Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

Migros Museum für Gegenwartskunst Jahresprogramm 2016

Zürich (ots) - Wir freuen uns, Ihnen unser Jahresprogramm 2016 zu präsentieren. Den Auftakt bilden die erste Einzelausstellung des Künstlers Ian Cheng in der Schweiz sowie eine Sammlungspräsentation unter dem Titel Momentary Monuments. Von Juni bis September ist die Biennale Manifesta 11 zu Gast in den Räumlichkeiten des Museums. Im Herbst beginnt das umfangreiche Jubiläumsprogramm: 20 Jahre Migros Museum für Gegenwartskunst!

Ian Cheng

20.02.-16.05.2016

Eröffnung: Freitag, 19.02.2016, 18-21 Uhr

Collection on Display: Momentary Monuments

Christine Borland, Marc Camille Chaimowicz, Dani Gal, Christian Jankowski, Fabrice Gygi, Mathilde ter Heijne, Ragnar Kjartansson, Teresa Margolles, Olivier Mosset, Henrik Olesen, Cady Noland, Thomas Schütte

20.02.-16.05.2016

Eröffnung: Freitag, 19.02.2016, 18-21 Uhr

Manifesta 11

11.06.-18.09.2016

www.manifesta11.org

Migros Museum für Gegenwartskunst: 20 Years

Oktober 2016-Februar 2017

Ian Cheng

20.02.-16.05.2016

Eröffnung: Freitag, 19.02.2016, 18-21 Uhr

In seiner künstlerischen Arbeit untersucht Ian Cheng (*1984, USA) die Wesensart und unterschiedlichen Aspekte von Mutationen und daran anknüpfend die Fähigkeit des Menschen, sich äusseren Umständen anzupassen. In einem Referenzsystem aus Videogame-Design, Improvisation und unerbittlichen darwinistischen Selektionsmechanismen entwickelt Cheng sogenannte «Live Simulations»: Virtuelle Ökosysteme, die sich ausgehend von programmierten Grundeigenschaften eigenständig weiterentwickeln, also von keiner externen Autorität gesteuert oder determiniert werden. In ihrer Gestalt erscheinen seine Simulationen oft wie imaginäre Organsimen in digitalen Versuchsanlagen. Sie speisen ihr Prinzip jedoch aus der schonungslosen Kausalität der Natur selbst. Daraus resultiert eine Reihe von zufälligen, neuen Verhaltensmustern, die der Künstler nur zu Beginn beeinflusst, jedoch nie vollends kontrollieren kann. Dieser Prozess manifestiert sich in Zustandsformen wie Chaos, Kollaps, Kannibalisierung, Neukombination, Perfektion, Zufall oder Langeweile. Cheng, der Kognitionswissenschaft an der University of California, Berkeley studierte, begreift seine animierten Echtzeitsimulationen als «neurologische Gymnastik» für den Betrachter: ein Mittel um das Erfahren der unaufhaltsamen Veränderung sowie Zustände der Verwirrung, Beklemmung und kognitiven Dissonanz zu trainieren. In seiner ersten Einzelausstellung in der Schweiz wird Cheng eine neue Arbeit zeigen.

Ian Cheng (*1984, Los Angeles) lebt und arbeitet in New York. Seine Arbeit war in jüngster Zeit in mehreren Einzelausstellungen in europäischen Institutionen zu sehen: Pilar Corrias, London (2015); Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin (2015); Standard, Oslo (2013). Parallel dazu war Cheng in Gruppenausstellungen in der Kunsthalle Düsseldorf (2015); an der Taipei Biennial (2014); Triennale di Milano (2014), und der Lyon Bienniale (2013) vertreten. Die Ausstellung wird kuratiert von Raphael Gygax (Kurator, Migros Museum für Gegenwartskunst). Zur Ausstellung erscheint eine Publikation bei JRP|Ringier.

Collection on Display: Momentary Monuments

Christine Borland, Marc Camille Chaimowicz, Dani Gal, Christian Jankowski, Fabrice Gygi, Mathilde ter Heijne, Ragnar Kjartansson, Teresa Margolles, Olivier Mosset, Henrik Olesen, Cady Noland, Thomas Schütte

20.02.-16.05.2016

Eröffnung: Freitag, 19.02.2016, 18-21 Uhr

Das Ausstellungsformat Collection on Display präsentiert ausgewählte Werke aus der Sammlung des Migros Museum für Gegenwartskunst.

Im Februar 2016 zeigt Collection on Display unter dem Titel Momentary Monuments Werke, die sich mit der Bedeutung und der Funktion des Denkmals und im weiteren Sinne mit Erinnern und Vergessen auseinandersetzen. Die Entwicklung der Skulptur ist aus kunstgeschichtlicher Perspektive eng mit derjenigen des Denkmals verbunden. Statuen, Reiterstandbilder oder Monumente, welche Bildhauer über Jahrhunderte im Auftrag der herrschenden Mächte schufen, repräsentieren immer den Geschmack und die Gesinnung ihrer Auftraggeber, verdeutlichen aber auch den aktuellen Stand der Kunstdiskussion. Denkmäler propagieren - bis heute - die herrschenden Ideen einer Zeit und stehen sinnbildlich dafür, wie Machthaber Ereignisse oder Persönlichkeiten in der offiziellen Geschichtsschreibung und im kollektiven Gedächtnis verankert sehen wollen. Ausgehend vom Begriff des «Denkmals», beschäftigen sich zeitgenössische Kunstschaffende heute mit der Frage nach der Definitionsmacht von Geschichte und der Repräsentanz von Macht im öffentlichen Raum. Die Ausstellung Momentary Monuments vereint bereits bekannte Arbeiten aus der Sammlung mit bisher wenig gezeigten Werken und Neuzugängen, die hier zum ersten Mal vorgestellt werden.

Collection on Display wird von Nadia Schneider Willen(Sammlungskonservatorin, Migros Museum für Gegenwartskunst) kuratiert.

Manifesta 11

11.06.-18.09.2016

Die Manifesta ist die europäische Kunstbiennale, die alle zwei Jahre an wechselnden Standorten in Europa stattfindet. Mehr Informationen finden Sie hier: www.manifesta11.org

Migros Museum für Gegenwartskunst: 20 Years

Oktober 2016-Februar 2017

Das Migros Museum für Gegenwartskunst feiert! Und zwar sein 20 jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird für einmal der Blick zurückgeworfen. Mit dem Format einer rein historischen Rückschau auf die letzten 20 Jahre Museumsarbeit will sich das Migros Museum für Gegenwartskunst aber selbstverständlich nicht begnügen. Seit seiner Gründung 1996 verfolgten die Direktoren des Museums (Rein Wolfs 1996-2001, Heike Munder 2001 bis heute) konsequent das Konzept eines dynamischen Ortes, der sowohl auf künstlerischer wie auch auf institutioneller Ebene feststehende Kategorien verhandelt und hinterfragt. Der traditionell retrospektive Blick, gegeben durch den Rahmen des Jubiläums, wird als offene, lebendige Auseinandersetzung mit der Institutions- und Sammlungsgeschichte sowie der kuratorischen und ideellen Programmatik des Hauses verstanden.

Verschiedene, räumlich abgetrennte Zonen thematisieren Schwerpunkte der institutionellen Praxis des Museums. Ein wichtiger Bestandteil des Jubiläumsprojekts ist die Präsentation von Sammlungs-Highlights in mehreren Etappen. Der Werkbestand der Sammlung ist aufgrund der seit je eng verschränkten Sammlungs- und Ausstellungspraxis stark mit der Geschichte des Hauses verwoben. So ist das 2012 entstandene Werk The Visitors des isländischen Künstlers Ragnar Kjartansson nicht nur eine ikonische Arbeit der Sammlung, sondern steht auch für eine äusserst erfolgreiche Ausstellung, mit der das Migros Museum für Gegenwartskunst 2012 die Wiedereröffnung im Löwenbräukunst-Areal feierte - ein Meilenstein in der Geschichte der Institution.

Die Bedeutung der Kunstvermittlung erhält eine Akzentuierung durch ihre Integration in den Ausstellungsraum: Das normalerweise im Untergeschoss angesiedelte Atelier bekommt einen Platz in der Galerie und bildet einen konstanten Bestandteil der Jubiläumspräsentationen. Ein thematisch zugeschnittenes Rahmenprogramm und diverse Events laden dazu ein, sich spielerisch, fokussiert, vertieft und natürlich auch feierlich mit dem Migros Museum für Gegenwartskunst auseinanderzusetzen. Spannende Einblicke in die Vergangenheit können in einem Archivraum gewonnen werden. Ein Fundus an Dokumentationsmaterialien ruft manch eine Anekdote in Erinnerung und gewährt ebenso Einsicht in die alltäglichen Abläufe des Betriebs wie in dessen Herausforderungen.

In Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern und der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig wird zudem ein theoretischer Bogen gespannt, der eine kritische Reflexion zu übergreifenden und weiterführenden Fragestellungen ermöglichen soll: Anlässlich des Jubiläums erscheint eine Anthologie, die Problemstellungen der institutionellen Verortung von Kunst und den Bedingungen der Kunstproduktion verhandelt und eine selbstkritische Reflexion über die Funktion und Rolle eines Museums heute anstossen möchte. Damit werden Denkansätze aufgegriffen, die sich der Identität des Migros Museum für Gegenwartskunst eingeschrieben haben. Mit seinem Verständnis von Kunstgeschichte als offener Prozess hinterfragte das Museum von Beginn weg das traditionelle Rollenbild eines Ausstellungshauses als Institution des Bewahrens und Sammelns sowie der kontemplativen Kunstbetrachtung. Die eigene Gattung wurde so zugleich zur Diskussion gestellt. Damit beteiligt sich das Migros Museum für Gegenwartskunst aktiv am Entwurf eines kritischen Kunstbegriffs und steht heute exemplarisch für Strategien zeitgenössischer Kunst, die im Laufe der 1990er Jahre ihre physischen Orte etablierten und neue Fragestellungen betreffend Kunstproduktion sowie -rezeption, der Praxis des Kuratierens und Sammelns und letztlich auch der Funktion des Museums generierten. Heute wie damals versteht sich das Migros Museum für Gegenwartskunst trotz der Etablierung im internationalen Kunstbetrieb und des Institutionalisierungsprozesses, der in den letzten 20 Jahren durchlaufen wurde, als Ort sowohl der Reflexion wie auch der Produktion.

Die Ausstellung wird kuratiert von Heike Munder (Leiterin, Migros Museum für Gegenwartskunst), Raphael Gygax (Kurator, Migros Museum für Gegenwartskunst) und Nadia Schneider Willen (Sammlungskonservatorin, Migros Museum für Gegenwartskunst).

Kontakt:

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an 
René Müller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
rene.mueller@mgb.ch
T +41 44 277 27 27


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