Swissgrid AG

Geschäftsjahr 2009: Swissgrid ist im geöffneten Strommarkt erfolgreich gestartet

    Laufenburg (ots) - Swissgrid ist seit Anfang 2009 für den Betrieb des Schweizer Übertragungsnetzes verantwortlich. Diese Aufgabe hat sie mit Erfolg bewältigt: Die Stromübertragung im Höchstspannungsnetz funktionierte das ganze Jahr ohne Unterbruch. Zudem sammelte Swissgrid zum ersten Mal Energiedaten aller Schweizer Verteilnetzbetreiber und rechnete darauf aufbauend die Kosten für die Systemdienstleistungen sowie die Netznutzung zentral ab. Ihre Kosten deckt Swissgrid hauptsächlich durch Tarifeinnahmen, die vom Regulator überprüft werden. Für das Jahr 2009 resultierte eine Gesamtleistung von CHF 1'150.6 Mio. und ein Unternehmensergebnis von CHF 5.3 Mio. Swissgrid ist auf eine langfristig stabile Finanzierung und eine solide Kapitalbasis angewiesen, gerade im Hinblick auf ihre nächste Herausforderung - die Übernahme des Übertragungsnetzes.

    Zu Beginn des Jahres 2009 wurde die sogenannte Regelzone Schweiz in Betrieb genommen - eine Grundvoraussetzung für einen offenen Strommarkt mit diskriminierungsfreiem Marktzugang. Swissgrid musste dafür sämtliche organisatorischen und systemtechnischen Aktivitäten für die zentrale Überwachung des Schweizer Höchstspannungsnetzes aufgleisen. Peter Grüschow, Swissgrid Verwaltungsratspräsident, sagt: «Diese komplexe Aufgabe hat die Nationale Netzgesellschaft erfolgreich gemeistert: Der Betrieb des Übertragungsnetzes war störungsfrei und eine sichere sowie zuverlässige Stromversorgung in der Schweiz stets gewährleistet.»

    Swissgrid hat die Herausforderungen auch in finanzieller Hinsicht gut bewältigt. Die Liberalisierung brachte grundlegende Änderungen der gesamten Werteflüsse im Übertragungsnetzbereich der schweizerischen Elektrizitätsbranche mit sich. Zum ersten Mal wickelte Swissgrid die sogenannten Systemdienstleistungen und auch die Netznutzung des Übertragungsnetzes zentral ab. Rund 760 Verteilnetzbetreiber lieferten Swissgrid ihre Energiedaten, die dann für die Ermittlung der Stromproduktion sowie des Stromverbrauchs konsolidiert wurden. Darauf aufbauend konnte bereits im ersten Quartal die komplexe Berechnung der Abrechnungswerte für die Lieferanten und die Kunden realisiert werden.

    Umsatz und Betriebsergebnis Swissgrid agiert in einem regulierten Umfeld - 99% der im Jahr 2009 erbrachten Leistungen von gesamthaft CHF 1'150.6 Mio. sind in Geschäftsfeldern angefallen, die durch das Stromversorgungsgesetz (StromVG) vorgegeben sind. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) beträgt CHF 8.9 Mio., davon entfallen CHF 8.2 Mio. auf die regulierten Geschäftsfelder. Der regulierte EBIT basiert auf dem investierten betriebsnotwendigen Vermögen, welches zu einem in der Stromversorgungsverordnung (StromVV) festgelegten Satz verzinst wird. Dieser Kapitalkostensatz - der sogenannte WACC (Weighted Average Cost of Capital) - betrug für das Jahr 2009 4.55%.

    Wo fallen bei Swissgrid Aufwendungen und Erlöse an? Swissgrid macht ihr Ergebnis transparent und publiziert eine Spartenrechnung, welche die Aufwendungen und Erlöse in den einzelnen Geschäftsfeldern detailliert aufzeigt. Sie deckt ihren Beschaffungs- und Betriebsaufwand hauptsächlich durch Tarifeinnahmen. Alle Tarife unterstehen der Überprüfung durch den Regulator - der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) - und müssen von Swissgrid vorgängig kalkuliert werden. Dies war für das Jahr 2009 eine grosse Herausforderung, da nur beschränkt Erfahrungswerte vorhanden waren, so dass Modellrechnungen herangezogen werden mussten. Diese Besonderheit, Mengen- sowie Preisabweichungen und regulatorische Anpassungen führten teilweise zu deutlichen Unterschieden zwischen den effektiven Aufwendungen sowie Erträgen für 2009 und der Tarifkalkulation. Solche Deckungsdifferenzen fliessen - wie in der StromVV vorgegeben - in die Tarifkalkulation für die nachfolgenden Geschäftsjahre ein. Im Jahr 2009 resultierte in den Segmenten Netznutzung und individuelle Systemdienstleistungen eine Überdeckung von gesamthaft CHF 55.6 Mio., die sich auf die Folgeperioden tarifsenkend auswirkt.

    Allgemeine Systemdienstleistungen - ein grosser Kostenfaktor In diesem Segment verursacht die sogenannte Regelleistungsvorhaltung am meisten Kosten. Diese verwendet Swissgrid für den Ausgleich von Schwankungen im Übertragungsnetz und ermöglicht so eine sichere Stromversorgung. Der Jahresaufwand belief sich auf CHF 540.5 Mio. Im Verlauf des Jahres 2009 hat Swissgrid diverse Kostensenkungsmassnahmen eingeführt. Das marktbasierte Einkaufsverfahren wurde punktuell optimiert. In über 180 Ausschreibungen wurden Vorhaltung und Erbringung der Leistungsreserven an die günstigsten Anbieter vergeben. Zudem wurden die Anreize für die Bilanzgruppen erhöht, eine möglichst genaue Verbrauchsprognose zu erstellen, was zu einer Anpassung der Vorhalteleistung führte. Die Kosten für die Regelleistungsvorhaltung tragen gemäss StromVV einerseits die Endkonsumenten (mit 0.4 Rp./kWh), andererseits Kraftwerke mit einer Leistung von mindestens 50 MW. Die Kosten für die Kraftwerke betrugen für das Jahr CHF 2009 346 Mio.

    Bestandteil dieses Segments sind auch Aufwendungen und Erlöse für die tatsächlich verwendete Regelenergie in Form von Ausgleichsenergie. Ebenso enthalten sind die Aufwendungen für Spannungshaltung, Blindenergie, Schwarzstart-/Inselbetriebsfähigkeit sowie Aufwand und Ertrag aus dem sogenannten ungewollten Austausch mit den Nachbarländern.

    Individuelle Systemdienstleistungen - erfreuliche Überdeckung In diesem Segment werden für 2009 die Aufwendungen und Erträge für Wirkverluste im Übertragungsnetz ausgewiesen. Swissgrid hat diese Leistung auf dem Schweizer Strommarkt und an der Strombörse Swissix beschafft (CHF 77.3 Mio.). In diesem Segment verzeichnet Swissgrid eine Überdeckung von CHF 46.6 Mio. Der Grund für diesen Überschuss sind die Beschaffungskosten für die individuellen Systemdienstleistungen. So war die zu beschaffende Wirkverlustmenge deutlich niedriger als zum Zeitpunkt der Tarifberechnung anfangs 2008 erwartet. Zudem nahmen die Kosten durch sinkende Preise an den Strommärkten sowie die Euro-Kursentwicklung ab. Die individuellen Systemdienstleistungen werden hauptsächlich mit Tarifeinnahmen und mit Abgeltungen für internationale Transitflüsse (ITC) finanziert. Diese Abgeltungen decken die durch die grenzüberschreitenden Transitflüsse bedingten Netzinfrastruktur- und Netzverlustkosten ab.

    Aufwendungen und Erlöse für die Netznutzung Die Höhe der Netznutzungskosten der schweizerischen Übertragungsnetzeigentümer sowie von Swissgrid - bestehend aus den Betriebs- und Kapitalkosten für das Übertragungsnetz - sind im Wesentlichen vom Regulator vorgegeben. Diese beliefen sich für das Jahr 2009 auf CHF 377.9 Mio.

    Die Betriebs- und Kapitalkosten werden durch Netznutzungstarife, Abgeltungen für internationale Transitflüsse (ITC) und Auktionserlöse finanziert. Gemäss Verfügung der ElCom floss Swissgrid aus dem Nettoerlös des Auktionsgeschäfts von grenzüberschreitenden Kapazitäten ein Anteil von CHF 30 Mio. zu, der zur Deckung von Netznutzungskosten verwendet wird. Insgesamt resultierte im Netzbereich eine Überdeckung von CHF 9.1 Mio., welche bei der Berechnung der Tarife für 2011 wieder in Abzug gebracht worden sind.

    Künftige Herausforderungen für Swissgrid - die Übernahme des Übertragungsnetzes Bis spätestens Ende 2012 übernimmt Swissgrid das schweizerische Übertragungsnetz. Dann wird sie nicht nur den sicheren Betrieb des Höchstspannungsnetzes gewährleisten, sondern auch die Verantwortung für dessen bedarfsgerechten Unterhalt, Ausbau und Modernisierung tragen. «Das bestehende Übertragungsnetz ist im Schnitt mehr als 40 Jahre alt und der Strombedarf steigt von Jahr zu Jahr kontinuierlich an. Eine Erneuerung sowie der Ausbau des Netzes sind unumgänglich» sagt Pierre-Alain Graf, CEO Swissgrid.

    Um die Übernahme der Netzinfrastruktur und die Investition in die geplanten Ausbau- und Modernisierungsvorhaben finanzieren zu können, sind eine solide Kapitalbasis und langfristig orientierte Eigentümerstrukturen notwendig. Für die Überführung des Übertragungsnetzes zu Swissgrid fallen bereits heute Projektkosten an. Swissgrid baut zudem den Bereich Asset Management neu auf, um in Zukunft die umfassende Verantwortung für das Übertragungsnetz wahrnehmen zu können.

    Interessenvertretung in Europa - stärkere Zusammenarbeit mit dem Ausland Die Schweiz nimmt als Stromdrehscheibe in Europa wichtige Funktionen wahr. Swissgrid vertritt die Schweizer Interessen in zahlreichen europäischen Fachgremien, zum Beispiel im europäischen Netzwerk der Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E. Mit diesem Engagement stärkt Swissgrid die Position der Schweiz innerhalb Europas. Dies ist gerade im Zusammenhang mit dem dritten Liberalisierungspaket, welches die Schaffung eines Strombinnenmarktes in Europa weiter beschleunigen soll, von grosser Bedeutung. Die Schweiz ist physikalisch untrennbar in das europäische Stromnetz integriert und soll auch in Zukunft eine wichtige Rolle im europäischen Strommarkt einnehmen.

    Den Swissgrid Geschäftsbericht für das Jahr 2009 finden Sie unter: www.swissgrid.ch/media

    Mit Energie in die Zukunft - Swissgrid ist die Nationale Netzgesellschaft und verantwortet als Übertragungsnetzbetreiberin den sicheren, zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb des Schweizer Höchstspannungsnetzes. An den Standorten in Laufenburg und Frick beschäftigt Swissgrid rund 250 qualifizierte Mitarbeitende aus zwölf Nationen. Als Mitglied des europäischen Netzwerkes der Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E nimmt sie zudem Aufgaben im Bereich der Koordination und der Netznutzung im europäischen Stromaustausch wahr. Die acht Schweizer Elektrizitätsunternehmen Alpiq AG, Alpiq Suisse SA, Axpo AG, BKW FMB Energie AG, CKW AG, EGL AG, Stadt Zürich ewz und Repower halten 100% des Swissgrid Aktienkapitals.

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