Schweizerische Herzstiftung / Fondation Suisse de Cardiologie / Fondazione Svizzera di Cardiologia

Rauchfrei in die Ferien fahren - den Kindern zuliebe
Empfehlung der Schweizerischen Herzstiftung

Bern (ots) - Je länger die Autoreise bis zum Ferienparadies, desto drängender das Bedürfnis Rauchgewohnter, auch im Auto zu rauchen. Nur: Sind Kinder an Bord, atmen sie sowohl den Rauch der glimmenden Zigaretten wie auch den ausgeatmeten Rauch der Erwachsenen ein. Mit Folgen, von denen die Eltern meist nichts ahnen.

Niemals würden Frau und Herr Rauch ihren drei Kindern im Kindergarten- und Primarschulalter eine Zigarette anbieten. Sie wissen ja, dass Rauchen der Lunge schadet. Den Kindern zuliebe rauchen sie auch zu Hause nur auf dem Balkon. Nur - die Autofahrt in den Süden ist lang, die Wartezeit im Stau dauert an. Jetzt eine Zigarette anzünden! Damit gesellen sich die Rauchs zu jenen fast 21 Prozent rauchender Erwachsener, die gemäss einer italienischen Studie* auch dann im Auto rauchen, wenn Kinder mitreisen. Eine erschreckend hohe Zahl, sagt Prof. Giacomo Simonetti vom Kinderspital der Berner Universitätsklinik Insel. Er hat die Folgen kindlichen Passivrauchens erforscht** und weiss, dass Kinder rauchender Eltern nicht nur häufiger Lungenentzündungen und Asthma haben, sondern auch erheblich stärker gefährdet sind für Blutdruckwerte im oberen Bereich als Nichtraucherkinder.

Husten und erhöhter Blutdruck

Anzeichen für diese gesundheitlichen Schäden treten schnell ein: Im Auto mitfahrende Kinder atmen zum Teil die gleichen Substanzen ein, wie sie die Rauchenden inhalieren, zusätzlich aber noch Giftstoffe, die im ausgeatmeten Rauch der Erwachsenen enthalten sind. Die Lunge und die Luftwege - bei Kindern empfindlicher als bei Erwachsenen - reagieren gereizt, die Kinder husten. Weniger bekannt ist die weitere Folge des Passivrauchens bereits nach wenigen Stunden, wie Prof. Simonetti erklärt: «Die Zellen in der Innenwand der Blutgefässe, also des Endothels, regulieren die Elastizität der Gefässe und beeinflussen auch die Blutgerinnung. Die von den Kindern zwangsläufig eingeatmeten Partikel und gasförmigen chemischen Substanzen stören die Funktion dieser Zellen, die Gefässwände versteifen sich.» Die Folge: Würde man den Kindern der Familie Rauch nach der Reise in der rauchgeschwängerten Luft den Blutdruck messen, wäre dieser erhöht.

Offenbar nützt es auch wenig, das Fenster zu öffnen oder die Klimaanlage anzuschalten, wie Forschende der schottischen Universität Aberdeen*** gezeigt haben: Gemäss ihren Messungen übertrifft die Schadstoffmenge im Fahrzeug-Innenraum die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Grenzwerte auch dann noch. Der Kinderarzt Prof. Simonetti appelliert deshalb an die Vernunft und die Liebe der Eltern zu ihren Kindern: «Wenn Sie im Auto - oder auch in der Wohnung - auf das Rauchen verzichten, tun Sie Ihrem Kind etwas Gutes!» Die Schweizerische Herzstiftung wünscht allen, die in die Ferien reisen oder sonst unterwegs sind, eine gute und rauchfreie Fahrt. Letzteres umso mehr, wenn Kinder mitfahren!

Quellen:

* Martínez-Sánchez JM, Gallus S, Lugo A, Fernández E, Invernizzi G, Colombo P, Pacifici R, La Vecchia C. : Smoking while driving and public support for car smoking bans in Italy. Tob Control. 2012 Dec 21. Source:Tobacco Control Unit, Cancer Prevention and Control Program, Institut Català d'Oncologia-ICO, L'Hospitalet de Llobregat, Barcelona, Spain.

** Simonetti GD, Schwertz R, Klett M, Hoffmann GF, Schaefer F, Wühl E: Determinants of blood pressure in preschool children: the role of parental smoking. Circulation.2011 Jan 25; 123(3):292-8.

*** Semple S, et al.:Tob Control 2012; 21:578-583. doi:10.1136/tobaccocontrol-2011-050197.

Die Medienmitteilung kann unter www.swissheart.ch/medien abgerufen werden.

Kontakt:

Peter Ferloni, Leiter Kommunikation
Schweizerische Herzstiftung
Telefon 031 388 80 85
ferloni@swissheart.ch


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