Handelszeitung

Media Service: Ex-CS-Banker Berchtold: «Nicht gemacht für das Leben als Multiverwaltungsrat»

Zürich (ots) - Die Niederlassung in Singapur ist Walter Berchtolds erste Aufgabe als neuer Chef der Falcon Private Bank. Noch nicht formell im Amt, reist der frühere Top-Manager der Credit Suisse dieser Tage nach Asien, um sich ein Bild vom Zustand der Niederlassung zu machen, wie die «Handelszeitung» berichtet. Diese ist wegen ihrer Rolle im Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB blockiert. Der Ausgang ist unklar. Alles sei möglich in Singapur, sagen Bank-Insider.

Dass der frühere CS-Banker die operative Leitung bei der kleinen Privatbank übernimmt, hat zunächst viele Beobachter in der Branche überrascht. Dass er wieder operativ tätig sein würde, hingegen wenige. Auch er selber macht keinen Hehl daraus, dass es ihm zuletzt langweilig war. «Ich sagte immer, ich wolle noch einmal etwas Operatives machen», erzählt er im Gespräch mit der «Handelszeitung». «Ich war nicht gemacht für das Leben als Multiverwaltungsrat.» Bei Falcon habe ihn der dort vorherrschende freie Unternehmergeist gereizt. Die Bank habe eine «Can-do-Mentalität», sagt er - Strukturen, die agiles Handeln zuliessen.

Mit den abu-dhabischen Eigentümern der Bank hat Berchtold die Bedingungen für die Entwicklung der Falcon Private Bank ausgehandelt. Die Araber erwarteten Wachstum, sagt er. Es gehe jedoch nicht einfach darum, Skalenerträge zu nutzen, sondern darum, in neue Geschäftsbereiche vorzustossen. Zuletzt hat die Bank stagniert und seit 2009 in drei Jahren rote Zahlen geschrieben. Das vergangene Jahr schloss Falcon mit einem Gewinn von 37 Millionen Franken ab. Dies jedoch nur, weil die Eigentümer der Bank frisches Eigenkapital im Umfang von 28 Millionen Franken zugeführt haben, wie der Geschäftsbericht zeigt.

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