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Nutzer schützen - Kommentar von Gregor Boldt

Essen (ots) - Facebook sammelt Daten. Das ist keine Überraschung. Schließlich finanziert sich das soziale Netzwerk wie fast alles im Internet über Werbung. Kundendaten sind in dem Geschäft das Wertvollste, was es gibt. Über die Methoden der Datensammler und -händler muss jedoch diskutiert werden. Die Klage gegen Facebook zeigt dabei, dass weite Teile der Gesellschaft die Annehmlichkeiten des Internets zwar genießen, sich mit den daraus resultierenden Folgen aber weniger befassen. Wer online einkauft, flirtet oder per Handy das nächstgelegene Restaurant sucht, hinterlässt Spuren. Teils freiwillig, teils unbewusst. Die Unwissenheit der unbedarften Masse nutzen einige Wenige aus, die sich im Internet auskennen. Der Staat muss endlich Kompetenzen entwickeln, um seine Bürger zu beschützen, ohne das Internet zu sehr zu regulieren. Ein Anfang wäre, sich über internationale Datenschutzrichtlinien zu einigen und Nutzerrechte zu stärken. Zum Beispiel, indem Anbieter zu leicht verständlichen Geschäftsbedingungen verpflichtet werden, die jeder Nutzer akzeptieren muss. Die AGBs von Facebook sind kleingedruckt und 12 DIN-A-Seiten lang - länger als die Verfassung der USA.

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