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Iran am Pranger. Kommentar von Dirk Hautkapp

Essen (ots) - Welchen Vorteil hätte der international geächtete Iran davon, wenn von ihm bezahlte mexikanische Drogenkartell-Killer auf amerikanischem Boden einen saudischen Top-Diplomaten in die Luft jagen? Die Antwort ist selbst bei Abwägung der verschrobensten Theorien einfach: keinen.

Im Gegenteil. Teheran hätte seinen Erzfeinden Saudi-Arabien und USA jeden Hebel in die Hand gegeben, brutal darauf zu reagieren; auch militärisch. Kein Vergleich zu den Drohungen, die Washington ausstößt, seit es den atemberaubenden Plan durchkreuzt haben will. Was nicht heißen muss, dass die Geschichte für die Öffentlichkeit völlig zurechtgebogen ist. Es kann sehr wohl sein, dass sich Kräfte im Sicherheitsapparat der Mullahs verselbstständigt haben. Dass die Führung Irans den Plan billigte, ist dagegen fragwürdig. Es klingt zynisch: Aber der Iran hat in der Vergangenheit versiertere Spezialisten auf verdeckte Todeskommandos geschickt als einen halbseidenen Autoverkäufer.

Für die politische Wetterlage ist das unerheblich. Washington wird den nach der Atombombe greifenden Iran weiter isolieren. Das Schmuddelkind muss wieder in der Ecke stehen.

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