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Freuen, so lange es geht - Kommentar von Tobias Bolsmann

Essen (ots) - Man reibt sich verwundert die Augen: Die Welt taumelt durch eine nicht enden wollende Finanzkrise, ein Schuldenrekord jagt den nächsten, doch der deutsche Arbeitsmarkt meldet ganz andere Rekorde. Die Zahl der Arbeitslosen ist in der offiziellen Statistik auf den tiefsten Stand seit 1991 gesunken. In Coesfeld sogar auf die Quote von 3,6 Prozent, bei der Experten von Vollbeschäftigung sprechen. Offenbar existiert eine dicke Diskrepanz zwischen gefühlten Konjunkturängsten und der Realität. Denn die Lage am Arbeitsmarkt gestaltet sich wohl auch 2012 stabil. Lediglich ein strenger Winter könnte die Drei-Millionen-Marke wieder in Sicht bringen. Vielleicht sollte man sich über diesen Zustand freuen, solange es ihn gibt. Denn die Stabilität könnte trügerisch sein. Auch 2008 erwischte der Finanzcrash die Realwirtschaft mit ein wenig Verzögerung. Dieses Risiko besteht auch diesmal. Die Schuldenkrise ist ja längst nicht erledigt. Allerdings besteht bei diesem unheilvollen Szenario auch die Chance, dass sich Deutschland genau so schnell erholt wie bei der letzten Krise.

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