AmVac AG

Neue Möglichkeiten im Kampf gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Zug (ots) - Lizenzerweiterung im Vertrag zwischen AmVac AG und dem Helmholtz- Zentrum für den Wirkverstärker Malp-2 bietet nachhaltiges Potenzial für Patienten, behandelnde Ärzte sowie für die Forschung in Pharmazie und Medizin.

Meilenstein dank Lizenzerweiterung

Im November 2014 konnte die Lizenz für den Wirkverstärker Malp-2 ausgeweitet werden. Neu kann dieser für sämtliche vorbeugenden und therapeutischen Anwendungen eingesetzt werden. Zum Beispiel auch bei Krebserkrankungen, insbesondere bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Damit geht die Erfolgsstory von Malp-2 in die nächste Runde. Bisher wurde der sogenannte Adjuvant in der vorklinischen Phase mit verschiedenen Impfstoffen kombiniert. So konnte die Dosis des Impfstoffes reduziert und gleichzeitig dessen Wirksamkeit erhöht werden.

Es kommt zu einer dreifachen Win-Situation: Der Geimpfte profitiert von einem doppelten Vorteil, und der Hersteller spart deutlich bei den Kosten. Und AmVac kann dank der nun abgeschlossenen exklusiven Lizenzvereinbarung mit dem Helmholtz- Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig (D) den Anwendungsbereich von Malp-2 deutlich ausdehnen. Im Vordergrund steht dabei die Behandlung bestimmter Krebserkrankungen wie dem Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom). Hier bietet das Arzneimittel vielversprechende Möglichkeiten. Dabei kann Malp-2 zusammen mit andern Arzneimitteln oder isoliert eingesetzt werden.

Studie zeigt: Malp-2 kann Leben von Krebspatienten verlängern

Bereits 2007 zeigte eine am Universitätsklinikum Heidelberg durchgeführte Studie, dass Malp-2 neue Möglichkeiten eröffnet. Diese Studie war primär darauf ausgelegt, eine sichere Anwendung von Malp-2 bei Pankreaskarzinompatienten nachzuweisen und, sekundär, erste Hinweise auf die Wirksamkeit gegen den Krebs zu belegen. Es konnte gezeigt werden, dass sich Malp-2 sicher im Menschen einsetzen lässt und zu einer deutlichen Verlängerung der Überlebenszeit führt. Erste Hinweise deuten auf eine effiziente Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte hin, die sich gegen das Krebsgewebe richtet. Ein Vorgang, den der Krebs normal aktiv unterdrückt.

Ausführliche Informationen zu Malp-2 und den Anwendungen finden Sie auch auf der Homepage von Professor Peter Mühlradt: http://malp-research.de/index.html.

Der nächste Entwicklungsschritt ist eine Klinische Phase II- Studie. Dabei geht es um die genaue Erfassung der Wirksamkeit in Abhängigkeit der Dosis, sowie der weiteren Aufklärung zur Wirkungsweise von Malp-2 gegen den Krebs. Mit der Lizenzerweiterung dürfte darüber hinaus das Potenzial der AmVac AG erheblich zunehmen. "Mit den vielfältigen Möglichkeiten können wir unsere Pipeline wesentlich stärken und das Anwendungsspektrum massgeblich verbreitern", betont Melinda Karpati, Geschäftsführerin von AmVac. Als positives Zeichen zu werten ist zudem die Tatsache, dass das Helmholtz-Institut im Rahmen der Lizenzvereinbarung die bisher gehaltenen Anteile an AmVac aufstocken will.

Hartnäckiger Tumor

Das Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) mit seinen Varianten zählt zu den häufigsten bösartigen Tumoren. Als Adenokarzinom bezeichnet man bösartige Tumore, die aus Drüsengewebe hervorgehen. Die Anzahl der Neuerkrankungen liegt pro Jahr bei 18 auf 100 000 Menschen. Es handelt sich dabei um den dritthäufigsten Tumor des Verdauungstraktes. Unter den Krebserkrankungen in Deutschland steht das Pankreaskarzinom mit etwa 3 Prozent bei Männern an der neunten, bei Frauen an siebter Stelle. Jährlich erkranken in der Schweiz rund 1100 Personen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das entspricht ebenfalls etwa 3 Prozent aller Krebserkrankungen. Besonders auffällig dabei ist die hohe Sterblichkeitsrate: in Europa liegt diese Krebsart je nach Land auf Platz 4 bis 7.

Was ist Malp-2?

Bei Malp-2 handelt es sich um ein so genanntes prospektives Arzneimittel. Es ist ein kleines Molekül, das aus einem Lipid- und einem Peptidteil besteht. Die Malp-2-Aktivität wurde durch Zufall in Zellkulturen entdeckt, die mit Mykoplasmen verunreinigt waren. Mykoplasmen sind sehr kleine Bakterien, die früher mit Viren verwechselt wurden, da sie durch Bakterienfilter nicht zurückgehalten werden.

Und so wirkt Malp-2: Es gibt ein "angeborenes" und ein "lernfähiges" Immunsystem mit einem Gedächtnis für beispielsweise überstandene Krankheiten. Das angeborene Immunsystem besteht unter anderem aus Fresszellen, darunter Makrophagen. Das lernfähige Immunsystem besteht aus anderen weissen Blutkörperchen, den Lymphozyten. Makrophagen und dendritische Zellen (diese überwachen das Immunsystem) arbeiten durch Botenstoffe und Zellkontakte mit Lymphozyten zusammen. Bei Mäusen verstärkte Malp-2 die Antikörperbildung. Auch beschleunigte Malp-2 das Schliessen chronischer Wunden bei übergewichtigen Mäusen. Diese Tiere entwickeln Diabetes. Ihre Wunden heilen ähnlich schlecht wie jene von zuckerkranken Menschen. Weiter wurde Malp-2 während der Operation bei Menschen in Tumore injiziert, die inoperabel waren. So konnte das Überleben von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs verlängert werden.

Über AmVac

AmVac AG ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das innovative Impfstoffe entwickelt und vermarktet. Hauptsitz ist Zug in der Schweiz, Forschungslabors befinden sich in Deutschland und Italien, eine Produktionsstätte in Ungarn. Die international aufgestellte Firma kann so auf das Knowhow von in ihrem Gebiet führenden europäischen Experten zurückgreifen.

Das Portfolio umfasst derzeit fünf Impfstoffkandidaten und drei Plattformtechnologien - Gynevac, Sendai und Malp. Diese werden von einem ungarischen Partner und deutschen Top-Instituten der Helmholtz- und Max-Planck-Gesellschaft lizenziert.

Das führende Produkt von AmVac ist Gynevac. Es ist für ausgewählte Indikationen und Regionen bereits zugelassen und wird derzeit breit zur Behandlung besonders häufiger urogenitaler Erkrankungen weiterentwickelt. Mit seinem unvergleichlich hohen Sicherheitsprofil könnte es erstmals eine wirksame und praktisch nebenwirkungsfreie Therapie oder Prävention bei gutartiger Prostatavergrösserung, bei Entzündung der Prostata, bei bakterieller Scheidenentzündung und bei Trichomonaden-Infektion bieten.

Kontakt:

Marie-Christine Kopkow, 
Verwaltungsratspräsidentin
T: +41 (41) 7253230,
E: kopkow@amvac.eu AmVac AG,
Metallstrasse 4,
6300 Zug, Schweiz
www.amvac.eu


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