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fmCh: Sparen auf dem Buckel der Spezialärztinnen und Spezialärzte

    Zürich (ots) - Die Vollerhebung über die Einkommensverhältnisse der freien Ärzteschaft der Schweiz für die Einkommensjahre 2004 und 2005 bringt es an den Tag. Während die Grundversorger im Schnitt mit einem Einkommenszuwachs von 1% rechnen durften, haben die Spezialisten eine Einbusse von insgesamt -4,7% zu verzeichnen. Bei einzelnen Disziplinen beträgt die Einbusse sogar über 10%.

    Nach wie vor macht die Politik, aber auch das Bundesamt für Gesundheit BAG die Ärzte für den Kostenanstieg im Gesundheitswesen verantwortlich. Es ist deshalb immer wieder das erklärte Ziel vieler Gesundheitspolitiker unseres Landes, die schweizerische Ärzteschaft bezüglich Einkommenssituation an den Pranger zu stellen. Ein Grossteil der parlamentarischen Vorstösse, Motionen und Anpassungen des Gesundheitssystems haben denn auch zum Ziel, die Erwerbsmöglichkeiten der Ärzte zu limitieren oder sogar zu reduzieren.

    Die in der Schweizerischen Ärztezeitung publizierte Studie bringt es nun an den Tag. Während die Teuerung von 2004/2005 insgesamt +1,17% (LIKP) betrug, sank das mittlere Ärzteeinkommen im gleichen Zeitraum um -3.08%, was einen realen Einkommensrückgang von -4.20% ausmacht. Ein so starkes reales Absinken der mittleren Ärzteeinkommen innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Verfügungszeiträumen ist seit 1975/76 auf 1977/78 nie mehr eingetreten. Soweit die Zusammenfassung der wichtigsten Resultate der von der FMH in Auftrag gegebenen Studie.

    Bei genauerem Betrachten der Details findet der interessierte Leser rasch heraus, dass die durchschnittlichen Einkommen bei den Grundversorgern um 1,0% zugenommen, bei den Spezialisten hingegen um -4,7% im Schnitt abgenommen haben. Hinzu kommt die bereits angesprochene Teuerung von +1,17%. Einzelne Disziplinen beklagen gar eine durchschnittliche Einkommensreduktion von über 10% (Allgemeine Chirurgie -9,9%, Orthopädie -8,4%, Urologie -12,8%). Die fmCh als Vertreterin der chirurgisch und invasiv tätigen Ärzteschaft der Schweiz hält deshalb mit Nachdruck fest:

    - Die Ärzte können nicht mehr länger für die Kostenexplosion im Gesundheitswesen verantwortlich gemacht werden. Trotz den rigorosen Massnahmen zur Reduktion der Ärzteeinkommen sind die Kosten im Gesundheitswesen weiter gestiegen.

    - Nur die Spezialisten haben Einkommenseinbussen hinnehmen müssen. Die Grundversorger verzeichnen in der untersuchten Periode eine leichte Einkommenssteigerung.

    - Die Einkommen zwischen Grundversorger und Spezialisten gleichen sich mehr und mehr an. Dies insbesondere auch unter dem Aspekt, dass bei den Grundversorgern bedeutend mehr Ärzte Teilzeit arbeiten als bei Spezialisten.

    Die fmCh und ihre Mitglieder fordern die Politiker auf, das sorgfältig austarierte Verhältnis der Grundleistungen und Spezialleistungen in Tarmed nicht zu verändern. Eine Veränderungen der Leistungen, welche einige hundert Ärzte anwenden, würde den 6'602 Grundversorger keine relevante Verbesserung bringen. Eine weitere Verschlechterung der Situation für chirurgisch und invasiv tätige Ärztinnen und Ärzte ist nicht weiter zu verantworten. Qualität und Sicherheit gegenüber den Patienten muss weiter gewährleistet werden, ein Abbau in diesem Bereich hätte verheerende Folgen für das Schweizerische Gesundheitswesen.

    Die fmCh ist der Dachverband der chirurgisch und invasiv tätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz. Heute gehören der fmCh 16 Fachgesellschaften mit über 5'000 chirurgisch und invasiv tätigen Ärztinnen und Ärzten an.

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