Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

LAURA LIMA
Bar Restaurant

LAURA LIMA / Bar Restaurant
Laura Lima, O mágico nu (Naked Magician, 2008/10), Ausstellungsansicht, Casa França Brasil, Foto: Sérgio Araújo, Courtesy of the artist.

Zürich (ots) - Die künstlerische Praxis von Laura Lima (*1971, Governador Valadares, Brasilien; lebt und arbeitet in Rio de Janeiro, Brasilien) ist geprägt von der Faszination für die Komplexität sozialer Beziehungen und menschlicher Verhaltensweisen. Ihre Szenarien, in denen häufig der menschliche Körper zentrales Medium und treibende Kraft ist, setzen sich nebst den performativen Momenten aus verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen wie Zeichnung, Skulptur und Installation zusammen. Lima tritt nie selbst in Erscheinung, sondern instruiert ausgewählte Protagonisten, ihren dramaturgischen Vorgaben zu folgen. Die erste Schweizer Einzelausstellung der brasilianischen Künstlerin zeigt mit den Arbeiten Naked Magician (2008/10/13) und Bar Restaurant (2010/13) eine installativ- performative Werkauswahl, deren Fokus auf dem Magischen liegt.

Laura Limas Werke sind Versuchsanordnungen, die unsere Wahrnehmung entlang der Grenzver- läufe von Wirklichkeit, Illusion und Fiktion ausloten. Mit den in Zürich präsentierten Arbeiten beschwört sie geheimnisvolle Welten, die das Sujet Magie umkreisen, ohne explizit zu werden.

Die Arbeit Naked Magician wurde in leicht veränderter Weise bereits 2010 anlässlich der Schau Grande im Casa França-Brasil in Rio de Janeiro gezeigt. Ein chaotisch anmutendes System aus Regalen, deren Anordnung die Momentaufnahme eines Einsturzes suggeriert, bildet den installativen Rahmen für einen durch Lima instruierten Protagonisten. In einem gut sitzenden, schwarzen Anzug mit viel zu kurz geratenen Ärmeln geht er ungestört für uns rätselhaften Tätigkeiten nach. Ein reiches Sammelsurium unterschiedlicher Objets trouvés, die - der Schwerkraft trotzend - über die Schrägen der Regale verteilt sind, dient ihm als Material- und Werkzeugfundus für seine pausenlose Beschäftigung, deren Zweckmässigkeit zwar im Verborgenen bleibt, die aber nie beliebig wirkt. Der Betrachter wird zum Beobachter seiner kreativen Handlungen - eines steten Balanceakts zwischen Chaos und Ordnung, Wahnsinn und Vernunft: komplementäre Gegensätze, die unlösbar miteinander verbunden erscheinen.

Limas zweite Arbeit Bar Restaurant (2010/13) vollzieht sich in einer Bar eigener Art, auf deren Mobiliar keine Menschen sitzen, sondern Objekte platziert sind: Papierstapel, Mehlsäcke, zylinderförmige Figuren oder Quader in bunten Farben auf Stühlen und auf den Tischen davor gefüllte Biergläser, die sich auf mysteriöse Weise leeren. Ein als Kellner fungierender Protagonist schenkt ununterbrochen nach und erhält die sonderbare Situation dadurch aufrecht. Auch das hier hervorgebrachte Szenario evoziert Assoziationen an Magisches, Unaussprechliches und bisweilen Absurdes in einer alltäglichen «Normalität».

In beiden Arbeiten wird rational Geordnetes neben magisch Bewegtem ohne Wertung exponiert - ein Aspekt, der gerade auch vor dem Hintergrund des anhaltenden Magie-Booms in den westlichen Populärmedien bei gleichzeitig zunehmender Zweckrationalisierung sämt- licher Lebensbereiche eine Lesart nahelegt, die auf die Dualismen unserer Zeit verweist.

Laura Limas Werke waren unter anderem im Art's House in Melbourne, Australien (2013), bei der Ruhrtriennale in Essen (2012), der Biennale in Lyon, in der Bonniers Konsthall in Stockholm und der Manchester Art Gallery (alle 2011) zu sehen. Zudem ist Lima Mitbegründerin und künstlerische Beraterin der Künstlergalerie A Gentil Carioca in Rio de Janeiro.

Katalog:

Zu der Ausstellung erscheint bei JRP|Ringier eine monografische Publikation in Zusammenarbeit mit der Bonniers Konsthall, Stockholm, mit Beiträgen von Sara Arrhenius, Victoria Noorthoorn, Heike Munder, Jochen Volz und einem Interview mit der Künstlerin.

Medienkonferenz:

22. November 2013, 10 Uhr

Kuratorin:

Heike Munder, Leiterin Migros Museum für Gegenwartskunst

Ausstellung:

23. November 2013 - 02. Februar 2014 Eröffnung: Freitag, 22. November 2013, 18-20 Uhr

Kontakt:

Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an
René Müller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
rene.mueller@mgb.ch T +41 44 277 27 27



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