NewYork-Presbyterian Hospital/Columbia

WIN-R-Studie zeigt Wirksamkeit von kürzerer PEG-INTRON- und REBETOL-Therapie bei Hepatitis C-Patienten mit HCV-Genotyp 2 oder 3

    Wien, Österreich (ots/PRNewswire) -

    - 24-wöchige Therapie weist bessere Verträglichkeit mit geringerem Rezidivrisiko für Patienten auf

    Für Patienten, die mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) vom Genotyp 2 oder 3 infiziert sind, erwies sich eine kürzere, 24-wöchige Therapie mit PEG-INTRON(R) (Peginterferon alfa-2b) in Kombination mit REBETOL(R) (Ribavirin, USP) als ebenso wirksam wie eine 48-wöchige Therapie und wurde von den Patienten besser vertragen. Diese Ergebnisse(1) wurden heute im Rahmen des 41. Kongresses der European Association for the Study of the Liver (EASL) präsentiert.

    Ein wesentlicher Faktor ist zudem, dass die kürzere 24-wöchige Behandlung mit einer geringeren Rezidivrate assoziiert wurde - lediglich 6% bei den Genotyp 2-Patienten und 10% bei den Genotyp 3-Patienten, was mit dem Ergebnis von 5% bzw. 12% bei der längeren 48-wöchigen Therapie übereinstimmte. Als rezidiv werden Patienten mit nicht nachweisbarer Hepatitis C-Viruslast am Ende der Behandlung definiert, die 24 Wochen nach der Behandlung eine nachweisbare Viruslast aufwiesen.

    Die Ergebnisse stammen aus einer Genotyp 2/3-Substudie innerhalb einer grösseren WIN-R (gewichtsbasierte Dosierung von PEG-INTRON und REBETOL)-Studie, einer gemeinschaftsbasierten Studie und die grösste klinische Hepatitis C-Studie, die bis dato in den USA durchgeführt wurde.

    "Diese Ergebnisse sind von Bedeutung, da sie die Wirksamkeit einer Peginterferon alfa-2b- und Ribavirin-Kombinationstherapie von kürzerer Dauer für Patienten mit HIV-Genotyp 2 und 3 in einer realen Gemeinschaftsumgebung bestätigen und die derzeitige Behandlungspraxis aufrüsten", so Dr. med. MPH Robert S. Brown Jr, Forschungsleiter der WIN-R Genotyp 2/3-Substudie, ausserordentlicher Professor für Medizin und Chirurgie am Columbia University College of Physicians and Surgeons sowie Leiter der klinischen Hepatologie und medizinischer Direktor des Zentrums für Lebererkrankung und Transplantation im NewYork-Presbyterian Hospital/Columbia University Medical Center.

    Patienten können in vieler Hinsicht von einer kürzeren Behandlungsdauer profitieren, so etwa durch Verminderung der Nebenwirkungen, was äusserst signifikant bei der Hepatitis C-Behandlung sein kann.  Das Risiko eines  Rezidivs ist jedoch bei einer Verkürzung der Behandlungsdauer des HVC zu  berücksichtigen.

    "Kein Arzt möchte seinem Patienten die furchtbare Nachricht übermitteln, dass nach Abschluss einer schweren und langwierigen HCV-Therapie und im Glauben, dass diese erfolgreich gewesen sei, ein Rezidiv aufgetreten ist. Die geringe Rezidivrate, die bei WIN-R beobachtet wurde, liefert eine weitere Bestätigung für Ärzte, dass 24 Wochen Peginterferon alfa-2b- und Ribavirin-Kombinationstherapie zur Optimierung der Heilungschancen ihrer Genotyp 2/3-Patienten ausreichen", so Dr. med. Ira M. Jacobson, Forschungsleiter der WIN-R-Studie und Koautor der Genotyp 2/3-Substudie, Vincent-Astor-Professor für klinische Medizin am Weill Medical College der Cornell University und Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie am NewYork-Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center in New York City. Dr. Jacobson und Dr. Brown sind zudem Ko-Direktoren des Netzwerkes für klinische Leberstudien (Liver Clinical Trials Network - LCTN) des NewYork-Presbyterian Healthcare Systems.

    Ergebnisse der WIN-R-Studie für Patienten vom HCV-Genotyp 2/3

    Im Rahmen der WIN-R-Studie wurden 4.913 Patienten auf gewichtsbasiertes PEG-INTRON (1,5 mcg/kg wöchentlich) in Kombination mit REBETOL als fixe Dosierung (800 mg/Tag) oder gewichtsbasierte Dosierung (800 mg, 1000 mg, 1200 mg oder 1400 mg täglich für ein Körpergewicht unter 65 kg, 65 bis 85 kg, 86  bis 105 kg bzw. 106 bis 125 kg) randomisiert. Die Patienten wurden für die  Dauer von 48 Wochen (Genotyp 1) oder 24 Wochen (Genotyp 2 oder 3) behandelt.  Die Patienten in den Behandlungsarmen wurden gleichmässig auf Geschlecht, Alter, Körpergewicht, Genotyp, Viruslast und Stadium der Leberfibrose abgestimmt. Insgesamt wurden 1.829 Patienten vom Genotyp 2 und 3 in die  Studie aufgenommen und randomisiert.

    Die Forscher fanden heraus, dass die 24-wöchige Therapie bei den Genotyp 2- und 3-Patienten ebenso wirksam war wie die 48-wöchige und zudem besser verträglich. Im gewichtsbasierten REBETOL-Dosierungsarm betrug die Rate der anhaltenden virologischen Reaktion (SVR) 68% für 24 Wochen im Vergleich zu 60% für 48 Wochen Behandlung, wobei der geringere Prozentsatz auf mehr fehlende Follow-up-Daten zurückgeführt werden kann. Im 24-wöchigen  Behandlungsarm wiesen die Patienten mit Genotyp 2 eine höhere SVR und  geringere Rezidivrate als jene mit Genotyp 3 (72 % vs. 60% bzw. 6% vs. 10%  auf). Die Forscher kamen zum Schluss, dass anscheinend eine höhere,  gewichtsbasierte Ribavirindosis erforderlich ist, um ähnliche SVR-Raten bei  den Patienten mit Genotyp 3 zu erzielen. Multivariate Analysen haben gezeigt,  dass Genotyp 2, weniger fortgeschrittene Fibrose und 24 Wochen Therapie  signifikante SVR-Prädiktoren waren. Die Wirksamkeit und Therapieabbruchrate  waren bei den beiden Behandlungsgruppen ähnlich.

    Ein Mangel an der Durchführung von grossen gemeinschaftsbasierten HCV-Studien wie WIN-R im Gegensatz zu Zulassungsstudien mit intensiveren Monitoring-Kapazitäten führt dazu, dass ein hoher Patientenanteil den Nachfolge-Virentest (PCR-Test) 24 Wochen nach Ende der Behandlung aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten vieler Standorte zur Durchführung eines strengen Monitoring der Patienten nach Verabreichung der letzten Behandlungsdosis verabsäumt. Insgesamt gingen bei der WIN-R-Studie 13,1% (164/1256) der Patienten in der gewichtsbasierten Dosierungsgruppe und 13,7% (163/1193) der Patienten in der fixen Dosierungsgruppe, die zu Behandlungsende Responder waren, aufgrund der Nachfolgeuntersuchung verloren und zählten unter einer strengen Intent-to-Treat-Analyse (ITT-Analyse) als Behandlungsmisserfolge.

    WIN-R war eine von Forschern initiierte klinische Studie, die von Schering-Plough Corporation unterstützt und vom Schering-Plough Research Institute als Teil einer von der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (U.S. Food and Drug Administration- FDA)vorgegebenen verpflichtenden Massnahme nach dem Verkauf überwacht wurde. PEG-INTRON und  REBETOL sind eingetragene Markenzeichen von Schering-Plough.

    Über Hepatitis C

    Hepatitis C ist die häufigste blutübertragene Infektion in den USA. Etwa 4 Mio. Personen oder jeder 50. Erwachsene sind davon betroffen. Chronische  Hepatitis C kann Zirrhose, Leberversagen und Leberkrebs verursachen.  Schätzungen zeigen auf, dass bei mindestens 20 % der Patienten mit  chronischer Hepatitis C eine Zirrhose und bei einem geringeren Prozentanteil  Leberkrebs auftritt. Bei Patienten mit chronischer Hepatitis C und dadurch  bedingter Zirrhose ist das Risiko eines Leberkrebses 100 Mal höher als bei  nicht infizierten Personen(3). Etwa die Hälfte aller Fälle von primärem  Leberkrebs in den Industrieländern geht auf Hepatitis C zurück und Hepatitis C-bedingtes Leberleiden stellt heute die Hauptursache für Lebertransplantationen dar(4).

    Informationen zum NewYork-Presbyterian Hospital

    Das NewYork-Presbyterian Hospital ist das grösste nicht konfessionsgebundene Non-Profit-Krankenhaus in den USA. Es bietet modernste stationäre, ambulante sowie präventive Behandlungen auf sämtlichen medizinischen Gebieten in seinen fünf Hauptzentren: NewYork-Presbyterian Hospital/Columbia University Medical Center, NewYork-Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center, Morgan Stanley Kinderspital, Allen Pavilion und Westchester Division. Im /U.S. News &/ /World Report's/-Führer der besten Spitäler in den USA (America's Best Hospitals) ist es permanent unter den Top-Spitälern landesweit gereiht. Das NewYork-Presbyterian Healthcare System, zu dem Notfall- Gemeindespitäler, Langzeitpflegeeinrichtungen, Ambulanzen und Spezialinstitute gehören, versorgt jeden 4. Patienten im Grossraum New York. http://www.nyp.org/

    Informationen zum Columbia University Medical Center

    Das Columbia University Medical Center ist international führend auf dem Gebiet präklinischer und klinischer Forschung, der Ausbildung im Bereich Medizin- und Gesundheitswissenschaft sowie der Patientenfürsorge. Das medizinische Zentrum bildet zukünftige Führungskräfte im Gesundheitswesen aus, wobei es sich auf die engagierte Arbeit zahlreicher Ärzte, Wissenschaftler, Krankenpfleger, Zahnärzte sowie Experten aus dem Gesundheitswesen an der Fakultät für Ärzte und Chirurgen, der Fakultät für Zahnmedizin, Lehranstalt für Krankenpflege, Mailman School of Public Health, biomedizinischen Abteilung der Hochschule für Kunst und Wissenschaft sowie angeschlossene Forschungszentren und -institutionen stützt. http://www.cumc.columbia.edu/newsroom

@@start.t1@@      Quellenangabe
      1. Brown Jr. RS, Jacobson IM, Afdahl N, Freilich B, Pauly MP,
          Regenstein F, Flamm S, Kwo P, Griffel LH, Brass CA, the WIN-R Study
          Group. Differences in treatment outcome to antiviral therapy based
          on genotype and viral load in hepatitis C genotypes 2 and 3 in the
          WIN-R trial. Präsentation 41 beim 41. Kongress der European
          Association for the Study of the Liver, Wien (A), 26. -30. April
          2006.
      2. SVR ist als nicht nachweisbare Viruslast (HCV RNA) 24 Wochen nach
          Behandlungsende definiert.
      3. Ince N, Wands JR. The increasing incidence of hepatocellular
          carcinoma. N Engl J Med 1999 March 11;340:10.
      4. Centers for Disease Control and Prevention. Recommendations for
          prevention and treatment of hepatitis C virus (HCV) and HCV-related
          chronic disease. MMWR Weekly Report 1998 Oct. 16;1.
      Ansprechpartner:
      Andrea Ziltzer
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      Columbia University Medical Center
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      cel2113@columbia.edu
      Web site: http://www.nyp.org
                      http://www.cumc.columbia.edu/newsroom@@end@@

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Center, +1-212-305-0820, cel2113@columbia.edu



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