Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

Abwertung des Max Havelaar-Gütesiegels nicht gerechtfertigt

    Basel (ots) - Im neuen Label-Führer des WWF wird das Max Havelaar-Gütesiegel "gut" und "sehr gut" bewertet. Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) bedauert, dass die dritte Bestnote äusserst knapp, um einen einzigen Punkt verpasst wurde. Grund war u.a. ein streitbares Wald-Kriterium.

    Die Umweltstandards der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO), die für das Max Havelaar-Gütesiegel massgebend sind, wurden seit 2003 massiv ausgebaut, etwa durch das Verbot von gentechnisch modifizierten Organismen (GVO), Vorschriften zur Bodenfruchtbarkeit, zum Wasserverbrauch, etc.. Heute umfassen die internationalen Standards des fairen Handels über 30 spezifische ökologische Minimalstandards gegenüber drei sehr generellen Kriterien im 2003. Diese umfassenden Verbesserungen widerspiegeln sich leider nicht im Rating des WWF.

    Umweltverträglich heisst nicht automatisch bio

    Die internationalen Standards des fairen Handels enthalten strenge Sozial- und Umweltkriterien sowie klare ökonomische Entwicklungskriterien mit einer entsprechend ausgebauten Warenflusskontrolle. Die Umweltkriterien setzen eine Produktion nach den Massstäben der Integrierten Produktion voraus. Aus Sicht der Produzenten im Süden wäre eine Konzentration auf Bio-Produkte nicht wünschenswert, da dadurch viele Bauern aus dem System ausgeschlossen würden. Für Konsumentinnen und Konsumenten, die sowohl Wert auf Fair Trade wie auch auf Bio legen, gibt es im Handel immer mehr Produkte, die Max Havelaar- und bio-zertifiziert sind. Diese Produkte erhalten im Rating des WWF das Prädikat "sehr gut". Der Anteil zertifizierter Fair-Trade und Bio-Produkte liegt heute bei 30% (Lebensmittel).

    Forderung nach neutralen Experten

    Eine Bewertung verschiedener Labels ist aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten sehr zu begrüssen. Der WWF als Umweltorganisation setzt jedoch einen klaren Fokus auf den Umweltaspekt, dies zeigt sich im Differenzierungsgrad der untersuchten Kriterien. In der Trägerschaft des Ratings fehlen anerkannte Experten aus dem Bereich der Sozialzertifizierung und der Entwicklungszusammenarbeit.

ots Originaltext: Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)
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Kontakt:
Medienstelle Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)
Regula Weber/ Vesna Stimac
Tel.:    +41/44/389'84'73 oder 74
E-Mail: r.weber@maxhavelaar.ch oder v.stimac@maxhavelaar.ch



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