Schweizerische Herzstiftung / Fondation Suisse de Cardiologie / Fondazione Svizzera di Cardiologia

Herz-Kreislauf-Krankheiten: Umdenken ist nötig

Bern (ots) - Obwohl weniger Menschen als früher an einer Herz-Kreislauf-Krankheit sterben, führen diese Erkrankungen schweizweit, europaweit und weltweit eine Liste von Negativrekorden an: Noch immer sind sie die häufigste Todesursache und einer der wichtigsten Gründe für chronische Krankheiten und Behinderungen. Die Akteure im Gesundheitswesen sind gefordert.

Verursachten Herz-Kreislauf-Krankheiten noch im Jahr 2000 39,7 Prozent aller Todesfälle in der Schweiz, sind es heute laut dem Bundesamt für Statistik* noch knapp 35,1 Prozent. Aber die erfreuliche Entwicklung verliert beim näheren Hinschauen an Glanz, sagt Therese Junker, Geschäftsführerin der Schweizerischen Herzstiftung: «Der Rückgang ist hauptsächlich modernen Behandlungsmethoden und Medikamenten zu verdanken und weniger einem gesundheitsbewussteren Verhalten». Gegen eine Verharmlosung von Herzinfarkten, Herzinsuffizienz und Hirnschlägen spricht die Tatsache, dass diese Krankheiten noch immer auf Rang 1 der Todesursachen stehen.

Verlorene Lebensjahre

Was ausserdem wenig bekannt ist: Auch jüngere Menschen sind von den Auswirkungen dieser Krankheiten betroffen. Herz-Kreislauf-Leiden sind - hinter Krebskrankheiten - die zweitwichtigste krankheitsbedingte Ursache für verlorene Lebensjahre. Als verlorenes Jahr gilt jedes nicht gelebte Jahr vor Erreichen des 70. Altersjahres. Die Liste der Negativrekorde ist noch länger: Herz-Kreislauf-Krankheiten sind die häufigste Diagnose in der Arztpraxis, und bei den Medikamentenverordnungen stehen sie an zweiter Stelle der Statistik.

Eine weitere Entwicklung wiegt den Rückgang der Todesfälle zunehmend auf: Laut dem kürzlich erschienenen Bericht des Bundesrats «Gesundheit 2020»** werden die sich wandelnden Lebens- und Arbeitsbedingungen, die demografischen Veränderungen, der medizinisch-technische Fortschritt und ungesundes Verhalten (zu wenig Bewegung, zu viel Essen, Alkohol, Tabak) vermehrt dazu führen, dass ehemals tödlich verlaufende Krankheiten zu chronischen Krankheiten werden. Was - abgesehen vom menschlichen Leid und vielfach eingeschränkter Lebensqualität - das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft zusätzlich belastet.

Vision: Reduktion um 25 Prozent bis 2025

Ein Umdenken tut deshalb dringend not. «Dass sich die Gesundheitspolitik der neuen Aufgaben bewusst ist und handeln will, gibt Hoffnung auf Verbesserungen», sagt Therese Junker, «zumal gerade frühzeitige Herz-Kreislauf-Krankheiten und Hirnschläge zu einem beträchtlichen Teil vermeidbar wären». Prävention und Frühkennung von Risikofaktoren und Krankheitssymptomen sind wichtige Ansätze, ebenso sollten Patientinnen und Patienten in ihrer Gesundheitskompetenz gefördert werden, damit sie eigenverantwortlicher als bisher mit ihrer chronischen Krankheit umgehen können. Die Forschung spielt weiterhin eine bedeutende Rolle: Sie kann zu wichtigen Erkenntnissen beitragen, gerade auch für die Prävention und die Früherkennung.

Entsprechende Forderungen werden auch weltweit laut: Die Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben im November des vergangenen Jahres einen Aktionsplan*** verabschiedet in der Absicht, bis 2025 die Zahl frühzeitiger Todesfälle aufgrund chronischer und nicht übertragbarer Krankheiten um 25 Prozent zu reduzieren. Herz-Kreislauf-Krankheiten machen fast die Hälfte dieser Krankheiten aus, vor Krebs, chronischen Atemwegserkrankungen und Diabetes.

Schweizerische Herzstiftung geht neue Wege

Prävention, Früherkennung, Patienteninformation und Forschungsförderung sind die Haupttätigkeitsbereiche der Schweizerischen Herzstiftung. Vor dem beschriebenen Hintergrund, und weil Fortschritte und Verbesserungen nur möglich sind, wenn in die genannten Bereiche investiert werden kann, macht die Schweizerische Herzstiftung erstmals mit einem TV-Spot auf ihre Tätigkeit aufmerksam: «Herzkrankheiten und Hirnschlag beenden ein Leben, bevor es zu Ende ist», lautet die Botschaft, die mit einem Liebesfilm ohne Happyend vermittelt wird. Der Spot läuft ab 25. Februar in zeitlichen Abständen bis 21. April auf SRF in deutscher, französischer und italienischer Sprache. Er soll die Schweizerische Herzstiftung als Organisation bekannt machen, die sich mit ihrer Arbeit dafür einsetzt, dass es öfter als bisher zu einem Happyend kommt.

Folgender Link führt Sie direkt zum TV-Spot: www.storyofhearts.ch

Unsere Bemühungen können Sie unterstützen, indem Sie unsere zur Kampagne passenden Füllerinserate einsetzen. www.swissheart.ch/medien

Aktiv gegen Herzkrankheiten und Hirnschlag

Die 1967 gegründete Schweizerische Herzstiftung ist eine unabhängige von der ZEWO zertifizierte gemeinnützige Organisation. Sie finanziert sich hauptsächlich aus Spenden und Legaten. Mit Forschungsförderung und einer umfassenden Aufklärungsarbeit setzt sie sich dafür ein, dass weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Leiden erkranken oder dadurch behindert bleiben, Menschen nicht vorzeitig an Herzinfarkt oder Hirnschlag sterben und für Betroffene das Leben lebenswert bleibt.

Quellen:

* Bundesamt für Statistik: Sterblichkeit, Todesursachen. www.bfs.admin.ch

** Der Bericht «Gesundheit2020» wurde am 23. Januar 2013 vom Bundesrat verabschiedet.

*** Draft action plan for the prevention and control of noncommunicable diseases 2013-2020 http://apps.who.int/gb/ebwha/pdf_files/EB132/B132_7-en.pdf

Kontakt:

Peter Ferloni, Leiter Kommunikation
Schweizerische Herzstiftung, Bern
Tel.: +41/31/388'80'85
E-Mail: ferloni@swissheart.ch



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