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Media Service: Bargeld-Reform bremst Schindler aus

Zürich (ots) - Indien gilt als das nächste Eldorado für Liftbauer. Davon will auch der Schweizer Konzern Schindler profitieren. «Indien ist sehr wichtig für uns», sagt Schindler-Chef Thomas Oetterli im Interview mit der «Handelszeitung».

Heute sei der indische Markt neunmal kleiner als der chinesische. Sechs von zehn neuen Liften werden derzeit in China installiert. Doch das werde sich ändern: «Der indische Markt wird wachsen, wahrscheinlich sogar stark. Es gibt keinen guten Grund, weshalb der indische Markt langfristig neunmal kleiner bleiben soll.»

Doch Oetterlis Optimismus erfuhr zuletzt einen Dämpfer. Die indische Bargeld-Reform bremste den Schindler-Konzern aus. «Der ganze Immobilienmarkt basierte auf Cash-Transaktionen», erklärt Oetterli. «Im Augenblick, als die beiden höchsten Noten von einem Tag auf den anderen für ungültig erklärt wurden, brach der Markt ein. Für ein paar Wochen lief gar nichts.»

Im vergangenen November erklärte Indien über Nacht sämtliche Banknoten im Wert von 500 Rupien (Fr. 7.50) und 1000 Rupien (15 Franken) für ungültig. Die beiden Scheine machten gut 86 Prozent des Bargeldes im Land aus. Zwar konnten die Menschen ihre alten gegen neue eintauschen, auf die Schnelle waren aber nicht so viele neue Scheine verfügbar, der Umtausch war auf bestimmte Summen pro Tag begrenzt. Chaos machte sich breit im Land. Mittlerweile hat sich die Situation wieder beruhigt.

Schindler hat den indischen Markt in den letzten Jahren kontinuierlich aufgebaut. Die Luzerner starteten in einer Dreizimmerwohnung. Heute beschäftigen sie mehr als 3000 Personen im Land. Sie haben 30 Millionen Franken in ein neues Forschungs- und Fabrikationszentrum investiert. «Indien ist sehr wichtig für uns», sagt Oetterli.

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