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Unter Strom. Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Es musste so kommen, eine Frage der Zeit. Es ist so weit, meldet die FDP. Frank Schäffler hat deutlich mehr als die nötigen 3250 Unterschriften für einen Mitgliederentscheid. Das Thema Euro hat großes Erregungspotenzial. Außerdem spielen die Zeit und die täglichen Nachrichten aus Griechenland den Skeptikern in die Hand. Wenn die Basis es wissen will, wird die Demokratie spannend und urig. Für Angela Merkel tritt indes ein, was sie so hasst: Die Politik wird unkontrollierbar.

Im Fall des Falles könnte die FDP-Spitze schlecht das Votum ihrer Basis ignorieren, und die Kanzlerin wiederum müsste ihre liberalen Minister aus dem Kabinett werfen, wenn sie ihr bei einer wichtigen Entscheidung von der Fahne gehen. Diesem Entscheid wohnt nur eine Logik inne. Die Logik des Scheiterns. Nun ist FDP-Chef Philipp Rösler gefordert. Er braucht Hilfe. Allein wird er nicht die Liberalen dazu bringen, Ja und Amen zum Rettungsschirm ESM zu sagen. Der Bundestag dürfte im Januar 2012 darüber entscheiden. Bis dahin steht die Koalition unter Strom und die FDP vor einer Zerreißprobe. Dabei gibt es bei ihr nicht mehr viel zu zerreißen.

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