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Tourismus Community Austria: Mobilität im Tourismus "Der Kunde entscheidet" - VIDEO

Expertenrunde diskutierte im Rahmen der ersten Tourismus Community Austria (TCA)-Veranstaltung am 24. Mai 2011 in Wien innovative Mobilitätslösungen für den Tourismus.

Wien (ots) - Unter dem Motto "Gäste-Mobilität statt Fremden-Verkehr" führte Moderator Thomas Karabaczek, Wirtschaftsressortleiter der APA, die Diskussion der ersten Veranstaltung der TCA am 24. Mai 2011 in der Aula der Wissenschaften in Wien. Am Podium diskutierten Josef Peterleithner, Konzernsprecher der TUI Austria, Martin Paweletz, Leiter des Informationsmanagements ÖAMTC, Franz Pirker, Head of Mobility Department im Austrian Institute of Technology, Bürgermeister Helmut Wallner, Hinterstoder (Mitglied der touristischen Angebotsgruppe Alpine Pearls) und Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Vorstandsmitglied der Verbund AG.

Intelligente Wahl der Verkehrsmittel

"Die großen Investitionen werden derzeit in Asien getätigt, da ist man bereits viel weiter als nur bei einer Vision", eröffnete Franz Pirker die Diskussion, "aber wenn ich heute alle Autos durch Elektromobile ersetze, stehen wir morgen genauso im Stau. Es geht heute insgesamt um zukunftsgerichtete Mobilitätslösungen und die zentrale Frage, wie man morgen optimal von A nach B kommt." Pirker skizzierte anhand von Projekten wie Car Sharing oder Verkehrstelematik verschiedene technologische und logistische Ansätze, um die Mobilität auf Österreichs Straßen flüssig zu halten. Josef Peterleithner wies in seinem Eingangsstatement auf die enge Verbindung zwischen Reisen, Mobilität und Umwelt hin: "Der Gast reist öfter und kürzer, das zieht eine höhere Belastung der Umwelt nach sich." Der Konsument, so das Fazit des Reiseexperten, sei aber noch nicht bereit, für umweltbewusstes Reisen mehr zu bezahlen. Dementsprechende Angebote seien zwar besser gebucht als andere, wären aber auch nicht teurer. Die Frage der Nachhaltigkeit im Tourismus ist derzeit noch nachrangig, so Peterleithner. Aktionen wie etwa "Mit dem Zug zu Flug" würden im Reisemarkt noch keine entsprechende Resonanz finden und von Kunden nur spärlich in Anspruch genommen.

"Nicht das Auto alleine sondern die intelligente Wahl der Verkehrsmittel bestimmt die Mobilität der Zukunft", so Martin Paweletz vom ÖAMTC. Beobachtungen würden belegen, dass Verkehrsprobleme immer dann entstehen, wenn der Transitverkehr mit dem Reiseverkehr, mit Wetterereignissen und Unfällen zusammentrifft. "Wir wissen aber auch, dass das viele Reisende gar nicht stört", so Paweletz, "denn für diese stehen Preis-Leistungsverhältnis und Bequemlichkeit ganz oben auf der Prioritätenliste. Da ist der eigene PKW derzeit noch konkurrenzlos. "Paweletz wies aber auch auf Fernreisen und die damit verbundenen Mobilitätslösungen, oft eine Kombination aus Taxi, Flugzeug und Bus, hin: "Das funktioniert, weil der Gast genau weiß, was ihn erwartet. Und an diesem Punkt müssen wir insgesamt in der Urlaubsmobilität ansetzen, an der Informationssicherheit für die Reisenden."

Helmut Wallner ging zunächst auf die Angebotsgruppe Alpine Pearls ein, ein Zusammenschluss von mehr als 20 Gemeinden in insgesamt sechs Alpenländern, der sich das Thema Mobilität zum Schwerpunkt gesetzt hat. "Der Gast muss möglichst einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und sich vor Ort auch ohne eigenen PKW bewegen können", skizzierte Wallner ein wesentliches Ziel von Alpine Pearls. Bei den lokalen und regionalen Mobilitätslösungen würden neben den Einheimischen auch die Gäste profitieren. Wallner wies allerdings auch darauf hin, dass Mobilitätslösungen Kosten verursachen, die nicht nur von der öffentlichen Hand getragen werden können: "Wir vertreten hier die Ansicht, dass ein kleiner Obolus für die Qualität der Mobilitätslösungen wichtig und richtig ist."

Schlüsselfrage Finanzierung

In der anschließenden Diskussion bezog Moderator Thomas Karabaczek auch das Publikum mit ein. Gernot Memmer von Kohl & Partner unterstrich die Bedeutung von Gäste-Cards mit inkludierten Mobilitätslösungen und nannte das Projekt KONUS Card im Schwarzwald als Best Practice Beispiel. Helmut Wallner bestätigte die Notwendigkeit von solchen Angeboten im Tourismus, stellte aber fest, dass die Verhandlungen mit den Kooperationspartnern vor Ort, nicht zuletzt wegen der Finanzierung, eine große Herausforderung für die Zukunft darstellen. Manfred Kohl von Kohl & Partner fügte ergänzend hinzu, dass es in der Destinationsentwicklung nicht selten an der Kooperationsbereitschaft der Verkehrsträger vor Ort scheitere. Auf die Frage, inwieweit die Urlaubsgäste bereit seien, für Mobilitätslösungen mehr zu bezahlen, antwortete Josef Peterleithner, dass die Gäste nicht unbedingt alles billiger haben wollen: "Es stellt sich aber die Frage, ob die Reisenden für nachhaltige Lösungen tatsächlich mehr bezahlen würden. Unserer Erfahrung nach ist das derzeit noch die Minderheit." Vor allem bei kürzeren Anreisen wird das Auto heute noch als das beste Verkehrsmittel empfunden, so Martin Paweletz. Deshalb sei es aus seiner Sicht wichtig, dass Modellregionen im Tourismus alternative Mobilitätslösungen anbieten, um den Reisenden während des Urlaubs ein Gefühl für diese neuen Formen der Mobilität zu ermöglichen - Erfahrungen, die der Gast später vielleicht auch im Alltag umsetzt.

Eine Gegenüberstellung von öffentlichem versus Individualverkehr ist für die Mobilitätsdiskussion nicht zielführend, so Franz Pirker, es müsse immer eine Kombination aus beidem geben. "Der Kunde entscheidet, welche Kombination für ihn die schnellste und die beste ist. Für die Anbieter sind Anbindungs- und Logistikfragen von Bedeutung." Es sei auch nicht immer der Nutzer schuld, der Angebote nicht annimmt - oft gebe es diese Angebote nicht oder nicht in ausreichender Form.

Auf die Bedeutung von Informationssystemen im Zusammenhang mit öffentlichen Verkehrsmitteln wies Rainer Ribing, Geschäftsführer der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKÖ hin. "Wir sind jetzt soweit, dass wir die Park- und Ridestationen zusammen mit der Routenplanung anzeigen können. Aber bei der Reisezeitberechnung sind wir noch weit davon entfernt, dass verkehrsrelevante Daten frei und ohne Barrieren allen Anbietern zur Verfügung stehen", ergänzte Martin Paweletz vom ÖAMTC zu diesem Thema.

"Wenn es uns in Österreich gelingt, eine Destination aufzubauen, die voll hinter dem Gedanken der Nachhaltigkeit bei Mobilitätslösungen steht, dann könnten wir europaweit einen interessanten Benchmark im Tourismus setzen", meldete sich Gerhard Walter von VERBUND Tourismus zu Wort. Seiner Meinung nach wäre beim Konsumenten durchaus eine wachsende Bereitschaft vorhanden, für nachhaltige Produkte auch mehr Geld zu bezahlen.

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TPT0005 2011-05-30/13:58



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