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Gerade Kirchen sind in der Pflicht. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

Essen (ots) - Es ist ein Riesenprojekt, gesellschaftlich und politisch gewollt, von Familien herbeigesehnt, von Sozialexperten radikal gefordert: Der Ausbau der Kleinkind-Betreuung ist in vollem Gang.

Nicht schnell genug kann und darf es gehen, um für 32 Prozent aller Kinder zwischen einem und drei Jahren einen Platz in einer Kita bereit zu stellen. Ob das überhaupt reicht, wenn 2013 und somit in gut einem Jahr der Rechtsanspruch auf den Krippenplatz greift, bezweifeln Experten bereits jetzt.

Die Finanzierung dieses ehrgeizigen Vorhabens ist allerdings extrem schwierig. In vielen Kommunen vollzieht sich der Ausbau zu Lasten der drei- bis sechsjährigen Kindergartenkinder. Plätze werden irgendwie auf die Schnelle geschaffen - mit einem Wickeltisch, einer Schlafgelegenheit und einer sogenannten Teilzeit-Ergänzungskraft. Doch auch der Ausbau mit diesem halbherzigen Qualitätsanspruch kostet Bund, Land, freie Träger und Kommunen Unsummen.

Der Kita-Ausbau ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gerade die Kirchen müssten diesem Projekt aufgrund ihrer großen Verantwortung Vorrang vor anderen Vorhaben einräumen. Die Drohung jedenfalls, ausgerechnet Hunderte von Kitas schließen zu wollen und aus dem Ausbauprogramm auszusteigen, macht misstrauisch und wirkt wie ein politischer Erpressungsversuch.

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