Hib Initiative

Routinemässiger Einsatz von Hib-Impfstoff könnte Afrikas Killererkrankung praktisch eliminieren

    Baltimore, Maryland (ots/PRNewswire) -

    - Kinderleben retten: Keniatische Studie bestätigt stark fallende Anteile an Hib-Erkrankung

    Das Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlichte heute eine Untersuchung, die, drei Jahre nach der Vorstellung zeigt, dass die routinemässige Impfung von Kindern in Kenia gegen Haemophilus Influenza Typ b(Hib) den Anteil an invasiven Hib-Erkrankungen um 88 % verringern konnte.

    Das Papier mit dem Titel "Effectiveness of Haemophilus influenzae Type b (Hib) Conjugate Vaccine Introduction into Routine Childhood Immunization in Kenya" [1] wurde von Dr. Anthony Scott von der Universität Oxford verfasst. Laut der Studie half die Vakzine:

    - die Basislinie der Hib Erkrankung um 88 % zu verringern, was vom Labor bestätigte wurde

    - schätzungsweise 3.370 Krankenhausaufenthalte in Kenia im Jahr 2005 zu verhindern

    Das Hib-Bakterium ruft tödliche invasive Erkrankungen wie Meningitis und Infektionen der Blutbahn hervor. Es ist eine bedeutende Ursache für schwere Lungenentzündungen bei Kindern unter 5 Jahren. Die meisten Toten gibt es in den Entwicklungsländern. In Afrika sterben mehr Menschen an Hib als auf jedem anderen Kontinent.

    Karen Cowgill, leitende Autorin und während der Studie Epidemic Intelligence Service Officer in den "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) in den USA, sagt zu der Studie: "Diese Ergebnisse zeigen die Wirksamkeit der Hib-Vakzine bei der Verringerung von schweren Erkrankungen bei Kindern und von deren tödlichen Folgen in Kenia. Sie führten uns zu dem Schluss, dass viele weitere Tote in Afrika abgewendet werden könnten, wenn mehr Länder die Vakzine in ihre Routine-Immunisierungsprogramme aufnehmen würden".

    Diese Studie ist die erste Studie in Ostafrika, die den signifikanten Nutzen von Hib-Routineimpfungen beim Schutz kleiner Kinder gegen die verheerenden Wirkungen der Hauptursache kindlicher Meningitis und Pneumonie in den Entwicklungsländern dokumentiert. Die Feststellungen bauen auf einem beachtlichen Kern zunehmender Beweise aus Afrika und der ganzen Welt auf: ähnliche Ergebnisse wurden in Gambia, Chile, den USA und in Grossbritannien beobachtet. Es darf erwartet werden, dass die innerhalb der Studie erbrachten Befunde sich auch auf andere afrikanische Länder anwenden lassen.

    Erst kürzlich hat eine Reihe von Entwicklungsländern mit der routinemässigen Impfung von Kindern gegen die Hib-Erkrankung begonnen. Dennoch haben weniger als 40 % der afrikanischen Länder trotz der überwältigenden Beweiskraft und Unterstützung zugunsten dieser Vakzine die Hib-Impfung eingeführt[2]. Einer der wichtigsten Gründe dagegen war das Fehlen von verfügbaren Daten über die Belastung durch die Hib-Erkrankung und über die Wirksamkeit der Vakzine.

    "Es ist lebenswichtig, Eingriffe in die Volksgesundheit wie die Einführung der Hib-Vakzine durch starke Beweise zu unterstützen", meint Dr. Sharif, Deputy Director of Medical Services im Gesundheitsministerium in Kenia. "Unsere leistungsfähigen Überwachungssysteme helfen uns auch, neue Vakzine bei der Verhinderung von anderen führenden tödlichen Kindserkrankungen wie Pneumokokken- und Rotavireninfektionen", so Sharif.

    Überwachung ist zur Kontrolle der Auswirkung von Gesundheits- und Impfprogrammen unerlässlich. "Den Nachweis für die Einführung neuer und zu wenig eingesetzter, lebensrettender Vakzine zu liefern ist ein wichtiger Schritt beim Verständnis darüber, welche Interventionen Länder benötigen, um mehr Leben schneller zu retten", meint Julian Lob-Levyt, Executive Secretary der GAVI Alliance. "Wenn Sie die Wirkung, die eine Erkrankung auf ihr Land hat, messen können, ist es einfacher, Material zu deren Eindämmung zusammenzutragen", so Lob-Levyt.

    Weltweit, so schätzt man, verursacht die Hib-Erkrankung 3 Millionen schwere Erkrankungen und führt so zu 400.000 toten Kindern jährlich. In Ländern, in denen die Hib-Impfung routinemässig angewendet wurde, wurde die Erkrankung praktisch eliminiert. Wenn man Länder, Spender und die Industrie mobilisieren und zur Einführung der Hib-Impfung bewegen könnte, könnten Eltern, Kinder und Gesundheitsämter in Afrika auch sehen, dass Tod und Leid aufgrund von Hib eine Sorge der Vergangenheit ist.

    Die GAVI Alliance arbeitet gemeinsam mit Partnern und Interessengruppen in Kenia und in anderen Entwicklungsländern an der Beschaffung Finanzmitteln für Impfprogramme und an der Umsetzung von Programmen zur Verbesserung der Gesundheitssysteme und zur Stärkung der Überwachungsnetzwerke.

    Diese Studie stützt erneut die Auffassung der WHO Strategic Advisory Group of Experts (SAGE) und die Empfehlungen der afrikanische Task Force on Immunization zur globalen Durchführung der Hib-Impfung. Die Studie geht davon aus, dass der routinemässige Einsatz der Impfung hilft, das Millennium Development Goal, die Kindssterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel zu reduzieren.

    Redaktioneller Hinweis

    KEMRI-Wellcome Research Programme

    Der Schutz der Gesundheit von afrikanischen Kleinkindern ist Hauptmotivation für die Forschung im "KEMRI-Wellcome Research Programme". Seit Langem engagiert man sich hier für die Stärkung der Forschungskapazität. Das Programm hat sich als international anerkanntes Forschungszentrum beim Kampf gegen Malaria und andere wichtige Infektionskrankheiten wie der Hib-Erkrankung einen Namen gemacht. Das Programm wird in den Standorten Kilifi, eine Autostunde nördlich Mombasa an der Küste und in der Hauptstadt Nairobi durchgeführt. Kilifi ist das Hauptzentrum der klinischen und epidemiologischen Forschung.

    Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

    Die CDC sind die wichtigste Einrichtung in der US-Regierung zum Schutz der Gesundheit und zur Sicherheit aller Amerikaner. Die Behörde wurde im Jahre 1946 gegründet, um die Malaria zu kontrollieren. Die CDC sind seither Vorreiter bei öffentlichen Massnahmen zur Verhinderung bzw. Kontrolle von Infektionskrankheiten und von chronischen Erkrankungen, bei Verletzungen, beim Arbeitsschutz, bei Invalidität und umweltbedingter Bedrohung der Gesundheit. Heute erfahren die CDC globale Anerkennung für die Durchführung von Forschungen und Untersuchungen und für ihre handlungsorientierte Lösungen. Die CDC setzen Forschungsergebnisse und Befunde bei der Verbesserung der Lebensqualität der Menschen um und reagieren bei Notfällen im Gesundheitswesen.

    Republic of Kenya Ministry of Health (MoH)

    Die Aufgabe des Gesundheitsministeriums (MoH) ist es, sich an integrierten und qualitativ hochwertigen Präventiv-, Heil- und Rehabilitationsprogrammen für alle Kenianer zu beteiligen bzw. diese zu fördern. Das Ministerium bietet Gesundheitsdienste für alle 32 Millionen Kenianer. Die "Expanded Programme on Immunization" (EPI) Services in Kenia wurden Anfang der 1980-er Jahre eingeführt und durch verschiedentliche Interventionen beschleunigt. Zu den Errungenschaften gehören die Reduktion der Morbidität und Mortalität in Verbindung mit durch Impfung verhütbaren Erkrankungen und die Gewähr, dass die Services zugänglich und erschwinglich für die Gemeinschaft sind.

    The Hib Initiative

    Im vergangenen Jahr startete die GAVI Alliance ein 37 Mio. USD Programm mit dem Namen "The Hib Initiative", das die Spezialisten für Infektionskrankheiten von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, der London School of Hygiene and Tropical Medicine, den U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC), und der Weltgesundheitsorganisation WHO zusammen bringt, um die beweisbasierte Entscheidungsfindung hinsichtlich des Einsatzes der Hib-Impfung in den Entwicklungsländern voran zu bringen. Es wird geschätzt, dass es jährlich bei Kindern unter 5 Jahren zu rund 3 Millionen Hib-Erkrankungen kommt und dass diese Erkrankungen zu rund 400.000 Todesfällen führen. Weitere Informationen finden Sie unter www.hibaction.org.

    The GAVI Alliance

    Die GAVI Alliance versteht sich als die Allianz der wichtigsten Immunisierungs-Interessengruppen. Zu den Partnern der Allianz zählen die Regierungen von Entwicklungsländern und Geberländern, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF, die Weltbank, die Impfstoffindustrie in den Industrie- und den Entwicklungsländern, Forschungs- und technische Behörden, Nichtregierungsorganisationen und die Bill & Melinda Gates Stiftung. Es wird geschätzt, dass bis zum Ende 2005 über 1,7 Millionen Frühtodesfälle durch die GAVI-Unterstützung verhindert werden konnten. Die Massnahmen der GAVI sind für das Erreichen des Millennium Development Goals zur Kindsgesundheit, das eine Reduzierung der Kindssterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel fordert, besonders wichtig. Von 10 Millionen Kindern, die jedes Jahr vor Erreichen des fünften Lebensjahres sterben müssen, sterben 2,5 Millionen an Krankheiten, die mit derzeit zur Verfügung stehenden bzw. mit neuen Impfstoffen verhindert werden könnten.

    [1] August 9, 2006-Vol 296, No. 6 671

    [2]. Die Hib-Vakzine wird routinemässig in Kenia und in 14 anderen Ländern in Afrika eingesetzt

ots Originaltext: Hib Initiative
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.ch

Pressekontakt:
Weitere Informationen zur Hib-Erkrankung und zur
Pneumokokkenerkrankung, oder falls Sie ein Interview mit einem der
Experten arrangieren möchten: Lois Privor-Dumm, MIBS, Director,
Communication Strategy, The Hib Initiative, US Mobiltelefon
+1-484-354-8054, Email lprivord@jhsph.edu; Ibti Vincent, Assistant
Communications Officer, GAVI Alliance, Büro +1-202-478-1045, Email
ivincent@gavialliance.org; Selina Haylock, Consultant, Ruder Finn
Communications, UK Mobiltelefon +44-(0)7841-009-252, Email
shaylock@ruderfinn.co.uk



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