar von Tobias Bolsmann

Essen (ots) - Das wurde allerhöchste Zeit: Eon ist endlich bereit, mit den Arbeitnehmervertretern über den massiven Stellenabbau beim Stromriesen zu sprechen. Viel zu lange hatte sich die Konzernspitze sprachlos wie eine verschlossene Auster gegeben. Seit der Ankündigung, 11.000 Stellen abzubauen, allein 6.500 in Deutschland, hat der Vorstand die Mitarbeiter über Monate völlig im Unklaren über deren Zukunft gelassen, zumal er betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich nicht ausgeschlossen hat. Von allein hätte Eon-Chef Johannes Teyssen diesen unerträglichen Schwebezustand wohl kaum beendet, die Gewerkschaften mussten die Eon-Bosse offenbar regelrecht zum Dialog zwingen. Die Wasserstandsmeldungen über die Verhandlungen - wenn die Gespräche denn diesen Namen verdienen - werden für die Mitarbeiter zum Jahresende zu einer sprichwörtlich schönen Bescherung. Eins steht fest: Für eine Charmeoffensive taugt die plötzliche Dialogbereitschaft nicht. Angesichts der Vorgeschichte wird Johannes Teyssen das Etikett des Sozialrambos so schnell nicht wieder los.

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