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Media Service: Ohne Wissen von Migros: Schweizer Produkte landen auf chinesischen Internetportalen

Zürich (ots) - Schweizer Produkte landen immer öfter auf chinesischen Internetplattformen. Auf obskuren Wegen und ohne Kontrolle von deren Schweizer Mutterfirmen. Das schreibt die «Handelszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe. Auf Seiten von Alibaba und deren Töchtern tauchen regelmässig Migros-Artikel auf. Die Schweizer Firma kann das nicht steuern, wie ein Sprecher sagt: «Weder Migros noch M-Industrie haben mit diesen Angeboten zu tun.» Wild wuchernde Swissness hält vor allem das Online-Auktionshaus Taobao bereit, das zum Alibaba-Konzern gehört. Verhökert werden neben Migros-Artikeln auch Freitag-Taschen oder Jura-Kaffeemaschinen - stets ohne Zutun der Schweizer Firmen.

Bei der Schweizer Digitalmarktingagentur Webrepublic, die unter anderem Schweizer Marken für ihre Online-Präsenz in China berät, kennt man das Thema: «Es gibt in China ein grosses Begehren nach ausländischen Markenartikeln, speziell auch nach solchen aus der Schweiz», sagt Webrepublic-Gründer und Chef Tom Hanan. «Was dabei besonders für das Online-Geschäft gilt: Wo ein Bedürfnis besteht, steht auch jemand bereit, der es befriedigen wird. Wir werden mit Bestimmtheit mehr von diesem Phänomen sehen.»

Die chinesischen Online-Märkte entwickeln sich sehr dynamisch. Die Unternehmensberater von Bain schätzen Alibaba und Co. auf einen Jahresumsatz von 450 Milliarden Franken - mehr als das Vierfache des gesamten Schweizer Detailhandels. Der Boom setze sich fort, heisst es bei Bain: «Bis 2020 werden wir weiterhin Steigerungsraten sehen, die um den Faktor drei über dem stationären Handel liegen.»

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