Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe

Schweiz. Konferenz für Sozialhilfe SKOS - Jugendarmut: Sozialhilfe, Bildung und Wirtschaft setzen auf Früherkennung

    Zürich/Bern (ots) - Die Wirtschaft floriert - trotzdem sind viele Jugendliche einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS hat die Jugendarmut ins Zentrum ihrer heutigen Mitgliederversammlung in Zürich gestellt. Vertreterinnen und Vertreter aus Sozialhilfe, Wirtschaft und Bildung kündigten Massnahmen zur Früherkennung an.

    Wenn Jugendliche den Anschluss ans Berufsleben verpassen, droht ihnen ein Leben in Abhängigkeit. Die Betroffenen sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt - junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren sind mit einer Quote von knapp vier Prozent in der Sozialhilfe vertreten. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS bleibt deshalb im Kampf gegen die Jugendarmut am Ball. "Wir müssen alles tun, um eine frühe Verrentung der jungen Erwachsenen zu verhindern", so SKOS-Präsident Walter Schmid. An der heutigen Mitgliederversammlung in Zürich referierten deshalb Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, der Bildung und der Sozialhilfe zum Thema. Hans Hollenstein, der neue Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, stellte als Gastgeber gleich zu Beginn klar, dass ihm die soziale Sicherheit ein grosses Anliegen sei. Stadträtin Monika Stocker betonte in ihrer Eingangsrede die Bedeutung einer aktiven Armutsbekämpfung.

    Besonders armutsgefährdet sind Jugendliche, die intellektuell schwach und sozial benachteiligt sind. Um den Betroffenen den Einstieg ins Berufleben zu ermöglichen, müsse man sie früh erfassen können, sagte Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbands, vor den rund 300 anwesenden SKOS-Mitgliedern. Oberstes Ziel sei die Erreichung der "integralen Arbeitsmarktfähigkeit" der Jugendlichen. Daum fordert deshalb, dass der Übergang zwischen Schule und Beruf mittels Coachings verbessert wird. "Damit können fachliche, soziale und persönliche Defizite erkannt und wettgemacht werden", so Thomas Daum.

    Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) arbeitet derzeit an einem Projekt, das in die gleiche Richtung zielt. Mittels Interinstitutioneller Zusammenarbeit (IIZ) sollen sämtliche Kantone für den Kampf gegen die Jugendarmut gewonnen werden, erklärte BBT-Direktorin Ursula Renold. Konkret sollen auf kantonaler Ebene alle involvierten Akteure (z. B. aus den Bereichen Erziehung, Sozialhilfe, Migration) so genannte Case Managements durchführen, um gefährdete Jugendliche beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Damit soll die Quote jener Jugendlicher, die den Einstieg nicht schaffen, von aktuell 9 auf 5 Prozent (bis 2015) reduziert werden.

    Rosanne Waldvogel, Dienstchefin des Sozialdepartements der Stadt Zürich, verwies in diesem Zusammenhang auf die zentrale Bedeutung der Sozialhilfe. "Wir kennen die Kinder von sozial benachteiligten Familien und haben die Möglichkeit, ihre Entwicklung genau zu beobachten und früh zu intervenieren", so Waldvogel. Die Sozialhilfe müsse deshalb im Sinne einer Präventivmassnahme früh intervenieren und massgeschneiderte Coachings anbieten. Nur so könne die Vererbung der Armut wirksam bekämpft werden.

    Zur aktuellen Befindlichkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hörten die anwesenden SKOS-Mitglieder kein Referat, sondern die Songs des bekannten Schweizer Rappers Greis, der seine Sicht der Dinge kundtat.

ots Originaltext: Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS
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Walter Schmid
Präsident der SKOS
Tel.: +41/79/446'41'54



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