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Pfeifen im Wald - Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Griechenlands Premier Papandreou gibt den Obama: "Yes, we can." Und sein Finanzminister Venizelos verkündet trotzig, die Finanzen des Landes seien "völlig unter Kontrolle". Klingt gut - hätte man nicht den nachhaltigen Verdacht, dass da lediglich jemand im stockdunklen Wald pfeift. Denn die Realität ist, dass Athen ohne den permanenten Finanzfluss aus Brüssel längst am Ende wäre: Fällige Rechnungen bleiben liegen, Steuererstattungen werden nicht überwiesen, es reicht gerade noch für Gehälter und Renten. Gleichzeitig reiht sich im Land Streik an Streik, die Unzufriedenheit und die Wut der Griechen wachsen. Insgesamt ein explosives Gemisch. Die mutigen Worte Papandreous in Ehren: Aber es verstärkt sich der Eindruck, dass das Land mit der Bewältigung der Finanz- und Schuldenkrise hoffnungslos überfordert ist - und dass die Hilfen der Euro-Partner nicht mehr sind als eine Nothilfe, um die Symptome der Misere zu lindern, die aber an der eigentlichen Ursache nichts ändern. Deshalb darf die Radikaltherapie kein Tabu sein: Es zeichnet sich immer mehr ab, dass ein Ausscheiden Athens aus der Euro-Zone für alle Seiten die beste Lösung wäre.

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