Schloss Wildegg - Schweizerische Landesmuseen

Der Adel trifft sich auf Schloss Wildegg

Wildegg (ots) - Ein Bild wie in der Barockzeit. Im prachtvollen Garten der Schlossanlage lustwandelt in der Frühlingsssonne eine vornehme Gästeschar zwischen blühenden Tulpen und seltenen Gemüsepflanzen. Man spricht Berndeutsch, Französisch und Schriftdeutsch im charmanten Tonfall des österreichischen Adels. Von den 150 geladenen Gästen tragen viele Familiennamen, die sich auf der im Wohnschloss präsentierten Stammtafel der Effinger von Wildegg wieder finden. Das sind in erster Linie Patrizier aus den Häusern von Diesbach, von Salis, von Graffenried, von Wattenwyl, von Bonstetten oder von Daxelhofer. Noble Namen aus dem angrenzenden Ausland erinnern daran, dass die Familie Effinger in französischen, österreichischen und im 18. Jahrhundert auch in holländischen Diensten stand und enge Freundschaften mit der Aristokratie Europas pflegte. Hommage an die letzte Schlossherrin Die frühjährliche Wiedereröffnung des Schlosses Wildegg ist eine Hommage an Pauline Adelheid Julia Effinger von Wildegg, genannt Julie. Sie war Alleinerbin der Schlossanlage, die über elf Generationen von ihrer Familie bewohnt und bewirtschaftet wurde. 1912 vermachte sie die ganze Domäne der Eidgenossenschaft. Andres Furger, Direktor der Musée Suisse Gruppe, präzisiert in seiner Begrüssungsrede: "Während elf Generationen bewohnte und bewirtschaftete die Familie Effinger die Schlossdomäne Wildegg mit über 100 Hektaren Land. Nachdem Kaspar Effinger von Brugg die Wildegg 1483 erworben hatte, blieb das Anwesen ohne Unterbruch bis 1912 im Besitz der Familie. Julie von Effinger starb 1912 ohne Nachkommen. Sie vermachte Schloss und Domäne Wildegg der Eidgenossenschaft. Das vorzüglich erschlossene Familienarchiv dokumentiert das Leben der Aargauer Landjunkerschaft in verschiedenen Zeitepochen. Die vorhandenen Tagebücher, Briefe und Memoiren sind literarische Zeugnisse der Liebe, Heirat und Alltagssorgen einer Familie, die vom Ancien Régime und den gesellschaftlichen Umbrüchen Europas geprägt war." Zum Wohnschloss mit seiner reichhaltigen Ausstattung aus dem 17. bis 19 Jahrhundert gehört neben dem Nutz- und Lustgarten und dem Rebberg, eine Lindenterrasse, ein Französischer Rosengarten, Wald und ein landwirtschaftlicher Hof, der heute als Bio-Betrieb geführt wird. Dieses Anwesen ist im Wesentlichen intakt geblieben und gilt heute als Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung. Das Gut zeigt auf einzigartige Weise eine mittelalterliche Infrastruktur, die den Herrschaften eine weitgehend autarke Lebensweise ermöglichte. Dass das Schloss Wildegg und die dazugehörende Anlage heute eine grossartige Erholungs- und Bildungsstätte für die breite Öffentlichkeit ist, entspricht der weitsichtigen und noblen Haltung einer Frau, die die Zeichen der Zeit erkannt hatte. Mit ihrer Schenkung legte sie ein Zeugnis vom Lebensstil einer Schweizer Familie ab, die Geschichte geschrieben hat. Öffnungszeiten vom Schloss und Garten 1. April bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr Jeden Montag und Karfreitag geschlossen / Oster- und Pfingstmontag offen ots Originaltext: Schlossdomäne Wildegg - MUSEE SUISSE Gruppe Internet: www.presseportal.ch Kontakt: Marianne Eichmann Schlossdomäne Wildegg - MUSEE SUISSE Gruppe 5103 Wildegg AG Tel. +41/62/887'08'31 Fax +41/62/887'08'39 E-mail:schloss.wildegg@slm.admin.ch Internet: http://www.musee-suisse.ch/wildegg

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