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Ganz schön teures Foto-Shooting - Kommentar von Sven Frohwein

Essen (ots) - Vor zwei, drei Jahren verschickten die ersten Kassen bereits Briefe. Ihre Versicherten sollten doch schon mal vorsichtshalber ein Lichtbild einschicken, immerhin plane man kurzfristig die Einführung der neuen Gesundheitskarte. Jetzt, mit ordentlicher Verspätung, soll sie wirklich an die Kunden ausgeliefert werden. Doch von den ursprünglichen Planungen ist nicht viel geblieben. Alles kann, nichts muss: Nach diesem Prinzip haben die Verantwortlichen den Leistungskatalog dieses Hunderte Millionen Euro verschlingenden Stücks Plastik zusammengestrichen. Eine elektronische Krankenakte sollte auf der Karte gespeichert werden, ein Organspendeausweis, sogar das elektronische Rezept sollte auf dem kleinen goldfarbenen Chip Platz finden. Die Einführung des E-Rezepts erwies sich bislang als zu kompliziert, von Organspendepässen will die Mehrheit der Bevölkerung nichts wissen, und die E-Patientenakte scheiterte bislang ebenfalls an der Computertechnik in den Praxen. Also was hat die Gesundheitskarte der Kassenkarte jetzt voraus? Das Lichtbild. Ganz schön teuer für ein schlichtes Foto-Shooting.

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