International Stroke Society

Bessere Kenntnis der Schlaganfallrisiken kann laut führenden Medizinern Millionen das Leben retten

    Brüssel (ots/PRNewswire) - Führende internationale Schlaganfall-Spezialisten riefen heute dazu auf, der Prävention von Schlaganfällen eine dringende Priorität im öffentlichen Gesundheitswesen und in der medizinischen Fachwelt einzuräumen. Mit diesem Plädoyer wandten sich die Experten anlässlich des von der International Stroke Society (ISS) ins Leben gerufenen "Stroke Awareness Day 2006" an die Öffentlichkeit. Zu Beginn der European Stroke Conference in Brüssel erklärten ISS-Mitglieder, ein Grossteil der weltweit 15 Millionen Schlaganfälle pro Jahr hätte mit einer besseren öffentlichen Aufklärung und der Behandlung allgemeiner Risikofaktoren verhindert werden können.

    Trotz der Tatsache, dass jährlich fünf Millionen Menschen an Schlaganfällen sterben und weitere fünf Millionen als Folge von Schlaganfällen zu Schwerbehinderten werden, geniessen Schlaganfälle weltweit als Erkrankungsform zu wenig Beachtung. Einst galt der Schlaganfall vor allem als Erkrankung westlicher Länder. Doch nun steigt auch die Zahl der Schlaganfälle in Entwicklungsländern rapide an.(3) Viele Menschen haben ein stark erhöhtes Schlaganfallrisiko aufgrund von Faktoren wie Bluthochdruck (vier- bis sechsmal höheres Risiko)(1), Rauchen (doppeltes Risiko)(2), schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung (erhöhtes Risiko um 11 bzw. 50 Prozent).(3) Ein fortgeschrittenes Alter und vorherige gesundheitliche Vorbelastungen wie Herzprobleme oder ein früherer Schlaganfall erhöhen das Risiko ebenfalls. Wer bereits einen Schlaganfall erlitten hat, besitzt ein neunmal höheres Risiko für einen weiteren Schlaganfall.(4) Kommen mehrere dieser Faktoren zusammen, erhöht sich das Risiko um ein weiteres.

    Der "Stroke Awareness Day 2006" ist ein Handlungsaufruf an die Öffentlichkeit und insbesondere an diejenigen, die glauben, dass sie ein Schlaganfallrisiko haben, sich langfristig für die Vorbeugung zu engagieren. Betont wird dabei, dass die Prävention nach einem Schlaganfall sogar eine noch grössere Rolle spielt. Deshalb ruft die ISS auch diejenigen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, auf, sich für die Vorbeugung einzusetzen und bittet deren Freunde und Familie um Unterstützung. 15 Prozent der Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, sterben daran oder werden innerhalb eines Jahres pflegebedürftig aufgrund von einhergehenden Problemen durch verstopfte Arterien (z. B. Herzinfarkt oder ein weiterer Schlaganfall).(5)

    Professor Bo Norrving von der International Stroke Society und dem schwedischen Universitätsklinikum in Lund, erklärt dazu: "Ein Schlaganfall hätte in vielen Fällen vermieden werden können. Wir können die jährlich steigende Zahl an Schlaganfällen signifikant reduzieren, indem wir den Menschen die Risikofaktoren bewusst machen und sie zu relativ einfachen Änderungen ihres Lebensstils bewegen."

    Er fügt hinzu: "Wenn jemand einen Schlaganfall hatte, ist die langfristige Prävention eines zweiten Schlaganfalls sogar noch wichtiger, weil ein höheres Risiko besteht. Deshalb bitten wir Ärzte überall auf der Welt, ihre Patienten auf diese Risiken hinzuweisen, sie bei der Führung eines gesunden Lebensstils zu unterstützen und gegebenenfalls entsprechende Medikamente zu verordnen."

    Die ISS hat zudem Informationsmaterial für Patienten erarbeitet, das über die Reduzierung des Schlaganfallrisikos aufgeklärt. Darin wird aufgerufen, das persönliche Risiko durch folgende Massnahmen so schnell wie möglich zu verringern:

    - Hören Sie mit dem Rauchen auf.

    - Ernähren Sie sich gesund: viel Obst, Gemüse und Ballaststoffe - wenig Salz, gesättigte Fette und Cholesterin.

    - 30 Minuten körperliche Bewegung, fünfmal die Woche, sind optimal.

    - Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.

    - Vermeiden Sie exzessiven Alkoholkonsum.

    - Wenn Sie über 50 sind, sollten Sie Ihren Blutdruck regelmässig kontrollieren.

    - Nehmen Sie alle Medikamente, die Ihnen der Arzt verschrieben hat.

    Jüngste Studiendaten zeigen, dass viele Menschen, die ein höheres Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Risiko aufweisen, nicht mit geeigneten Medikamenten behandelt werden, die dieses Risiko mindern könnten. Patienten in der grössten Beobachtungsstudie von Menschen mit Atherothrombose (Blutgerinnsel, die die zugrunde liegende Ursache von Herzinfarkten und Schlaganfällen sind) wurden im Allgemeinen mit zu wenig Statinen zur Senkung eines hohen Cholesterinspiegel behandelt und zu selten einer Antiplatelet-Therapie zur Reduzierung von Blutgerinnseln unterzogen. Die Studie ergab zudem eine unzureichende Behandlung von Bluthochdruck (50 Prozent hatten zu Beginn der Studie einen erhöhten Blutdruck), einem der Hauptrisiken für einen Schlaganfall.(6)

    Zudem zeigte die Studie sehr deutlich, inwieweit ein Schlaganfall mit anderen Bedingungen einhergeht, die durch die Verstopfung von Arterien durch Blutgerinnsel verursacht werden. Von den 19.000 Patienten mit vorherigem Schlaganfall oder schwächeren Schlaganfällen, die an der Studie teilnahmen, hatten 40 Prozent auch Probleme in anderen vaskulären Bereichen, wie den Arterien, die das Herz oder die Beine versorgen.(5) Diese Bedingungen teilen in grossem Umfang die gleichen Risikofaktoren. Zudem erhöht das Vorliegen von vaskulären Erkrankungen in einem Teil des Körpers stark das Risiko von vaskulären Vorfällen in anderen Organen.

    Informationen zum Schlaganfall

    Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Es besteht sofortiger Handlungsbedarf. Der Rettungsdienst muss sofort verständigt werden, um eine ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Die Überlebenschancen bzw. die Chancen für eine erfolgreiche Genesung werden verbessert, wenn die Symptome schnell erkannt werden und eine sofortige medizinische Versorgung geleistet werden kann. Je früher ein Schlaganfallpatient eine medizinische Sofort- bzw. Langzeitbehandlung erhält, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Hirnschädigung vermieden werden kann.

    Schlaganfälle können entweder durch einen Blutgerinnsel, das den Blutzufluss zum Gehirn hemmt (ischämischer Schlaganfall), oder durch ein geplatztes Blutgefäss, das den Blutzufluss zum Gehirn verhindert (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden. Wenn dies passiert ist, werden Teile des Gehirns nicht mehr mit Blut (und Sauerstoff) versorgt und beginnen abzusterben.

    Der ischämische Schlaganfall ist die häufigste Form des Schlaganfalls. Jeder, der einmal einen Schlaganfall erlitten hat, besitzt ein erhöhtes Risiko, einen weiteren Schlaganfall und/oder einen Herzanfall zu erleiden. Ohne Sauerstoff und Nährstoffe sterben die Nervenzellen im Gehirn schnell ab. Sobald dies passiert ist, funktioniert der von diesen Nervenzellen kontrollierte Teil des Körpers nicht mehr zuverlässig. Die Ausfälle können dauerhaft sein. Aus diesem Grund ist schnelles Handeln notwendig, um langfristige körperliche und geistige Behinderungen zu minimieren.

    Zwar gibt es Risikofaktoren, die nicht beeinflusst werden können, wie etwa die altersbedingte oder familiäre Vorbelastung. Allerdings sind viele Faktoren durch einfache Änderung der Lebensgewohnheiten steuerbar. Das Schlaganfallrisiko kann unter anderem durch Aufgabe des Rauchens, Sport und Bewegung, Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung viel Obst und Gemüse oder durch medikamentöse Behandlung mit Blutdruck senkenden Mitteln zur Kontrolle des Bluthochdrucks verringert werden. Bei einigen Patienten reicht allerdings eine Änderung der Lebensgewohnheiten nicht aus, um das Risiko für einen zweiten Schlaganfall zu verringern.

    Aber es ist nicht nur die schnelle Beherrschung des Schlaganfalls, die von Wichtigkeit ist, um die Prognose des Patienten zu verbessern. Auch der Einsatz von Statinen, blutdrucksenkenden Mitteln und Antithrombotika kann die Blutgerinnselbildung verhindern und das Risiko des Schlaganfalls verringern.

    Die International Stroke Society

    Die International Stroke Society (ISS) wurde im Oktober 1989 gegründet, um auf den Schlaganfall als globales öffentliches Gesundheitsproblem aufmerksam zu machen. Die Aufgabe der International Stroke Society besteht darin, Zugang zu Schlaganfallpflege zu gewähren und die Forschung und Weiterbildung zur Verbesserung der Pflege der Schlaganfallopfer zu fördern.

    In der ISS sind über 1.300 Mitglieder aus 71 Ländern organisiert. Die ISS ist die einzige Organisation, deren Zielsetzung exklusiv der Schlaganfall ist und die als offizielle Nichtregierungsorganisation von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt wurde. Die ISS arbeitet eng mit einer anderen Organisation, der World Stroke Federation, zusammen, zu deren Mitgliedern auch Patientengruppen gehören.

    Weitere Informationen zum Schlaganfall und zur Prävention eines Schlaganfalls finden Sie unter http://www.internationalstroke.org. Hier können Sie sich auch eine Broschüre und ein Poster zum Stroke Awareness Day herunterladen.

    Bestimmte Aktivitäten des Stroke Awareness Day wurden von sanofi-aventis und Bristol-Myers Squibb unterstützt.

ots Originaltext: International Stroke Society
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.ch

Pressekontakt:
Für weitere Informationen zum Stroke Awareness Day oder für die
Vereinbarung von Interview-Terminen wenden Sie sich bitte an: Simon
Moore, Tel.: +44-(0)207-300-6149, E-Mail: simonj_moore@uk.bm.com



Das könnte Sie auch interessieren: