Swissgrid AG

Geschäftsjahr 2012 Ein leistungsfähiges Netz für die Zukunft

Laufenburg (ots) - Im Jahr 2012 hat Swissgrid ihr bisher grösstes Projekt erfolgreich abgeschlossen, die Übernahme des Schweizer Höchstspannungsnetzes. Zudem ist es ihr gelungen, die Kosten im Übertragungsnetz laufend zu senken. Allerdings führen verschiedene Bundesgerichtsurteile sowie dringend notwendige Investitionen ins Netz ab 2014 wieder zu steigenden Tarifen. Dank tieferer Tarife im Jahr 2012 gegenüber 2011 sank der Umsatz auf CHF 759.7 Mio., die transportierte Strommenge blieb aber praktisch gleich und das Ergebnis 2012 liegt mit CHF 9.8 Mio. ebenfalls auf Vorjahreshöhe.

Im letzten Jahr hat Swissgrid trotz stark volatilen Stromflüssen das Stromnetz sicher und ohne Unterbruch betrieben. Zwar reduzierte sich die transportierte Energiemenge um rund 2%, dennoch blieb die Situation im Übertragungsnetz punktuell angespannt. Vor allem in kalten Winternächten und an heissen Sommertagen kam es regelmässig zu Netzengpässen. Deshalb musste Swissgrid die Stromproduktion mit Wasserkraft in den Alpen und den Energieaustausch mit dem Ausland wiederholt einschränken.

Die bestehenden Engpässe müssen deshalb so schnell wie möglich beseitigt und das Netz modernisiert werden. Dazu werden in den nächsten Jahren acht dringende Netzausbauprogramme umgesetzt. Um diese Projekte fristgerecht realisieren zu können, ist Swissgrid darauf angewiesen, dass die Bewilligungsverfahren massiv beschleunigt werden. Dies haben auch Behörden und Politiker zunehmend anerkannt. Um die Verfahren zu beschleunigen hat das Bundesamt für Energie (BFE) im Rahmen der Strategie Stromnetze entsprechende Massnahmen ausgearbeitet. Swissgrid hält diese aber nicht für ausreichend und hat deshalb eigene Vorschläge eingereicht. Danach sollen bereits im Sachplan die Linienführung und die Technologie bestimmt werden. Nach dem Sachplanverfahren soll neu in einer zusätzlichen Einsprachemöglichkeit das Bundesverwaltungsgericht einen verbindlichen Grundsatzentscheid über die Weiterführung des Projektes fällen. Danach kommt das Plangenehmigungsverfahren für die Detailprojektierung, an dessen Ende die Baugenehmigung steht. Bei allfälligen Einsprachen entscheidet auch hier wieder das Bundesverwaltungsgericht. Wie dies in andern Bereichen bereits üblich ist, soll der Weiterzug ans Bundesgericht nicht mehr möglich sein. Die zusätzliche Einsprachemöglichkeit im Sachplanverfahren stellt dennoch sicher, dass die rechtlichen Möglichkeiten für die Betroffenen weiterhin zweistufig bleiben. Ein weiterer Vorschlag zielt auf die Definition von Maximalfristen für die Verfahren. Dazu gehört auch die Regel, dass ein Projekt als akzeptiert gilt, falls eine Behörde nicht innerhalb einer bestimmten Frist dazu Stellung nimmt.

Mit diesen Massnahmen strebt Swissgrid eine Verkürzung der Verfahrensdauer auf maximal sechs Jahre an. Bisher dauern Bewilligungsverfahren im besten Fall neun bis zwölf Jahre. Einsprachen und Bundesgerichtsurteile in einer späten Phase führen aber oft dazu, dass Projekte bis zu 30 Jahre für die Realisierung benötigen. Mit derart langsamen Prozessen ist die langfristige Versorgungssicherheit nicht gewährleistet, zumal das Netz bereits jetzt an seine Kapazitätsgrenzen stösst.

Im Hinblick auf die Energiewende plant Swissgrid deshalb schon jetzt über die acht dringenden Netzausbauprogramme hinaus das Netz 2035. Dabei werden anhand verschiedener Energieszenarien zusammen mit dem Bundesamt für Energie die notwendigen Netze simuliert, künftige Engpässe identifiziert und alle Ausbau- und Modernisierungsmassnahmen definiert.

Erstmals wird eine Teilverkabelung im Übertragungsnetz geplant

In der Öffentlichkeit wird oft die unterirdische Verlegung von Höchstspannungsleitungen verlangt. Swissgrid setzt in diesem Jahr erstmals in der Schweiz ein Plangenehmigungsverfahren für die Teilverkabelung einer Höchstspannungsleitung in Gang. In dem Projekt soll ein rund anderthalb Kilometer langes Stück der 380-kV-Leitung Beznau-Birr unterirdisch gebaut werden. Das Projekt soll zeigen, wie und unter welchen Bedingungen mit dieser Technologie das Netz sicher und effizient betrieben werden kann. Es ist geplant, hierzu die Bevölkerung und interessierte Kreise laufend und umfassend zu informieren.

Swissgrid will in den nächsten Jahren die betrieblichen Abläufe im Rahmen verschiedener Grossprojekte weiter vereinheitlichen und automatisieren. Viele der 130 Schaltanlagen in der Schweiz werden noch immer dezentral bedient. Künftig sollen alle Schaltanlagen von Laufenburg aus zentral gesteuert werden können. Das neue Kommunikationssystem baut auf dem firmeneigenen Glasfasernetz von Swissgrid auf, das sich jeweils im Seil an der Spitze eines jeden Strommastes befindet. Über dieses Glasfasernetz werden dann mittelfristig alle Schaltanlagen angesteuert. Dabei wird das Netz so angelegt, dass jede Anlage immer mindestens von zwei Seiten her ansteuerbar ist - für einen noch sichereren und effizienteren Netzbetrieb.

Künftig steigende Tarife

Nach mehreren Jahren mit sinkenden Tarifen zeichnet sich eine Trendwende mit tendenziell wieder steigenden Tarifen ab. Grund dafür sind aktuell verschiedene Bundesgerichtsentscheide und zukünftig die dringend notwendigen Investitionen ins Netz. So muss Swissgrid jenen Kraftwerksbetreibern, welche im Jahr 2009 einer Weisung der ElCom folgend, Kosten für Systemdienstleistungen übernehmen mussten, diese gemäss neusten Urteilen des Bundesgerichts wieder zurückerstatten. Insgesamt steigt im nächsten Jahr der Anteil des Übertragungsnetzes an der Stromrechnung eines durchschnittlichen Schweizer Haushaltes mit 4500 kWh Jahresverbrauch um CHF 20 von CHF 42 auf CHF 62, beziehungsweise von 5% auf rund 7%.

Tarifbedingter Umsatzrückgang

Der Umsatz von Swissgrid besteht zu rund 80% aus Tariferträgen. Die Tarife der drei wichtigsten Segmente «Netznutzung», «Allgemeine Systemdienstleistungen» und «Individuelle Systemdienstleistungen Wirkverluste» wurden im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Der Rückgang beim Nettoumsatz um 24% auf CHF 759.7 Mio. ist deshalb ein Erfolg für Swissgrid, weil der Grund dafür hauptsächlich in der Reduktion der Tarife und damit den tieferen Kosten liegt. Aber auch die verrechneten Energiemengen haben im Jahr 2012 stagniert. Die Endverbrauchermenge hat im Jahresvergleich nur um 0.2% auf 57.7 TWh zugenommen.

Das operative Ergebnis (EBIT) von Swissgrid basiert auf dem investierten betriebsnotwendigen Vermögen (Regulated Asset Base/RAB), multipliziert mit dem regulierten Kapitalkostensatz (WACC) im Jahr 2012 von 4.14% (2011: 4.25%). Der EBIT hat sich im Vergleich zum Vorjahr von CHF 12.7 Mio. auf CHF 13.3 Mio. leicht erhöht. Die Zunahme ist primär eine Folge der diversen laufenden Investitionsprojekte und des damit gestiegenen anrechenbaren Anlagevermögens. Das Unternehmensergebnis von CHF 9.8 Mio. liegt auf Vorjahreshöhe (CHF 9.7 Mio.).

Finanzieller Ausblick

Insbesondere die Bilanz, das operative Ergebnis sowie das Unternehmensergebnis von Swissgrid werden ab dem Geschäftsjahr 2013 nicht mehr mit den Vorjahreszahlen vergleichbar sein. Dies ist auf die Überführung des schweizerischen Übertragungsnetzes zurückzuführen, welche das Anlagevermögen und die Bilanzsumme auf weit über CHF 2 Mia. ansteigen lässt. Damit einher geht auch eine Erhöhung der Regulated Asset Base (RAB), was zu einer Vervielfachung des operativen Ergebnisses und des Unternehmensergebnisses führen wird. In den Jahren nach 2013 wird, ceteris paribus, von höheren Ergebnissen ausgegangen, da die RAB bedingt durch Netzinvestitionen weiter ansteigt und die Revision der WACC-Ermittlung zu einem tendenziell höheren Kapitalkostensatz führen wird.

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