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Media Service: Amerikaner dominieren den Schweizer Aktienindex

Zürich (ots) - Die grossen Industrieländer beherrschen die Schweizer Blue Chips. Das geht aus einer Auswertung hervor, welche die «Handelszeitung» anhand von Bloomberg-Daten vorgenommen hat. So besitzen die USA den grössten Anteil am Kuchen: 41 Prozent des gesamten Aktienkapitals der 20 SMI-Firmen, dem geografisch ein Halter zugeordnet werden kann, sind in amerikanischer Hand. Schweizer Eigner bilden mit 29 Prozent die zweitgrösste Gemeinschaft. Es folgen Luxemburg, Grossbritannien und Norwegen mit einstelligen Prozentanteilen.

Damit hat die Globalisierung der hiesigen Besitzstrukturen gerade erst begonnen. Zwar besitzt Singapurs Staatsfonds 7 Prozent der UBS und Investoren aus Katar und Saudi-Arabien halten je rund 5 Prozent an der CS. Über die Gesamtheit des SMI bleibt der Anteil asiatischer und arabischer Eigner mit unter 2 Prozent jedoch verschwindend klein. Dies, obwohl die Schwellenländer inzwischen über die Hälfte der globalen Wirtschaftsleistung erbringen.

Nach Ansicht von Patrik Kerler, Head M&A bei KPMG, dürfte sich dies aber ändern. Der Aufstieg von Ländern wie Indien oder China werde sich künftig vermehrt auch in den Industrieländern bemerkbar machen. «In einer ersten Globalisierungswelle investierte der Westen direkt in Schwellenländern», sagt er. «Jetzt sind es Investoren aus den Schwellenländern, die öfters Firmenanteile im Westen kaufen.»

Trotz aller Internationalisierung haben Schweizer Aktionäre einen überdurchschnittlichen Einfluss auf die SMI-Firmen behalten. Dies wegen dualer Aktienstrukturen, wie sie etwa Roche kennt, und weil sich hiesige Aktionäre öfters im Aktienregister der Gesellschaften eintragen lassen. So verbleibt in vielen Firmen ein bedeutender Teil der Stimmkraft in Schweizer Hand: Bei der UBS ist es knapp ein Drittel, bei Novartis sind es gut 40 und bei Swiss Re sogar über 50 Prozent.

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