International Association for the Study of Pain

International Association for the Study of Pain (IASP) verkündet das "Global Year Against Pain in Women"

    Seattle (ots/PRNewswire) -

    - Die 'Real Women, Real Pain'("Wirkliche Frauen, wirkliche Schmerzen)"-Kampagne wirft ein Schlaglicht auf das Leid von Frauen in aller Welt, das durch die Unterschiede bei der Erkennung und Behandlung von Schmerzen bedingt wird.

    Heute erklärte die International Association for the Study of Pain (IASP) das Jahr 2008 zum "Global Year Against Pain in Women" (weltweites Jahr gegen Schmerz bei Frauen), um auf die bedeutenden Auswirkungen chronischer Schmerzen auf Frauen und die Notwendigkeit einer effektiveren Gesundheitsversorgung in diesem Bereich aufmerksam zu machen. Mangelndes Bewusstsein für die besonderen Schmerzprobleme bei Frauen sowie Geschlechtsunterschiede bei Behandlung und Forschung tragen zum Leid von Millionen von Frauen bei.

    "Frauen sind stärker als Männer von chronischen Schmerzen betroffen, aber leider sind ihre Chancen behandelt zu werden geringer als bei Männern, da verschiedene kulturelle, ökonomische und politische Barrieren existieren", so Troels S. Jensen, MD, President der IASP, Professor für Experimentelle und Klinische Schmerzforschung, Universität Aarhus, Aarhus, Dänemark. "Die IASP hofft, diesen Frauen Gehör verschaffen zu können, indem sie die Aufmerksamkeit auf dieses weltweite Problem lenkt und damit einen ersten Schritt zum Abbau der Schmerzen und des Leids von Frauen auf der ganzen Welt unternimmt."

    Wirkliche Frauen, wirkliche Schmerzen

    Studien haben gezeigt, dass Frauen im Allgemeinen mehr wiederkehrende Schmerzen, mehr starke Schmerzen und länger anhaltende Schmerzen als Männer erleiden. Zu den chronischen Schmerzzuständen, die Frauen häufiger als Männer betreffen, gehören Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom (IBS), rheumatoide Arthritis, Arthrose, chronische Beckenschmerzen, Kiefergelenksbeschwerden (TMJ) und Migräne.

    Frauen scheinen Schmerzen anders als Männer zu erleben, allerdings ist der Grund dafür noch unklar. Man nimmt an, dass dieser Unterschied auf eine Vielzahl von biologischen Gründen zurückzuführen ist, darunter genetische, hormonelle und pharmakologische Faktoren/Einflüsse. Zusätzlich spielen psychosoziale und kulturelle Krankheitsfaktoren/-Einflüsse eine wichtige Rolle bei der Schmerzwahrnehmung von Frauen.

    Die Sache in Angriff nehmen

    Im Laufe des nächsten Jahres wird die 'Real Women, Real Pain'-Kampagne die Öffentlichkeit, Ärzte und Therapeuten sowie staatliche Führungskräfte/Behörden über die zu seltene Diagnosestellung und den Mangel an adäquater Behandlung von chronischen Schmerzen bei Frauen informieren. Dies wird dazu beitragen, dass

    - das Bewusstsein für Schmerzzustände, die hauptsächlich Frauen betreffen, geschärft wird, und Frauen und Ärzte die Symptome eher erkennen.

    - das Bewusstsein für Unterschiede zwischen Schmerzproblemen bei Frauen und Männern geschärft wird.

    - Frauen in die Lage versetzt werden, für sich selbst und andere zu einzutreten, indem sie darauf bestehen, dass ihre Schmerzen real sind, und sie sich in eine adäquate Behandlung begeben.

    - die frauenspezifische Forschung zunimmt.

    - die Entwicklung von neuen frauenspezifischen Behandlungsoptionen gefördert wird.

    Um diese Ziele umzusetzen, wird die IASP einige nationale und lokal Aktivitäten zusammen mit ihren 69 lokalen Gruppen weltweit ins Leben rufen. Eine Sonderausgabe des IASP-Fachzeitschrift "Pain" wird dem Thema "Schmerz bei Frauen" gewidmet sein und im November 2007 erscheinen. Auf der IASP-Website werden auch Informationen zur Kampagne zu finden sein, darunter auch Initiativen von lokalen IASP-Gruppen.

    Geschlechterungleichheit in der Gesundheitsversorgung

    Gewisse Schmerzzustände, die allgemein Frauen häufiger betreffen, finden nicht die nötige Beachtung, da in der Vergangenheit die medizinische Forschung sehr stark auf männliche Populationen und auf Krankheitsbilder, die Männer betreffen, ausgerichtet war. Als Folge dieses auf Männer zentrierten Forschungsansatzes werden Frauen weiterhin auf Grundlage von Studien behandelt, bei denen sie möglicherweise nicht angemessen repräsentiert waren.

    Der Zugang zu Gesundheitsdiensten, insbesondere in von Armut betroffenen Gegenden der Dritten Welt, kann eine Barriere für Frauen, die Hilfe wegen Schmerzen suchen, darstellen.

    Auch kulturelle Faktoren beeinflussen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau medizinische Hilfe im Krankheitsfall, einschliesslich Schmerzen, in Anspruch nimmt. So glauben Frauen in vielen Kulturen, dass ihr Leiden zu ihrer Rolle in der Gesellschaft gehört. Zusätzlich kann die Therapie durch einen männlichen Behandler für die Familie der Frau Schande bringen, so dass die Frau gezwungen ist, auf eine Behandlung zu verzichten.

    Frauen kann es auch passieren, dass Ärzte bezweifeln, ob ihre Patientin wirklich Schmerzen hat.

    "Um eine Veränderung auf der ganzen Welt zu fördern, müssen wir das Bewusstsein für Schmerzsyndrome, die hauptsächlich Frauen betreffen, schärfen, die Forschungsanstrengungen im Bereich dieser Krankheitsbilder und effektiver Behandlungsoptionen steigern und den Zugang zu den nötigen Therapien verbessern", so Beverly Collett, MBBS, FRCA, IASP Council Member und Konsiliararzt für Schmerzmedizin am Leicester Royal Infirmary-Krankenhaus in Grossbritannien.

    Die IASP möchte die Rolle der Pfizer Inc als ein Sponsor des "Global Year Against Pain in Women" hier würdigend erwähnen und dem Unternehmen für seine Unterstützung danken, die es zur Förderung der Wissensvermittlung zu diesem wichtigen Thema beigetragen hat.

    Weitere Informationen zu dem "Global Year Against Pain in Women" und zu bevorstehenden Initiativen in aller Welt finden Sie unter http://www.iasp-pain.org.

    Informationen zur IASP

    Die International Association for the Study of Pain(R) (IASP) ist das führende Fachforum für Wissenschaft, Praxis und Weiterbildung im Gebiet Schmerz. Die IASP hat über 6.900 Mitglieder in 106 Ländern, 69 nationale Gruppen (Chapters)und 14 Special-Interest-Gruppen (SIGs). Die IASP wurde 1973 gegründet und wird von einem internationalen Council (Rat) geführt, der sich aus Officers und Councillors, die von den Mitgliedern des Fachverbands gewählt werden, zusammensetzt.

    Die IASP sponsert Forschungssymposien zu speziellen Schmerzthemen und fördert die internationale Schmerzforschung durch Stipendien, Preise und Fellowships. Im Rahmen seines Developing Countries Project vergibt die IASP Stipendien an Ärzte in Entwicklungsländern, um die Aus- und Weiterbildung im Gebiet Schmerz zu fördern. Jedes Jahr veranstaltet die IASP den "Global Day Against Pain" (Weltschmerztag)und das "Global Year Against Pain", um die verschiedenen Aspekte des Phänomens Schmerz stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Der Hauptsitz der IASP ist in Seattle, Washington, USA.

ots Originaltext: International Association for the Study of Pain
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