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Hoeneß auf dem Unrechtsweg - Kommentar von Frank Lamers

Essen (ots) - Wärme verbreiten die vulkanischen Ausbrüche von Uli Hoeneß immer nur im Nahbereich. Wer zum Fußballprunkstück FC Bayern gehört, der steht unter dem persönlichen Schutz des Vereinsfürsten. Wer nicht dazu gehört, dem kann passieren, was Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch gerade passiert ist. Ein Überfall mit mächtigen Worten. Aber was kann Steinkraus-Koch eigentlich vorgeworfen werden? Der Staatsanwalt hat den Bayern-Spieler Breno verhaften lassen, weil er ihn der schweren Brandstiftung verdächtigt. Das darf er im Rechtsstaat. Das erlaubt ihm sein Amt. Und dass es sich beim Verdächtigen um einen einigermaßen bekannten Fußballer handelt, der in einer Villa in Münchens noblem Grünwald lebte, sollte für seine Entscheidungen so wenig von Bedeutung sein wie der Hoeneß-Ausbruch. Der offenbart ja auch nur, dass im Profifußball sogar unter der Führung von Uli Hoeneß sehr unregelmäßig sozial aufgewärmt wird. "Verdunkelungsgefahr" könne für Breno gar nicht angenommen werden, hat der Bayern-Präsident gerufen. Begründung: "Der kann gar kein Deutsch." Was bedeutet: Dieser 21-Jährige wurde vor bereits vier Jahren aus Brasilien in die Isolation transferiert. Wäre er funktionstüchtiger, wäre er weniger häufig verletzt gewesen, hätte man sich aber sicher schon vor seiner Inhaftierung ein bisschen besser um ihn gekümmert.

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