Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

Max Havelaar-Stiftung (Schweiz): Nespresso und Fairtrade International bündeln ihre Kräfte im Hinblick auf die Unterstützung Kolumbianischer Produzenten-Organisationen

Zürich/Lausanne (ots) - Harriet Lamb, CEO von Fairtrade International, und Jean-Marc Duvoisin, CEO von Nestlé Nespresso, geben heute eine neue weitreichende Partnerschaft bekannt, die tausenden Kaffeekleinbauern zugutekommen wird. Zeitgleich mit dieser Ankündigung feiert Nespresso das zehnjährige Bestehen seines Nespresso AAA Sustainable Quality[TM]-Programms, mit Fokus auf die Verbesserung von Produktqualität und Nachhaltigkeit bei Bauern und ihren Gemeinden.

Nespresso hat sich verpflichtet, einen zunehmenden Anteil seines Kaffees von Fairtrade-zertifizierten Produzenten-Organisationen zu beziehen - eine Partnerschaft, die tausenden Kaffeekleinbauern noch mehr Einkommenssicherheit bietet und gleichzeitig den Aufbau stabiler, repräsentativer Produzenten-Organisationen fördert. Starke, gut organisierte Produzenten-Organisationen sind ein wesentlicher Baustein für die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung.

Diese Partnerschaft vereint die langjährige Erfahrung von Fairtrade im Aufbau stabiler und demokratischer Produzenten-Organisationen mit dem AAA-Programm von Nespresso, durch welche Bauern nachweislich ihre Produktqualität, Nachhaltigkeit und Produktivität verbessern können und das auch andere soziale und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Im Rahmen dieses Programms wollen Nespresso und Fairtrade Sozialleistungen u.a. im Bereich der Gesundheitsvorsorge, Unfallversicherung und Altersvorsorge zugunsten der Bauern und ihrer Familien entwickeln.

"Die Partnerschaft von Nespresso und Fairtrade ist für die Kaffeebauernfamilien sehr vielversprechend. Sie ermöglicht Entwicklung, welche nicht nur ganzen Gemeinden zugutekommt, sondern unterstreicht auch die grundsätzliche Notwendigkeit, sicherzustellen, dass die Lebensqualität der Kleinbauern mit der Qualität des Kaffees, den sie produzieren, übereinstimmt", erklärt Lamb.

Zu Beginn wird Nespresso Fairtrade-zertifizierten Kaffee von den Kleinbauern im kolumbischen Caldas beziehen. Im Rahmen des AAA Sustainable Quality[TM]-Programms kauft Nespresso bereits bei fünf Fairtrade-zertifizierten Produzenten-Organisationen in der Region ein. Diese Produzenten-Organisationen, denen 7'000 Kleinbauern angehören, haben sich 2004 als erste dem AAA-Programm von Nespresso angeschlossen.

"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mit unserem AAA-Programm bis 2020 über die Zusammenarbeit mit Fairtrade und unseren anderen Partnern einen weiteren Beitrag zur sozialen Entwicklung von Kleinbauern zu leisten. Unser Nespresso-AAA Farmer Future-Programm ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zur Verbesserung der Lebensgrundlage aller Kaffeebauern in unserer Lieferkette", meint Nestlé Nespresso Chef Jean-Marc Duvoisin.

Sobald das AAA-Programm für die Zukunft der Bauern greift und erste Früchte trägt, planen Nespresso und Fairtrade die aktive Umsetzung ihrer Partnerschaft auch in anderen Regionen. Insgesamt betrifft das AAA-Programm mehr als 56'000 Kleinbauern, die 80% des gesamten Kaffeevolumens von Nespresso produzieren.

Marike de Peña, Vorsitzende der CLAC , stellvertretende Vorsitzende von Fairtrade International, begrüsst diese Ankündigung im Namen der Mitglieder des Produzentennetzwerkes. "Die CLAC anerkennt, wie wichtig das AAA-Programm von Nespresso für die kolumbianischen Produzenten-Organisationen von Kaffeekleinbauern ist und hoffentlich in absehbarer Zeit auch für andere Produzenten-Organisationen sein wird. In Produktivität, Produktqualität und bewährte Verfahren zu investieren, ist für die Bauern von entscheidender Bedeutung, und zwar nicht nur um ihre wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit zu gewährleisten, sondern auch um sicherzustellen, dass die nächste Generation den Kaffeeanbau ebenfalls als attraktive und tragfähige Existenzgrundlage ansieht. Die CLAC arbeitet gerne vor Ort mit Nespresso zusammen, um diese gemeinsamen Ziele umzusetzen, und freut sich darauf, auf diesem ersten Schritt in Kolumbien aufbauen zu können, damit letztlich auch viele andere Bauern von den Vorteilen können."

"Ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg von Fairtrade ist die kraftvolle Unterstützung der Bauern beim Aufbau stabiler Produzenten-Organisationen und bei der Umsetzung von Entwicklungsprojekten zugunsten ihrer Gemeinden unter Berücksichtigung ihrer eigenen Bedürfnisse und Prioritäten", fügt Merling Preza hinzu, Vorsitzende des Kaffee-Netzwerks der CLAC und Managerin bei PRODECOOP, einer der grössten Fairtrade-Kaffee-Produzenten-Organisationen in Nicaragua. "Dieser Einsatz schafft bei den Mitgliedern der Produzenten-Organisationen ein Gefühl von Eigenverantwortung, das eine Grundvoraussetzung für den Erfolg darstellt. Darüber hinaus begrüssen wir die Tatsache, dass Nespresso den Bauern einen fairen Preis zahlt. Dieses Engagement, das nun durch das Sicherheitsnetz des Fairtrade-Mindestpreises und durch die Fairtrade-Prämie noch mehr Unterstützung erfährt, sorgt für den von den Bauern dringenden benötigten Schutz vor der Volatilität des Kaffeemarktes."

Nespresso und Fairtrade International sowie seine Mitglieder werden mit Fachleuten vor Ort Hand in Hand arbeiten, um den Kaffeebauern zu helfen, ihren kurz- und langfristigen Herausforderungen angemessen zu begegnen und um die Existenzgrundlage von Kleinbauern, ihrer Familien und Gemeinden zu verbessern.

"Kapselkaffees geniessen eine immer grössere Beliebtheit bei den Konsumentinnen. Die neue Partnerschaft mit Nespresso hat eine grosse Bedeutung für uns, wir kommen damit unserer Vision, dass Fairtrade selbstverständlich wird, ein Stück näher. Schweizer Konsumentinnen sind Weltmeister im Konsum von Fairtrade-zertifizierten Produkten und Nespresso ist in der Schweiz weit verbreitet. Mit dieser Partnerschaft wird die Reichweite von Fairtrade vergrössert und die positive Wirkung auf tausende Bauernfamilien verstärkt", sagt Nadja Lang, Geschäftsleiterin der Schweizer Fairtrade-Organisation Max Havelaar.

Über Fairtrade Max Havelaar

Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) wurde 1992 von den Schweizer Hilfswerken Brot für alle, Caritas, Fastenopfer, HEKS, Helvetas und Swissaid gegründet. Als Labelorganisation fördert sie den Konsum von Fairtrade-zertifizierten Produkten, betreibt aber keinen Handel. Sie vergibt in der Schweiz das Fairtrade- Label für Produkte, die fair gehandelt und nach den strengsten sozialen und ökologischen Kriterien von Fairtrade International produziert werden. Heute tragen in der Schweiz über 2'000 Produkte das Fairtrade-Gütesiegel. Weltweit profitieren heute über 1.2 Mio. Kleinbauern- und Arbeiterfamilien vom Fairtrade-Label. Das Label Fairtrade Max Havelaar setzt auf langfristige Handelsbeziehungen, eine Mindestpreisgarantie und Prämien, über die Bauern direkt und autonom verfügen können. Fairtrade gewährt also, dass Bauern selbst entscheiden können, wie sie sich organisieren und wie sie ihre Prämien investieren wollen. So entsteht ein System, von dem nicht nur einzelne Bauern, sondern die ganze Region profitieren. www.maxhavelaar.ch www.fairtrade.net

Über Fairtrade International

Der Dachverband Fairtrade International setzt sich aus 25 Mitgliedern zusammen, die sich für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Landarbeitern einsetzen. Sie legen internationale Fairtrade-Standards fest und unterstützen Fairtrade-Produzenten. Die Vision von Fairtrade ist eine Welt, in der alle Produzenten einen sicheren und nachhaltigen Lebensunterhalt verdienen, ihr Potenzial ausschöpfen können und selber über ihre Zukunft entscheiden. Dementsprechend ist Fairtrade der Meinung, dass der Handel ein grundlegender Motor zur Armutsbekämpfung und für eine umfassende nachhaltige Entwicklung darstellt; dass Menschen Benachteiligungen und Ausgrenzung überwinden können, wenn man sie in die Lage versetzt, mehr Verantwortung für ihre Arbeit und ihr Leben zu übernehmen, wenn Sie besser organisiert sind, über bessere Mittel verfügen, mehr Unterstützung erfahren und ihr Zugang zum Massenmarkt durch faire Handelsbedingungen gesichert ist; und dass Menschen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Einrichtungen in den Industrienationen einen derartigen Handel fördern wollen.

Fairtrade begann vor fünfundzwanzig Jahren mit zwei Containern voll Kaffee, die 1988 von Mexiko in die Niederlande importiert wurden. Weltweit werden inzwischen jedes Jahr Fairtrade-Produkte im Wert von knapp 5 Milliarden Euro verkauft. 60% der Verbraucher überall auf der Welt kennen das Fairtrade-Siegel und wissen, dass Produkte, die dieses Siegel tragen, unter Fairtrade-zertifizierten Bedingungen eingekauft wurden - dazu gehört die Bezahlung des Fairtrade-Mindestpreises sowie Fairtrade-Prämie.

Kaffee gehört mit einer zertifizierten Produktionsmenge von mehr als 400'000 Tonnen und einer Verkaufsmenge von 128'000 Tonnen zu den erfolgreichsten und bedeutendsten Produkten von Fairtrade. Im 2012 wurden Fairtrade-zertifizierte Kaffees in 25 verschiedenen Ländern von den USA über Europa bis Südkorea und vor kurzem sogar in Brasilien und Südafrika von Endverbrauchern gekauft.

Zurzeit arbeitet Fairtrade mit 500'000 Kaffeebauern in 31 Ländern zusammen, wobei rund 75% der Fairtrade-Exporte aus Lateinamerika, darunter Kolumbien, stammen, das für seine hochwertigen Kaffeespezialitäten bekannt ist.

Kontakt:

Medienstelle Fairtrade Max Havelaar
Florie Marion
Tel: 044 278 99 21
E-Mail: f.marion@maxhavelaar.ch


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