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Media Service: Helvetia-Chef Gmür kritisiert SVP und FDP wegen Umsetzung der Rentenreform

Zürich (ots) - Helvetia-Chef Philipp Gmür kritisiert die vom Parlament beschlossene Altersreform. Die Versicherungsbranche sei «im Regen stehen gelassen» worden, sagt er in einem Interview mit der «Handelszeitung». Insgesamt herrsche bei ihm eine «relative Unzufriedenheit». Zwar sei erfreulich, dass das Rentenalter für Frauen auf 65 angeglichen und dass der Umwandlungssatz auf 6,0 Prozent gesenkt werde. Hingegen sei es unschön, dass die Einbussen bei den Pensionen in der AHV kompensiert werden und nicht in der zweiten Säule. Enttäuscht zeigt sich Gmür über die bürgerlichen Parteien FDP und SVP. Diese hätte in letzter Minute in einem für die Versicherer wichtigen Punkt nachgegeben: Nun sei es den Konzernen nicht mehr möglich, Verluste in einem Bereich der beruflichen Vorsorge mit Gewinnen in anderen Bereichen zu kompensieren.

Die Rentenreform löse die Probleme in der beruflichen Vorsorge nur teilweise. «Heute fehlen im Schnitt 40'000 Franken pro Neurentner», sagt Gmür. «Mit dem neuen Umwandlungssatz sind es immer noch 24'000 Franken.» Die Folge sei, dass Erwerbstätige zu wenig Zins auf ihrem Guthaben gutgeschrieben erhielten. Noch sei für ihn nicht klar, ob er diese Reform unterstützen wolle. «Wir müssen erst eine Güterabwägung machen. Und bevor wir das getan haben, kann ich die Vorlage nicht unterstützen.»

Anders als sein Vorgänger Stefan Loacker will Helvetia-Chef Gmür stärker auf Allfinanz setzen. Für den Kunden sei «Allfinanz kein Tabu», sagt er. Bei entsprechender Nachfrage könne er sich vorstellen, die Kooperationen mit der Raiffeisen-Gruppe weiter auszubauen. Auch Gmür hält aber fest: «Wir verstehen unter Allfinanz nicht, dass man gleich fusioniert.» Nicht infrage kommt für ihn eine Beteiligung am Fintech-Unternehmen Leonteq. «In unserem Helvetia-Universum beziehen wir knapp tausend Fonds von Drittanbietern. Es gibt keinen Grund, weshalb wir uns an einem einzelnen beteiligen sollten.»

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