Swissgrid AG

Geschäftsjahr 2010: Unterbruchsfreier Betrieb trotz kritischer Netzsituation

Laufenburg (ots) - Swissgrid gewährleistete 2010 den Betrieb des Schweizer Übertragungsnetzes trotz kritischer Netzsituation zuverlässig und ohne Störungen. Das Übertragungsnetz kommt jedoch an seine Kapazitätsgrenzen und Engpässe häufen sich. Es besteht dringender Handlungsbedarf: Bis zum Jahre 2020 müssen 1'000 Kilometer Hochspannungsleitungen erneuert und ausgebaut werden, damit die Versorgungssicherheit langfristig gewährleistet werden kann.

Der Betrieb des Übertragungsnetzes erfolgte auch im zweiten Jahr seit Einführung der Regelzone Schweiz ohne Unterbruch. Insgesamt wurde eine Energiemenge von 80'100 Gigawattstunden über das Schweizer Übertragungsnetz transportiert, was einer Zunahme von 2.6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ursachen dafür waren eine Steigerung des inländischen Konsums sowie die höheren Importe und Exporte des internationalen Stromaustausches. Zudem stellen die zunehmend hohen Schwankungen der Stromflüsse in Europa und damit in der Schweiz eine besondere Herausforderung für Swissgrid dar, welche eine intensive Zusammenarbeit mit den benachbarten Übertragungsnetzbetreibern erfordern.

Die Belastung des schweizerischen Übertragungsnetzes nimmt stetig zu und führt zu Engpässen. Swissgrid musste darum im vergangenen Jahr zur Gewährung der Netzsicherheit bei Kraftwerken mehrfach die Produktion von Strom aus Wasserkraft einschränken. Diese unbefriedigende Situation muss rasch behoben werden. «Die Modernisierung und der Ausbau des Übertragungsnetzes sind für eine sichere und nachhaltige Schweizer Energiezukunft von zentraler Bedeutung», betont Pierre-Alain Graf, CEO Swissgrid. In den vergangenen zehn Jahren wurden in der Schweiz nur gerade 150 Kilometer Netze gebaut. Gemäss Berechnung von Swissgrid müssen in der Schweiz bis 2020 rund 1'000 Kilometer Netze erneuert und ausgebaut werden. Dies gerade auch im Hinblick auf die Entwicklungen in Europa, wo in den nächsten Jahren wichtige strategische Entscheide unter anderem zur Routenführung der neuen europäischen «Stromautobahnen» gefällt werden.

Kosten bei den Systemdienstleistungen massiv gesenkt

Im Geschäftsjahr 2010 konnte Swissgrid den grössten Kostenblock der Systemdienstleistungen - die Regelleistungsvorhaltung - durch gezielte Massnahmen, aber auch aufgrund des günstigen Marktumfeldes, halbieren. Diese wird für den Ausgleich von Schwankungen im Übertragungsnetz benötigt und ist ein wichtiges Element zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit in der Schweiz. Zudem hat Swissgrid ein Projekt gestartet, das die grenzüberschreitende Beschaffung von Systemdienstleistungen zum Ziel hat. Ein erster Vertrag mit dem französischen Übertragungsnetzbetreiber RTE wurde im Dezember 2010 abgeschlossen. Damit leistet Swissgrid einen weiteren Beitrag zu wettbewerbsfähigeren Strompreisen für den Endkonsumenten.

Umfangreichste Transaktion der Stromgeschichte

Swissgrid wird - wie vom Stromversorgungsgesetz (StromVG) vorgegeben - ab dem 1. Januar 2013 Eigentümerin des Schweizer Übertragungsnetzes. 2010 hat sie gemeinsam mit den heute rund 20 Übertragungsnetzeigentümern umfassende Vorarbeiten für die Übernahme des Netzes getätigt. Aus der gesamten Strombranche sind mehr als 100 Mitarbeitende an dieser komplexen Transaktion beteiligt. Für die Instandhaltung, Erneuerung und Erweiterung des Übertragungsnetzes wurde zudem der Bereich Asset Management aufgebaut. Damit hat Swissgrid das Fundament für einen europakompatiblen TSO (Transmission System Operator) gelegt. «Das Ziel ist es, Swissgrid zu einem starken und effizienten Übertragungsnetzbetreiber und zu einem wichtigen, verlässlichen Partner im europäischen Verbund zu entwickeln», sagt Peter Grüschow, Swissgrid Verwaltungsratspräsident.

Europäische Strommärkte im Wandel

Die Strommärkte in Europa ändern sich markant. Mit der erfolgreichen Kopplung der Märkte in West- und Nordeuropa entstand 2010 nach mehrjähriger Vorbereitung das grösste Strommarktgebiet Europas, das die Stromhandelsplätze von Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg, der Niederlande sowie Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland miteinander verbindet. Dieses neue Marktgebiet ist für die Schweiz von grosser Bedeutung. Swissgrid engagiert sich in diversen europäischen Gremien und Interessenvertretungen, um die Position der Schweiz einzubringen.

Seit Mai 2010 führen ein Teil der europäischen Übertragungsnetzeigentümer und Swissgrid die grenzüberschreitende Engpassbewirtschaftung und Abwicklung von Auktionen zentral durch. Mit der Zusammenlegung des Auktionsbetriebes kann das Engpassmanagement auch an den Schweizer Grenzen effizienter gestaltet und die Bedingungen für die inländischen Händler auf dem europäischen Strommarkt verbessert werden.

Finanzkennzahlen 2010: Swissgrid agiert in einem regulierten Umfeld

Ein wesentlicher Teil der von Swissgrid erbrachten Leistungen ist im StromVG vorgegeben. Auch das betriebliche Ergebnis von Swissgrid ist reguliert. Swissgrid erwirtschaftete 2010 einen regulierten EBIT von 3.5 Mio. CHF, der sich im Gegensatz zum Vorjahr um fast 40% reduziert hat. Dies begründet sich damit, dass die Verzinsung der für den Betrieb notwendigen Mittel im Gegensatz zum Vorjahr tiefer ausgefallen ist.

Auch die Gesamtleistung von Swissgrid sank im Gegensatz zum Vorjahr. Dies aufgrund der Kostensenkungen, die Swissgrid bei der Beschaffung von Systemdienstleistungen erreichen konnte. Die Gesamtleistung nahm im Geschäftsjahr 2010 mit 887 Mio. CHF um 266 Mio. CHF ab.

Swissgrid deckt ihre Kosten durch Tarifeinnahmen, deren Höhe vom Regulator - der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) - verfügt wird. Die Berechnung der Tarife erfolgt von Swissgrid auf der Basis von historischen Kosten. Die effektiven Aufwendungen und Erträge weichen in der Regel von der Tarifkalkulation ab, so dass Über- oder Unterdeckungen entstehen. Diese Deckungsdifferenzen werden bei den zukünftigen Tarifkalkulationen jeweils berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2010 waren die Aufwendungen höher als die Erträge; es entstand insgesamt eine Unterdeckung von 80 Mio. CHF.

******************************************************************** Mit Energie in die Zukunft - Swissgrid ist die Nationale Netzgesellschaft und verantwortet als Übertragungsnetzbetreiberin den sicheren, zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb des Schweizer Höchstspannungsnetzes. An den Standorten in Frick, Laufenburg und Vevey beschäftigt Swissgrid rund 350 qualifizierte Mitarbeitende aus zwölf Nationen. Als Mitglied des europäischen Netzwerkes der Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E nimmt sie zudem Aufgaben im Bereich der Koordination und der Netznutzung im europäischen Stromaustausch wahr. Die acht Schweizer Elektrizitätsunternehmen Alpiq AG, Alpiq Suisse SA, Axpo AG, BKW FMB Energie AG, CKW AG, EGL AG, Stadt Zürich ewz und Repower halten 100% des Swissgrid Aktienkapitals.

Kontakt:

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Telefon 058 580 24 00


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