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Risiko Steinbrück. Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Dass Peer Steinbrück keiner ist, der unter mangelndem Selbstvertrauen leidet, ist bekannt: Er findet sich toll und lässt auch seine Umwelt an dieser Erkenntnis teilhaben. Er kann Kanzler und das solle gefälligst auch die SPD kapieren.

Ob Steinbrück sich und der SPD mit seiner geballten medialen Offensive in eigener Sache einen Gefallen getan hat, ist allerdings zu bezweifeln. Zu einem Zeitpunkt, da die SPD nach langer Durststrecke aus dem Umfragetief klettert und wieder die 30-Prozent-Marke geknackt hat, sorgt die Kandidatendebatte (zwei Jahre vor dem Wahltermin!) zunehmend für unbehagliches Grummeln an der Parteibasis. Verstricken sich die Sozialdemokraten nun in eine unselige Personaldebatte, könnte es mit dem Stimmungshoch schon bald wieder vorbei sein.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie groß die Einigkeit in der jüngst vorgestellten SPD-Troika Gabriel-Steinmeier-Steinbrück tatsächlich ist. Alle drei, so viel ist klar, wollen ins Kanzleramt. Steinbrück ist nun massiv vorgeprescht. Gabriel und Steinmeier beäugen misstrauisch den Kontrahenten. Seit dieser Woche können sie hoffen, dass der ein Opfer seiner eigenen Hybris werden könnte.

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