Migros-Genossenschafts-Bund Direktion Kultur und Soziales

migros museum für gegenwartskunst präsentiert vom 6. März bis 30. Mai 2010: While Bodies Get Mirrored - An Exhibition about Movement, Formalism and Space

Anetta Mona Chisa und Lucia Tkacova, Manifesto of Futurist Woman (Let's Conclude), 2008 (Single-channel video (color, sound) 11:13 min.)

    Zürich (ots) -

    - Hinweis: Bildmaterial wird über Keystone durch Photopress
        verbreitet und steht zum kostenlosen Download bereit unter:
        http://www.presseportal.ch/de/pm/100009795 -

    Die Gruppenausstellung bringt Arbeiten zusammen, die ein Spannungsverhältnis von Bewegung und Raum thematisieren und dafür ein formalistisches Zeichenvokabular aufnehmen und reaktivieren. Ein Fokus der Ausstellung ist der Einfluss des (post)modernen Tanzes und dessen Choreografie in der zeitgenössischen Kunst. Weitere zentrale Fragestellungen bilden die Re-Präsentation des Performativen und die Notation von Bewegung und tänzerischen Handlungsvorgängen mit verschiedensten Medien - von der klassischen fotografischen und filmischen über die skulpturale und installative Weise.

    Der frühe postmoderne Tanz mit seiner Behauptung «jede Bewegung der Teil eines Tanzes und jeder Mensch ein Tänzer» kann einerseits als historisches Brückenmoment zum Modernismus, andererseits aber auch als Moment gelesen werden, das die in der Ausstellung gezeigten Positionen verkettet. Im postmodernen Tanz hat sich das Erbe der formalistischen Bewegungsausdrücke gesetzt und weiterentwickelt und rückwirkend die zeitgenössische bildende Kunst geprägt. Gerade in den letzten Jahren konnte bei jüngeren Künstlern ein verstärktes Interesse an der Wiederaufnahme und -entdeckung dieser Avantgarde-Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts ausgemacht werden - sowohl aus formalästhetischer als auch sozialer Sicht. Formalästhetisch werden dabei Momente des Spiegelns, Reflektierens, Funkelns und der Zergliederung komplexer Formen in ihre einfachen geometrischen Bestandteile aufgenommen und zu wichtigen Ausdrucksmitteln einer formalen Sprache.

    Die dreizehn in der Ausstellung gezeigten internationalen Positionen bezeichnen den unterschiedlichen Einsatz und die verschiedenen inhaltlichen Funktionen einer solchen Sprache: Delia Gonzalez (*1972, USA), Hanna Schwarz (*1975, D) und Kelly Nipper (*1971, USA) nehmen dabei direkt Tanzbewegungen zitathaft in ihre Videoarbeiten auf und erweitern diese oftmals in einen räumlichen Kontext. So schafft Gonzalez als räumliche Inszenierung eine Bühnensituation, in der sie ihren Film (Not yet titled, 2010) präsentieren wird. Ebenfalls wird das politische Potenzial von Bewegung untersucht - so etwa bei Anetta Mona Chişa (*1975, Rumänien) & Lucia Tkáčová (*1977, Slowakei), die in ihrer Videoarbeit Manifesto of Futurist Woman (Let's Conclude) (2008) uniformierte Majoretten vor der Videokamera marschieren und per Flaggenalphabet das «Manifest der futuristischen Frau» verbreiten lassen. Auch Anna Molska (*1983, Polen), Mai-Thu Perret (*1976, CH) oder Paulina Olowska (*1976, Polen) untersuchen einen solchen politischen Ansatz. Sie versuchen, eine Art «soziale Choreografie» (Andrew Hewitt) zu ergründen, wenn sie sich in ihren Arbeiten mit Tanz und Bewegung auseinandersetzen. William Forsythe (*1949, USA), Martin Soto Climent (*1977, Mexiko) und Julian Goethe (*1966, D) erweitern ihre Arbeiten in den skulpturalen Bereich hinein und untersuchen die Verfestigung von Bewegung. So bezeichnet Forsythe seine Raumskulptur The Defenders Part II (2008), eine Anordnung von über siebzig ineinander verkeilten Spiegeln auf rotem Teppich, als «performatives Objekt». Als historisches Beispiel gilt die Arbeit A Study in Choreography for Camera (1945) von Maya Deren (1917-1961), die sich in ihrem Schaffen sehr früh für die Synthese von Film und Tanz interessiert hat. Auch die experimentelle Filmemacherin Babette Mangolte (F/USA), die während der 1970er und 1980er Jahre unzählige Performances u. a. von Trisha Brown, Yvonne Rainer und Richard Foreman dokumentierte, beschäftigt sich ausführlich in ihrem Schaffen mit der Frage nach der Repräsentation des Performativen. Silke Otto-Knapp (*1970, D) nimmt oftmals fotografisches Dokumentationsmaterial von Ballettinszenierungen als Ausgangsmaterial für ihre Malerei. Dabei fokussieren ihre monochromen Bilder das Moment der Bewegung der Figur und verdichten diese.

    PERFORMANCE VON MARTIN SOTO CLIMENT: Parallel zur Eröffnung wird Martin Soto Climent eine Performance im Museum durchführen. Diese wird die ganze Eröffnung hindurch dauern.

    PERFORMANCE VON KELLY NIPPER: Am Samstag, 17. April wird eine Performance von Kelly Nipper im Museum stattfinden. Weitere Informationen finden Sie unter: www.migrosmuseum.ch.

    FILMVORFÜHRUNG «DANCINC BY MYSELF»: Am Donnerstag, 6. Mai, findet eine Filmvorführung statt, die sich dem Solo-Tanz des 20. Jahrhunderts widmet. Mit Tanzfilmen u. a. von Trisha Brown, Isadora Duncan, William Forsythe, Loïe Fuller, Miriam LaVelle und Erna Ómarsdóttir.

    KATALOG: Im Juni 2010 wird eine ausführliche Anthologie mit dem Titel Zwischenzonen - Repräsentationen des Performativen erscheinen, die sowohl die aktuelle wie die Ausstellung While Interwoven Echoes Drip into a Hybrid Body - an Exhibition about Sound, Performance and Sculpture (2006) diskutiert und erweitert. Im Zentrum dieser Diskussion stehen die Überschneidung und Ineinanderfaltung des Performativen mit verschiedenen Kunstgattungen wie Skulptur, Installation und Film. Mit Texten u.a. von: Philip Auslander, Raphael Gygax, Babette Mangolte, Heike Munder.

    SCHULKLASSEN-WORKSHOPS: Zur Ausstellung bietet das Museum museumspädagogische Workshops für Schulklassen an. Daten: 15. März bis 25. Mai 2010 zwischen 9.30 und 16.30 Uhr. Jeweils Montag, Dienstag und Donnerstag. Dauer: 1,5 Stunden. Bitte bei der Anfrage mindestens zwei mögliche Termine angeben. Für Schulklassen kostenlos. Anmeldungen an: Brigit Meier, Museumspädagogin, kunstvermittlung@migrosmuseum.ch.

    ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN: Sonntag, 7. und 21. März, 4. und 18. April, 9. und 30. Mai, um 15 Uhr sowie Donnerstag, 11. März und 28. Mai, um 18.30 Uhr.

    FAMILIENFÜHRUNGEN: Sonntag, 21. März und 18. April, um 13.30 Uhr. Die Führung dauert 1,5 Stunden und ist inhaltlich auf Familien ausgerichtet. Innerhalb der Führung wird auch praktisch gearbeitet.

    FEIERTAGE: Das Museum bleibt geschlossen am Karfreitag, 2. April, Ostermontag, 5. April, sowie am Pfingstmontag, 24. Mai.

    ÖFFNUNGSZEITEN: Di / Mi / Fr 12-18, Do 12-20, Sa / So 11-17 Uhr. Der Eintritt ins Museum ist donnerstags von 17-20 Uhr kostenlos.

    PRESSEKONFERENZ: Freitag, 5. März 2010, 11.30 Uhr

    ERÖFFNUNG: Freitag, 5. März 2010, 18 Uhr

    www.migrosmuseum.ch

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    Das migros museum für gegenwartskunst ist eine Institution des Migros-Kulturprozent. Das Migros-Kulturprozent ist ein freiwilliges, in den Statuten verankertes Engagement der Migros für Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft. www.migros-kulturprozent.ch

Kontakt:
Barbara Salm, Leiterin Kommunikation, Direktion Kultur und Soziales,
Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich, Tel. 044 277 20 79,
barbara.salm@mgb.ch
Für Bildmaterial wenden Sie sich bitte an: presse@migrosmuseum.ch


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