Dr Paul Cockwell

Verbesserungen in der langfristigen Überlebenszeit von Nierentransplantaten reduzieren den Bedarf an Dialysen oder erneuter Transplantation

    Prag (ots/PRNewswire) -

    - Innovatives Modell belegt die deutlichen Kostenvorteile des langfristigen Schutzes von Transplantaten

    Pflege- und Vorsorgestrategien, die Wert auf optimalen langfristigen Schutz von bereits implantierten Nieren legen, sind äusserst kostenwirksam und können die Anzahl der Patienten reduzieren, die auf Dialysen oder erneute Transplantationen angewiesen sind. Zu diesem Ergebnis kam ein innovatives, neues Gesundheitspflegemodell für Transplantationen, das heute erstmals beim 13. Kongress der European Society for Organ Transplantation (ESOT) in Prag (Tschechische Republik) vorgestellt wurde.(1)

    Das Transplantationsteam des University Hospital Birmingham hat dabei die Daten von 15.229 Empfängern von Nierentransplantaten analysiert, die in der britischen Datenbank für Transplantationen erfasst und im Verlauf von 10 Jahren in einem Erfolgsregister verfolgt wurden. Im Mittelpunkt der Analyse standen die Effekte, die sich Jahr um Jahr durch die Verbesserung der Überlebenszeit von Nierentransplantaten ergaben. Insbesondere wurde untersucht, wie sich dieser Trend auf den Bedarf an Dialysen und Nierentransplantaten auswirkte und wie sich diese Verbesserung in den Kosten bemerkbar machte.

    Die britischen Forscher, die das Modell entwickelt haben, analysierten die Daten von über 15.000 Empfängern von Nierentransplantaten über einen Zeitraum von 10 Jahren. Dabei konnte eine signifikante Korrelation zwischen der langfristigen Überlebenszeit des Implantats und des Bedarfs an "Not"-Dialysen oder erneuten Transplantationen festgestellt werden.

    Die Überlebensfähigkeit von Nierentransplantaten nach 10 Jahren hat sich zwischen 1985 und 1995 von 53,1 % auf 63,7 % verbessert.

    Die Kosten für die Behandlung eines Patienten mit einem funktionsfähigen Nierenimplantat sind deutlich niedriger als bei einem Patienten mit Dialysebedarf. Diese Erfolgsverbesserung drückt sich in kumulativen Kostenvorteilen aus. Aufgrund der Verbesserungen in der langfristigen Erfolgsrate von Nierentransplantationen in den zehn Jahren zwischen 1985 und 1995 ergaben sich damit für Grossbritannien offensichtliche Kosteneinsparungen in Höhe von über 70 Millionen Euro/Jahr. Wenn sekundäre Kostenfaktoren mitberücksichtigt werden, belaufen sich die Kosteneinsparungen auf möglicherweise mehr als 125 Millionen Euro/Jahr. Die Forscher gehen davon aus, dass sich diese Ergebnisse auch auf andere europäische Länder anwenden lassen.

    Wenn die Daten für Europa generalisiert werden, ergibt sich folgendes Bild:(2)

    - Eine 1%ige Verbesserung in der Überlebenszeit von Implantaten führt im Verlauf von zehn Jahren dazu, dass europaweit 1910 Patienten ohne Dialyse auskommen

    - Eine 1%ige Verbesserung in der Überlebenszeit von Implantaten führt im Verlauf desselben Zeitraums dazu, dass europaweit bei 950 Patienten auf eine erneute Transplantation verzichtet werden kann

    - In heutigen Preisen wirkt sich jede 1%ige Verbesserung in der Überlebenszeit von Transplantaten europaweit in kumulativen Kosteneinsparungen von 149.760.230 Euro pro Jahr aus

    Dr. Paul Cockwell, Nephrologiefacharzt in Birmingham und Forschungsleiter der Studie, kommentierte: "Diese Daten zeigen, dass Verbesserungen im Erhalt von bereits implantierten Nieren dazu führen, dass mehr Transplantationsorgane für Patienten verfügbar sind, die auf ihr erstes Implantat warten. Die Kostenvorteile von Nierentransplantationen liegen klar auf der Hand, und Transplantationsprogramme müssen mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden, um die langfristigen Erfolge weiter zu verbessern. Letzten Endes profitieren davon die Patienten, und wir sehen darin ein hervorragendes Beispiel dafür, wie "Investitionen zu Kosteneinsparungen" führen können."

    Literaturnachweis

    (1) Cockwell P et al. The impact of kidney transplant outcomes on end-stage renal failure programmes. Vortrag, präsentiert beim 13. Kongress der European Society for Organ Transplantation (ESOT), Prag, Tschechische Republik.

    (2) World Gazetteer. Europäische Populationsstatistiken, 2007. Verfügbar unter: http://www.world-gazetteer.com/wg.php?x=&men=gpro&ln g=en&dat=32&geo=-4&srt=npan&col=aohdq.  Laut Stand vom 20. September 2007.

ots Originaltext: Dr Paul Cockwell
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