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Ohne Einhalt - Kommentar von Jürgen Polzin

Essen (ots) - Je mehr die Welt über Kohlendioxid und Klimawandel redet, desto mehr Treibhausgase werden in die Luft geblasen. Das Fazit eines frustrierten US-Wissenschaftlers untermalte am Freitag die Horrormeldung der Energiestatistiker, die von einem "MonsterZuwachs" sprachen. Nie zuvor verzeichneten sie einen so massiven Anstieg der CO2-Emissionen wie im vergangenen Jahr. Klimawandel, Erderwärmung - war da mal was? China ist der Böse, heißt es. Alle paar Tage geht in diesem Riesenreich ein Kohlekraftwerk ans Netz. Ja, die schmutzigen Emissionen werden das aufzehren, was Peking mit dem Bau riesiger Solar- und Windparks an Klimaschutz erreicht. Doch wenn wir mit dem Finger auf China deuten, zeigen vier auf uns: Das Reich der Mitte ist die Werkbank der Welt, wir lassen dort gern und günstig produzieren. Peking fordert nur das für sich ein, was der Westen durch die Industrialisierung erlebten: Wohlstand, Wachstum. Eine Basis gemeinsamen Handelns, eine völkerrechtlich verbindliche und umfassende Klimaschutzpolitik, ist in diesen Tagen so fern wie nie. Glaubt man Forschern, werden wir das machen müssen, was wir gerade in der Finanzkrise tun: Schirme aufspannen.

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