Bern (ots) - Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand ausserhalb des Spitals droht der unmittelbare Tod. Eine Herzdruckmassage kann dies verhindern. Evelyne Bürgi aus St. Gallen rettete ihrem Ehemann Arthur dank dieser Lebensrettungstechnik das Leben. Für ihr vorbildliches Verhalten erhält sie den HELP-Lebensrettungspreis 2016 der Schweizerischen Herzstiftung.

In der Schweiz erleiden jährlich rund 8000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Weil nur wenige Laien rasch und korrekt reagieren, sterben ausserhalb des Spitals über 90 Prozent der Betroffenen. Eine sofortige Herzdruckmassage könnte viele vor dem Tod bewahren. Wie im Fall von Evelyne Bürgi aus St. Gallen. Sie fand im Februar des letzten Jahres ihren damals 73-jährigen Ehemann Arthur leblos in seinem Sessel im Wohnzimmer. Dass sie rasch handeln muss, war ihr augenblicklich klar: Sie riss ihn vom Sessel, legte ihn auf den Boden und alarmierte sofort den Notruf 144.

Ein paar einfache Handgriffe

Der Notruf 144 leitete Evelyne Bürgi in der Herzdruckmassage an. Sie öffnete sofort das Hemd und begann 120 mal pro Minute auf die Brustkorbmitte etwa sechs cm tief zu drücken. Hätte sie dies nicht getan, wäre das Notfallteam vergeblich ausgerückt, denn Arthur Bürgi wäre mit grosser Wahrscheinlichkeit verstorben. «Eine Herzdruckmassage ist relativ einfach durchzuführen, wenn ein paar Verhaltensregeln eingehalten werden», sagt Stefanie Oehler, Bereichsleiterin Aufklärung und Prävention der Schweizerischen Herzstiftung. Wichtig ist, nach dem Notruf unverzüglich mit der Herzdruckmassage zu beginnen, 100 bis 120 mal pro Minute, fünf bis sechs cm tief auf der Brustkorbmitte. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird mit der Herzdruckmassage die kritische Zeit überbrückt, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ein Herz-Kreislauf-Stillstand entsteht meist durch ein unkontrolliertes Flimmern der Herzkammern. Daher hilft - falls vorhanden - ein automatischer externer Defibrillator (AED), die Herztätigkeit wieder zu normalisieren. Ohne lebensrettende Sofortmassnahmen stirbt das Opfer meist innert Minuten den «plötzlichen Herztod».

Hand aufs Herz und keine Hemmungen

Damit auch möglichst viele Laien im Notfall rasch und richtig handeln, empfiehlt die Schweizerische Herzstiftung den Besuch eines Lebensrettungskurses. «Jeder kann Leben retten. Es ist ein beruhigendes Gefühl, in einem solchen Notfall nicht tatenlos zuschauen zu müssen», sagt Stefanie Oehler. Evelyne Bürgi ist überglücklich, rasch und richtig reagiert zu haben. Dass ihr Ehemann heute ohne grosse Beeinträchtigung lebt, ist das grösste Geschenk in ihrem Leben. Für ihren mutigen und vorbildlichen Einsatz erhält sie den HELP-Lebensrettungspreis 2016 der Schweizerischen Herzstiftung zusammen mit fünf weiteren Preisträgern.

Die Medienmitteilung und Fotos von Evelyne und Arthur Bürgi in Druckqualität sind unter www.swissheart.ch/medien abrufbar.

Weitere Informationen zum Thema:

   - Die «HELP Notfall»-App steht in den App-Stores zum Download 
     bereit: 
     
   Apple iTunes: 
https://itunes.apple.com/ch/app/help-notfall/id1076538608?mt=8 
   Google Play:
http://ots.ch/52Udm 
   - Schauen Sie sich den Notfall-Spot an unter: 
  www.youtube.ch/Herzstiftung
   - Wie funktioniert eine Herzdruckmassage? Weitere Informationen 
     unter: www.helpbyswissheart.ch/HELP-merkblatt
   - Das Ausbildungskonzept der Schweizerischen Herzstiftung: Lernen 
     Leben zu retten in 30 Minuten mit dem Übungs-Kit MiniAnne, 
     Informationen unter: www.helpbyswissheart.ch/MiniAnne
   - Vom Swiss Resuscitation Council (SRC, Schweizerische Rat für 
     Wiederbelebung) anerkannte Anbieter von Lebensrettungskursen 
     (BLS-AED-SRC-Kurse): 
  www.resuscitation.ch/anerkannte-kursanbieter-bls-aed-src-kurse/ 

Kontakt:

Stefanie Oehler, Bereichsleiterin Aufklärung, Prävention
Schweizerische Herzstiftung
Telefon 031 388 80 95, Mobile 079 771 28 42
oehler@swissheart.ch


Weitere Meldungen: Schweizerische Herzstiftung / Fondation Suisse de Cardiologie / Fondazione Svizzera di Cardiologia

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