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ISW schlägt Alarm: deutliche Zunahme der FSME-Erkrankungen

    Wien (ots) - FSME hat in den letzten 30 Jahren in Europa an Bedeutung zugenommen. In allen europäischen Ländern mit FSME-Risiko stiegen die Erkrankungsfälle um durchschnittlich 400 Prozent. Die Risikogebiete haben sich ausgedehnt bzw. es wurden neue entdeckt. Die ISW-TBE (International Scientific Working Group on Tick-Borne Encephalitis) fordert europaweite Impf- und Reiseempfehlungen.

    "Das Zurückdrängen der FSME wäre aufgrund der hohen Qualität der heutigen Impfstoffe kein Problem", so Michael Kunze, Institut für Sozialmedizin, Medizinische Universität Wien, anlässlich der ISW-TBE-Tagung in Wien. "Die Durchimpfungsrate ist in vielen Risikogebieten zu gering. Die Ausnahme ist Österreich mit 87 Prozent, in vielen Ländern beträgt sie max. 10 Prozent. Jährlich kommt es zu mehr als 10.000 Neuansteckungen. Österreich ist vorbildlich, aber auch hier gab es 2006 wieder 84 Fälle."

    Die Schweiz registrierte eine Zunahme der Fälle von 58 Prozent (131/2004; 207/ 2005) und eine weitere Steigung um 27 Prozent 2006 (259 Fälle). In Tschechien erhöhten sich die Fälle von 2004 auf 2005 um 28 Prozent, von 2005 zu 2006 um weitere 58 Prozent (500/2004; 642/2005; 1017/2006). Gravierend sind die Veränderungen in Deutschland (274/2004, 431/2005; 535/2006).

    60 Millionen europäische Touristen bereisen jährlich Endemiegebiete

    Die ISW-TBE präsentierte einen Forderungskatalog, um das Bewusstsein für FSME als gesundheitspolitische Herausforderung zu schärfen. An europaweiten FSME-Impf- und Reiseempfehlungen wird gearbeitet. Notwendige Aufklärungsarbeit leistet in Österreich die Selbsthilfegruppe Zeckenopfer. TBE-Experten plädieren, derartige Selbsthilfegruppen auch in anderen betroffenen Gebieten zu etablieren.

    Laut WHO ist FSME eine ernste akute Krankheit, die das zentrale Nervensystem befällt. Bei 35 bis 58 Prozent führt sie zu langfristigen neurologischen Komplikationen, ein bis zwei Prozent sterben. Es gibt kein Medikament, das im Nachhinein schützt. Die einzig sichere Prävention ist die vorbeugende Schutzimpfung.

    Nähere Infos unter www.tick-victims.info und www.isw-tbe.info.

    Rückfragehinweis:     Pressebetreuung ISW-TBE     Dr. Sabine Unterweger/comunicative     Tel.: 43 1 319 14 44     mailto:s.unterweger@comunicative.net


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